Marktchance Heizen und Lüften

Dezentrale Lüftungsheizkörper überzeugen bei Neubau und Sanierung

Auch drei Jahre nach Inkrafttreten der Energieeinsparverordnung (EnEV) machen nicht nur Architekten und Planer, sondern auch viele Fachhandwerksunternehmen nach wie vor um das Thema Lüftungstechnik einen Bogen. Und das, obwohl nicht nur moderne Heizungssysteme, sondern auch und gerade innovative Lüftungstechnologien neue Marktund Umsatzchancen eröffnen. Olaf Strubelt

29. August 2005

Im Neubau entscheidet sich nur etwa jeder vierte Bauherr für eine Wohnungslüftungsanlage, so eine Umfrage des Europäischen Testzentrums für Wohnungslüftungsgeräte e.V. und des Verbandes für Wohnungslüftung e.V. Nach Meinung vieler Lufthygiene-Experten müsste aber praktisch jede nach EnEV gedämmte Wohneinheit mit einem Lüftungssystem ausgestattet werden. Denn in einem den aktuellen Vorschriften entsprechend gebauten oder sanierten Haus müssten die Bewohner dem Verband für Wohnungslüftung zufolge alle vier Stunden zehn Minuten querlüften - auch nachts - um einen hinreichenden Luftwechsel zu gewährleisten. Erfolgt dies nicht, sind nach den Erkenntnissen von Allergieforschern erhebliche Gesundheitsgefahren die Folge: Schwitzwasseransammlungen mit Schimmelpilzbildung, unkontrolliertes Milbenwachstum durch extreme Luftfeuchtigkeit und hohe Konzentrationen von allergieauslösenden Stoffen aus Möbeln und Teppichen. So wird gerade empfindlichen Menschen oftmals das Leben zur Qual, ohne dass sie selbst die Ursache kennen. Und wenn als Gegenmaßnahme häufig oder sogar permanent die Fenster geöffnet werden, macht die gute Dämmung keinen Sinn mehr.

Marktchance Sanierung

Noch schlimmer sieht es teilweise im Wohnungsbestand aus - auch und gerade in sanierten Gebäuden. Einer Studie der Friedrich-Schiller-Universität Jena zufolge gibt es in etwa sieben Millionen Wohnungen in Deutschland, das sind mehr als 22 Prozent des Gebäudebestandes, ein mehr oder weniger großes Schimmelpilzproblem - Tendenz steigend. Besonders stark betroffen sind demnach Häuser, die seit Inkrafttreten der WSVO 1995 mit ihren im Vergleich zu früheren Bauweisen recht hohen Dämmanforderungen errichtet wurden und mit isolierverglasten, praktisch luftdichten Fenstern als „Feuchtefalle“ wirken. Doch allein die seit den Siebzigerjahren verbreiteten Isolierfenster können in Verbindung mit einem nachlässigen Lüftungsverhalten problematische Raumluftverhältnisse erzeugen, wenn nicht zugleich eine „Zwangsbelüftung“ durch unentdeckte Mauerritzen oder Türspalte erfolgt.

Lösungen für Alt- und Neubau

Mit den Lüftungsheizkörpern Air-Com zentral von Olsberg Haustechnik können die zentralen Lüftungsanforderungen handwerksgerecht und wirtschaftlich erfüllt werden. Die Komplettlösung besteht aus einem Plattenheizkörper mit 633 W Heizleistung bei 55/45°C und einer integrierten Lüftungseinheit mit Kreuzstromwärmetauscher, der bis zu 70 Prozent Wärmerückgewinnung aus der Abluft erzielt. Das System wird anstelle eines herkömmlichen Heizkörpers montiert und an den Heizkreislauf der Warmwasser-Zentralheizung angeschlossen. Mit den Geräten zum Beispiel im Wohnzimmer, in Schlaf- und Kinderzimmern kann der Lüftungsbedarf stark gedämmter Neu- und Altbauten besonders einfach und wirtschaftlich erfüllt und eine ansonsten drohende Schimmelpilzbildung wirkungsvoll vermieden werden. Weitere Argumente für die automatische, permanente Be- und Entlüftung ohne Fensterlüftung sind Einbruchsschutz, Geräuschdämmung und Schutz vor Staub und Pollen. Außerdem gibt es vor allem im Winter keine Gefahr von Erkältungen durch Durchzug oder Komforteinbußen durch zeitweise Abkühlung der Wohnung.

Sparsam und wartungsfreundlich

Das System verbraucht im Lüftungsbetrieb nur wenig Strom. In der kleinsten Stufe beträgt die Leistungsaufnahme lediglich acht Watt, dies entspricht in etwa der einer kleinen Energiesparlampe. Die Lüftungseinheit kann durch einfaches Lösen eines Schnappverschlusses komplett herausgenommen werden.

Hierdurch wird der Zugang zu den Luftkanälen vereinfacht, was dem Nutzer eine eventuell notwendige Reinigung erleichtert. Soll der Kreuzstromwärmetauscher gereinigt werden, kann er ebenfalls einfach herausgezogen werden. Eine Elektronik ermöglicht einen besonders geräuscharmen und energiesparenden Betrieb der Radial-Lüfter. Sie stellt zudem einen relativ linearen Drehzahlverlauf von Stufe 1 (20 m3/h) bis 6 (60 m3/h) sicher. Ein integrierter Frostwächter schaltet den Zuluftventilator automatisch ab, sobald die einströmende Außenluft trotz Wärmerückgewinnung 3 °C unterschreitet. Mit einem integrierten Absperrschieber können Zu- und Abluftkanal bei starkem Wind oder zur Vermeidung von Zugerscheinungen bei abgeschaltetem Betriebssystem verschlossen werden. Zudem wird der Nutzer in Abhängigkeit von Einsatzbedingungen und Betriebsdauer erinnert, wann ein Wechsel des eingebauten Frischluftfilters zum Schutz gegen Staub und Pollen erforderlich ist.

FAZIT

Die Lüftungsheizkörper können auch nachträglich in die Wärmeverteilung einer vorhandenen Zentralheizung integriert werden - etwa wenn nach Dämmmaßnahmen und damit erhöhter Gebäudedichtheit eine Verschlechterung des Raumklimas zu erwarten ist. Ein Parallelbetrieb von Lüftungsheizkörpern in Hauptwohnräumen und herkömmlichen Radiatoren in kleinen beziehungsweise wenig genutzten Räumen ist - sowohl im Neubau als auch im Altbau - ebenfalls möglich. So kann das System dazu genutzt werden, den Lüftungsbedarf in einem Gebäude maßgeschneidert zu decken.

Erschienen in Ausgabe: 05/2005