Markt machen

Editorial

Eine weit verbreitete These lautet, dass die Besten überleben.

06. Juli 2009

Das ist eine reine Wunschvorstellung. Schauen wir uns in Politik und Wirtschaft um, stellen wir fest, dass an der Spitze nicht immer die Besten zu finden sind. Die Besten haben viele Ecken und Kanten, ein Profil, das es ihnen nicht erlaubt, problemlos mit dem Strom zu schwimmen. Die Besten entgegnen darauf, dass sie bewusst gegen den Strom schwimmen, eben weil sie so einzigartig sind und zur Quelle möchten, von der sich der breite Strom kontinuierlich fortbewegt. Also: Möchten Sie nun der Beste sein? Ich möchte es, aber nicht der Beste im zitierten Sinne, sondern der am besten Angepasste. Das hat zwar ein weit verbreitetes Negativimage, aber den evolutionären Vorteil, langfristig zu überleben.

In der Wirtschaft sind diejenigen am erfolgreichsten, die sich am besten an die äußeren Verhältnisse anpassen und auf Veränderungen sofort reagieren. Die Wirtschaftsflaute eignet sich hervorragend, sein Können unter Beweis zu stellen. Viele Unternehmen gewinnen jetzt Marktanteile auf Kosten derjenigen, die sich nicht oder nicht schnell genug anpassen können, weil die Ressourcen fehlen oder es versäumt wurde, sich auf den rasch einsetzenden Wandel der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen einzustellen. Wer jetzt die Möglichkeit hat, zu investieren, erwirbt strategische Vorteile zum Spartarif.

Natürlich kann sich niemand vom Gesamtmarkt abkoppeln und muss im Einzelfall auch Umsatzrückgänge verbuchen. Wie stark es ihn trifft, hängt zu einem nicht unerheblichen Teil davon ab, wie kreativ er mit der Situation umgehen kann. Auch Fachmagazine sind von schrumpfenden Werbebudgets betroffen. g+h ist es nicht. Gerade in rezessiven Zeiten bieten wir als Premium-Magazin eine starke Werbeplattform. Und unseren Lesern die nötigen Informationen, um mit dem Strom zu schwimmen. Nicht zur Quelle zurück, sondern auf den großen Marktplatz des weiten Meeres, in dem ihre Kunden zu Hause sind.

Elmo Schwandke

e.schwandke@verlag-henrich.de

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Erschienen in Ausgabe: 04/2009