ISH

Maßstäbe für die Zukunft

Die Messe erfindet sich 2019 strukturell und visuell neu und will damit Maßstäbe für die Zukunft setzen. Der Neubau der Halle 12 erforderte eine Umstrukturierung der Hallenbelegung. Die neue Clusterung der Themen schafft deutlich mehr Übersicht und Transparenz für die Besucher und erzielt Synergien auf Ausstellerseite.

11. Februar 2019
ISH 2017



© Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Jochen Günther
Die Besucher dürfen sich auf ein hochkarätiges Rahmenprogramm freuen. (© Messe Frankfurt/Jochen Günther)

Neben dem neuen Geländekonzept verändert die ISH ihre Tagesfolge. Erstmals startet die Veranstaltung am Montag und endet am Freitag. Damit trägt sie dem Wunsch der Aussteller Rechnung und ermöglicht den Fachbesuchern einen zusätzlichen Werktagsbesuch. Gleichzeitig erleichtert die neue Tagesfolge internationalen Gästen die Anreise.

Über 2.400 Aussteller, darunter alle Markt- und Technologieführer aus dem In- und Ausland, stellen vom 11. bis 15. März 2019 ihre Weltneuheiten vor. Die Fachmesse ist der internationale Branchentreffpunkt par excellence – rund 64 Prozent der Aussteller und 40 Prozent der Besucher kamen bereits 2017 aus dem Ausland; Tendenz steigend.

Zur ISH 2019 ist Frankreich das Partnerland. Damit wird der internationale Austausch während der Messe weiter gefördert. Bereits 2017 war Frankreich die drittgrößte internationale Besuchernation.

Digitalisierung beeinflusst alle Bereiche der Messe

Die ISH ist gleichzeitig die Leistungsshow der deutschen Industrie. Die zweijährlich stattfindende Weltleitmesse präsentiert mit ihrem breiten Angebot an zukunftsweisender Gebäudetechnik zahlreiche praktische Lösungen und spricht gezielt aktuelle politische sowie wirtschaftliche Themen an. Die stetig weiterentwickelte Internationalisierung ermöglicht es der Branche, viele Fragestellungen und Lösungen in einem interdisziplinären Austausch zu platzieren. Im Zuge des technologischen Wandels beeinflusst die Digitalisierung maßgeblich alle Bereiche der Messe. Im stark gewachsenen Bereich Energy dreht sich alles um intelligente und effiziente Gebäudetechnik. Schwerpunktthemen sind unter anderem die Sektorkopplung, das stärkere Zusammenwachsen von Wärme und erneuerbarem Strom, die digitale Heizung und die damit einhergehende zunehmende Integration von IT in innovative Heizungstechnologien. Weiterhin sind die Themen Home Energy Management Systems (HEMS) und hybride Heizsysteme in diesem Segment von großer Bedeutung. Der Bereich der Kälte-, Klima- und Lüftungstechnik präsentiert sich 2019 facettenreicher und größer denn je. Hier stehen unter anderem moderne Gebäudelüftungssysteme mit dem Thema Indoor Air Quality (IAQ) sowie zentrale und dezentrale Lösungen für Neubau und Sanierung im Fokus. Energieeffizienz, behagliches Raumklima, der F-Gase-Phase Down und die damit einhergehende Verknappung von Kältemittel sowie die Entwicklung von Alternativen werden ebenso diskutiert wie die technischen Herausforderungen der Branche.

Intelligente Wassermanagement-Systeme

Die Präsentation der gewerkeübergreifenden Kompetenz im Einklang mit innovativer Gebäudeautomation auf der Messe leistet für integrale Planungs- und Ausführungsprozesse einen wichtigen Beitrag. Im Zuge der allumfassenden Digitalisierung ist das Internet of Things (IoT) in Verbindung mit Building Information Modeling (BIM) auch ein stetig wachsendes Segment und ein wichtiger Baustein für Smart Buildings. Der Bereich Water fokussiert sich vorwiegend auf nachhaltige Sanitärlösungen und hochmodernes Baddesign. Hier geht es unter anderem um intelligente Wassermanagement-Systeme und darum, diese bestmöglich zu sichern, zu steuern und zu regeln. Auch sauberes Trinkwasser ist vor dem Hintergrund zunehmender Urbanisierung von hoher Bedeutung. Dabei darf im Bad das Design nicht fehlen. Die Herausforderungen für die Badplanung bestehen zukünftig weiterhin in der Verknüpfung unterschiedlicher Aspekte des demografischen Wandels und Themen wie Gesundheit, Wellness, Komfort, aber auch Ressourcenschonung. Die Aussteller stellen hierzu zukunftsweisende Badlösungen vor. Neben den umfangreichen Präsentationen der Hersteller bietet das Rahmenprogramm ebenfalls wieder ein breites Angebot. Inhaltlich richtet sich das ISH-Rahmenprogramm an aktuellen Herausforderungen und zukunftsweisenden Entwicklungen aus.

Ein neues System hilft Fachbesuchern entscheidend bei der Navigation. So strukturieren drei übergeordnete Kategorien das Angebot. Zwischen diesen und einzelnen Programmpunkten orientieren sich Fachbesucher intuitiv. Der besondere Charme: Das ISH-Rahmenprogramm greift Trends wie Branchenentwicklungen praxisnah auf und fördert aktiv die Vernetzung von Experten untereinander. „Wir möchten teasern, themenspezifisch locken. Die Einblicke via ISH-Rahmenprogramm erleichtern es Fachbesuchern, sich dem riesigen Gesamtangebot gezielt zu nähern“, berichtet Stefan Seitz, Leiter Brandmanagement ISH. „Das spart enorm viel Zeit.“

In der Rubrik Selection@ISH sind beispielsweise das Trendforum „Pop up my Bathroom“, der renommierte Wettbewerb „Design Plus“ – der ausgewählte Produkte und technische Lösungen auszeichnet – sowie geführte Messerundgänge zusammenfasst. Projekte also, die Fachbesuchern einen konzentrierten Überblick verschaffen.

Skills@ISH fasst eine ganze Reihe von Vortragsforen und Weiterbildungsangeboten auf der Fachmesse zusammen. Dazu zählen unter anderem das ISH-Technologie- und Energie-Forum, das Gebäude und Immobilien Forum – welches erstmals um das BIM@ISH-Forum erweitert wird – sowie das Klima-/Kälte-Forum oder auch das Ofenforum. Career@ISH widmet sich der Nachwuchsförderung aller auf der Weltleitmesse vertretenen Branchen. Young Competence beispielsweise wird Treffpunkt für SHK-Azubis@ISH, Arbeitssicherheitsseminare vermitteln Tipps und Tricks zum eigenen Schutz und Campus@ISH gibt Hochschulen erstmals eine Präsentationsplattform innerhalb der Messe. Außerdem erhält die Start-up-Szene ein eigenes ISH-Areal. Gründer stellen hier Geschäftsideen und Produktinnovationen vor. Ein Areal voller Gelegenheiten für Entrepreneure und SHK-Industrie, sich miteinander zu vernetzen und Impulse weiterzutragen.

Ambitionierte Ressourcen- und Klimaschutzziele in Europa und Deutschland kennzeichnen den energie- und wirtschaftspolitischen Diskurs der letzten Jahre. Ein Schlüssel für die Erreichung dieser Ziele liegt im größten Energieverbrauchssektor Europas und Deutschlands, dem Wärmemarkt. Dieser bietet die höchsten Energieeinspar- und CO2-Minderungspotenziale überhaupt. Sowohl in Europa, insbesondere aber in Deutschland ist der Anlagenbestand dramatisch veraltet. Von rund 21 Millionen zentralen Wärmeerzeugern in deutschen Heizungskellern entsprechen rund zwei Drittel nicht mehr dem Stand der Technik und verbrauchen zu viel Energie. Sowohl für die Modernisierung als auch für den Neubau bietet die Heizungsindustrie ein umfangreiches Portfolio an hocheffizienten Lösungen. Hybride Systeme ermöglichen hohe Effizienzgrade und die Einkopplung von erneuerbaren Energien. Eine Variante des hybriden Systems stellt die Wärmepumpe in Kombination mit einem Brennwertgerät dar. Die Wärmepumpe übernimmt in Zeiten, in denen ein geringer Wärmebedarf herrscht, die Teillast. Besteht ein hoher Wärmebedarf, wie etwa im Winter, federt das Brennwertgerät die Spitzen ab.

Die Wärmepumpe in Verbindung mit PV-Anlage und elektrischem Speicher steht im Zentrum des Home-Energy-Management-Systems

Ebenso kann die Wärmepumpe nach dem gleichen Prinzip mit einem Festbrennstoffkessel kombiniert werden. Auch die Kombination eines Brennwertgerätes mit einer solarthermischen Anlage gilt als hybrides System und kann sowohl im Bestand als auch im Neubau eingesetzt werden. Gerade hier ist aufgrund des geringen Wärmebedarfs die Wärmepumpe als alleinstehende Lösung gut geeignet. Wünscht sich der Betreiber ein hohes Maß an Energieautarkie, kann er diese mit einer PV-Anlage kombinieren und so den selbst produzierten Strom zum Heizen nutzen. In Zukunft kann die Wärmepumpe in Verbindung mit einer PV-Anlage und einem elektrischen Speicher auch im Zentrum eines Home-Energy-Management-Systems (HEMS) stehen. Der Energiemanager koordiniert das Zusammenspiel von Verbrauchern und Erzeugern. Die PV-Anlage liefert günstigen Strom zum Antrieb der elektrischen Wärmepumpe. Die Kombination aus Wärmepumpe und PV-Anlage steigert die Wirtschaftlichkeit des Gesamtsystems. Der überschüssige Solarstrom, der im Gebäude nicht zeitgleich verbraucht wird, lässt sich zur Ladung des Batteriespeichers nutzen. Schließlich stellt die Brennstoffzellenheizung eine effiziente Lösung zur Wärmeversorgung dar. Diese Technologie nutzt die chemische Energie eines Brennstoffs, wie beispielsweise Erdgas und wandelt diese in elektrischen Strom und Wärme um. Gasbetriebene Brennstoffzellen sind extrem energieeffizient und sparen CO2 ein. Deshalb besteht für die Brennstoffzellentechnik eine besonders attraktive Förderung. Alle modernen Wärmeerzeuger verfügen mittlerweile über eine Schnittstelle zum Internet und lassen sich somit bequem per App über Tablet oder Smartphone steuern. Das steigert nicht nur den Komfort, sondern ermöglicht zusätzliche Energieeinsparpotenziale. Der Status quo moderner Heizungstechnologien – von der effizienten Wärmeerzeugung bis hin zur Wärmeübergabe – wird auf der Messe zu sehen sein. Die Heizungsindustrie präsentiert in den Hallen 11 und 12 die neuesten Lösungen und Heizsysteme, die hohe Effizienz mit der verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien kombinieren. Über diese Technologien und weitere Themen rund um den Wärmemarkt informiert die ISH zudem gemeinsam mit dem BDH und seinen Partnern im Rahmen des ISH-Technologie- und -Energie-Forums, das 2019 erstmals in Halle 11.1 stattfindet.

Erschienen in Ausgabe: 01/2019

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