Lichte Momente in der Schule

Technik

BEG. - Das Gymnasium Bürgerwiese ist mit 950 Schülern und 54 Lehrpersonen eine der größten Schulen Dresdens. 2014 wurde der für 26,5 Millionen Euro errichtete Neubau am Lennéplatz eingeweiht. Dort tragen die Präsenz- und Bewegungsmelder von BEG zur Energieeffizienz bei.

09. Mai 2017
Die zentrale Lage und die modernen Räumlichkeiten mit großen Fenstern und viel Licht machen die Schule in Dresden besonders attraktiv. Jeder Bereich des Gymnasiums Bürgerwiese hat unterschiedliche Anforderungen, die mit der jeweils passenden, individuellen Lösung ausgestattet wurden. Bildquelle: BEG
Bild 1: Lichte Momente in der Schule (Die zentrale Lage und die modernen Räumlichkeiten mit großen Fenstern und viel Licht machen die Schule in Dresden besonders attraktiv. Jeder Bereich des Gymnasiums Bürgerwiese hat unterschiedliche Anforderungen, die mit der jeweils passenden, individuellen Lösung ausgestattet wurden. Bildquelle: BEG )

Schon vor Beginn des Neubaus 2012 stand für den Schulträger fest, dass das Gebäude mit dem neuesten Stand der Technik ausgestattet werden soll. Neben einem energieeffizienten Beleuchtungssystem beinhaltet dies vor allen Dingen auch eine sinnvolle Steuerung der Beleuchtung, denn häufig verließ der letzte Schüler den Raum, ohne das Licht auszuschalten.

Die automatische Abschaltung nach Verlassen der Räume ist wohl die offensichtlichste Möglichkeit, Energie einzusparen. Doch heutzutage stehen den Planern weitaus mehr Möglichkeiten offen als bloß das automatische Schalten. Jeder Bereich des Gymnasiums Bürgerwiese hat ganz unterschiedliche Anforderungen, die mit der jeweils passenden, individuellen Lösung ausgestattet wurden.

Eine grundlegende Anforderung ist zum Beispiel die gleichmäßige Ausleuchtung aller Arbeitsplätze in den Klassenräumen. Dabei muss die einseitige Fensterfront der Räume ausgeglichen werden. Das System soll zuverlässig regeln und schalten, aber auch bei Bedarf durch Taster zu übersteuern sein, zum Beispiel wenn ein Film gezeigt wird.

In allen Klassenräumen ist der PD4-M-Trio-Dim im Einsatz, ein Präsenzmelder, der extra für den Einsatz in Klassenräumen entwickelt wurde. Der Präsenzmelder wird so ausgerichtet, dass ein Lichtfühler auf die Arbeitsplätze am Fenster und der andere Lichtfühler auf die Arbeitsplätze an der Wand ausgerichtet ist. So können zwei Beleuchtungszonen definiert werden. Für beide Zonen ist derselbe Luxwert vorgegeben – das Lichtband an der Wand wird dann früher und stärker hochgedimmt als das am Fenster, sodass an allen Arbeitsplätzen die gleiche Helligkeit herrscht.

Ein weiteres ausschlaggebendes Argument für den Klassenraummelder ist das zusätzliche Relais, über das im Gymnasium Bürgerwiese die Tafelbeleuchtung extra geschaltet wird. Diese ist somit entkoppelt von den gedimmten Lichtbändern und gewährleistet eine gute Ausleuchtung des Tafelbereichs.

Prägend für Schulgebäude sind normalerweise die langen Flure zu den Klassenzimmern. Nicht so im Gymnasium Bürgerwiese: Die moderne Bauform ist ähnlich einem Bumerang geschwungen. So entsteht außen ein geschützter Schulhof, innen entstehen Gänge mit langen und kurzen Bereichen.

Die langen Gänge sind zusätzlich durch Zwischenwände unterbrochen, die Nischen für Schließfächer, Waschbecken und Türen eröffnen. Diese anspruchsvollen Flure erfordern eine durchdachte Lichtplanung. Den Tag über werden die Flure in den Unterrichtspausen immer wieder kurzzeitig stark frequentiert, während den Unterrichtsstunden sind sie leergefegt. Jedoch muss die Beleuchtung, vor allem in der dunklen Jahreszeit, die sichere Nutzung der Flure garantieren.

„Die Unterrichtszeiten zu nutzen, um in den Fluren Energie einzusparen, war eine der Anforderungen“, sagt Hans-Jürgen Pietzsch vom Hochbauamt Dresden. Nun hat er doppelt Kosten gespart: Durch den Einsatz von Präsenzmeldern werden die Flure intelligent gesteuert, durch die großen Erfassungsbereiche der Geräte werden die Gänge mit wenigen Präsenzmeldern komplett abgedeckt.

Die Korridor-Präsenzmelder PD4-M-2C-K verfügen durch ihre spezielle Optik über einen ovalen Erfassungsbereich. Sie wurden an Stellen gesetzt, wo die Flure längere Geraden haben. Um den Erfassungsbereich des Präsenzmelders optimal zu nutzen, muss dieser auf einer Montagehöhe von 2,4 bis 2,6m installiert werden. Die PD2-M-2C decken dann die kleinen Zwischenbereiche und Nischen ab, die durch die besondere Architektur entstehen.

Präsenzmelder arbeiten mit Passiv-Infrarot-Technik – sie erfassen Wärmequellen, die sich bewegen. Dafür gliedern sie ihre Umgebung in kleine Bereiche. Wenn eine Wärmequelle mindestens drei nebeneinander liegende Bereiche passiert, wird dies als Bewegung gewertet. Dadurch, dass der Präsenzmelder nur Strahlen registriert, aber selbst keine aussendet, kann er nur Wärmequellen detektieren, die nicht verdeckt werden. Eine Erfassung durch Materialen oder gar durch Wände ist nicht möglich.

Die Schultoiletten sind in viele Einzelkabinen unterteilt, durch die Kabinenwände kann jedoch keine Bewegung detektiert werden. Um dennoch nicht alle Kabinen einzeln ausstatten zu müssen, wurde in den Räumen ein Indoor-180R-Micro installiert. Dieser hat neben dem optischen System auch eine akustische Erkennung. Damit wird die Nachlaufzeit automatisch verlängert, wenn der Präsenzmelder ein Geräusch im Raum registriert.

Auch die Dreifelder-Sporthalle wurde neu errichtet. Hier ist nicht nur Platz für die Sportler, auch rund 550 Zuschauerplätze wurden geschaffen. Das Fensterband wurde nach Norden ausgerichtet, um direkte Blendungen durch die Sonne zu vermeiden. Homogene Lichtverhältnisse in der Halle sorgen für faire Bedingungen bei sportlichen Wettkämpfen. Um in jedem der drei Hallenteile eine optimierte Ausleuchtung zu erzielen, wurden drei voneinander unabhängig schaltende PD4-M-2C-GH installiert. Diese Präsenzmelder sind für große Höhen ausgelegt und decken eine Fläche von maximal 447 Quadratmetern ab.

Sind die Zwischenwände der Halle geschlossen, ist der Erfassungsbereich der Melder auf ihren jeweiligen Hallenteil beschränkt. Sie aktivieren die Lichtbänder in ihrem Hallenteil, sobald Bewegung erkannt wird. Wenn die Zwischenwände geöffnet sind, überlappen sich die Erfassungsbereiche weitläufig. So bleibt das Licht über dem kompletten Spielfeld aktiviert, auch wenn sich die Spieler eine Zeit lang nur in einem Teil der Halle aufhalten.

Über 360 Präsenz- und Bewegungsmelder von BEG wurden im Gymnasium Bürgerwiese installiert. Dabei sind die Erfassungsbereiche der Mastergeräte durch kostengünstigere Slavegeräte vergrößert worden. Zwölf verschiedene Modelle decken die unterschiedlichsten Anforderungen der Bereiche ab. Die Energieersparnis des Gebäudes wird in den nächsten Jahren fest im Auge behalten.?

Erschienen in Ausgabe: 03/2017

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