Mehr als die Uhrzeit

Multifunktionalen Zeitdienstanlage für die Gebäudeautomation

Immer wieder stehen Industrie- und Handelsunternehmen, Dienstleister und Verwaltungen vor der Aufgabe, neue Uhrensysteme in Neu- oder Erweiterungsbauten zu installieren oder vorhandene ältere Uhren und Uhrenanlagen zu ersetzen. Nicht immer ist den verantwortlichen Planern und Entscheidern bekannt oder bewußt, welche Möglichkeiten und Vorteile sich eröffnen, wenn an Stelle einer „Uhrenanlage“ zur reinen Zeitanzeige eine moderne, multifunktionale Zeitdienstanlage in die Überlegungen einbezogen und tatsächlich auch realisiert wird.

25. März 2004

Ein solches Zeitsystem kann den hohen Organisationsgrad von Unternehmen und Verwaltungen im Informationszeitalter ganz wesentlich unterstützen. Der erste, wenn auch bei weitem nicht einzige Vorzug besteht darin, daß alle Uhren im Unternehmen, einschließlich der Sommer-/Winterzeitumstellung, automatisch gleichgerichtet werden. Dies geschieht dadurch, daß man die Endgeräte an eine Hauptuhr anschließt, deren Ganggenauigkeit durch exakten Zeitfunkempfang - wie DCF 77 oder GPS - gewährleistet ist. Doch damit allein sind heute die Anwendungsmöglichkeiten und Automatisierungspotenziale moderner Zeitdiensttechnik bei weitem nicht ausgeschöpft.

In den Unternehmen wie auch in Verkehrs- und Kommunikationsnetzen, in Gesundheits- und Sportinstitutionen müssen immer komplexere, zeitabhängige Funktionen flexibel, zuverlässig und wirtschaftlich gesteuert werden. Oft sind dafür mehrere Systeme nebeneinander in Betrieb, was einen hohen Aufwand und nicht zu unterschätzende Kosten verursacht.

Nicht nur Zeitsignale einspeisen

Eine leistungs- und anpassungfähige Hauptuhr ist der erste Schritt in Richtung einer einheitlichen und durchgängigen Zeitdienstanlage. Sie sollte eine intelligente Computer-Zeitdienstzentrale sein - ein „Zeitmanager“ - der installations-, bedienungs- und servicefreundlich in die bestehende und zukünftige Gebäude- und Informationstechnik integriert wird, so daß man schrittweise und maßvoll den Technologiewandel vollziehen kann.

Einen wichtigen Schritt zur Vernetzung vielfältiger Funktionen stellt die Informationsübertragung dar, denn Zeitsysteme sollen heute nicht einfach nur Zeitsignale in ein Netz einspeisen. Sie sind vielmehr mitdenkende Kommunikationszentralen, die viele zeitabhängige Funktionen - z.B. bei Heizungs- , Klima- und Beleuchtungsanlagen, Gebäudeautomation, Anzeigetafeln, Servern , Computern und Maschinen - zentral steuern und die zeitkorrekte Ausführung überwachen. Der schrittweise Vollzug des Technologiewandels kann in der Praxis so aussehen: Erster Schritt ist beispielsweise die Verbindung der Zeitdienstzentrale mit allen im Betrieb vorhandenen Uhren. Dann wird die automatische Jalousiensteuerung eingerichet und nach und nach werden weitere gebäudetechnische Systeme aufgeschaltet.

Modular aufgebaute Systeme von Bürk Mobatime beispielsweise sind in der Lage, auf Basis der Grundidee multifunktionaler Computer-Mehrlinien-Hauptuhren - wie dem Compu-Time Center - dem Anwender aus den verschiedenen Funktionsmodulen eine Konfiguration maßzuschneidern, die seinen ganz spezifischen Bedürfnissen entspricht.. Eine so generierte, individuelle Zeitdienststation erkennt vollautomatisch ihre Konfiguration und verfügt darüber hinaus über eine komfortable und einfache Benutzerführung.

Solche „Master Clocks“, mit Schnittstellen für Gebäudemanagement, Daten-, Bild- und Tonaufzeichnung sowie für die Synchronisation von Rechnern, Netzwerken und IT-Geräten, sind kompatibel zu bestehenden Anlagen und damit offen für die Informationstechnik der Zukunft.

Mit der Vernetzung von Zeitdienstanlagen, wie sie zur Realisierung anwendungs-spezifischer Systemlösungen angeboten wird, geht man noch einen Schritt weiter.

Vernetzung von Zeitdienstanlagen

Bürk hat mit dem „Master Time Center“ eine Steuerzentrale für multifunktionale Zeitdienstanlagen geschaffen. Der modular aufgebaute MTC wurde auf Betriebssicherheit und Flexibilität hin optimiert und dient zur Realisierung flexibler Systemlösungen für die Zeitsteuerungen in Industriebetrieben, Flughäfen, Bahnhöfen, Radio- und Fernsehstudios, Kliniken, Elektrizitäts- und Kraftwerken, Forschungsanstalten usw.

Zur Zeitverteilung steht ebenfalls eine maßgeschneiderte Lösung zur Verfügung. Mobaline steht für die neue, Daten- telegrammbasierte Technologie zur Verteilung der absoluten Zeit in Gebäuden. Technische Basis ist ein spezielles Bus-System, das sich einer herkömmlichen 2-Drahtleitung bedient. Über dieses System werden Zeittelegramme und adressierte, dezentrale Schaltfunktionen mit größtmöglicher Zuverlässigkeit und Störsicherheit übertragen.

Unsere Grafik gibt einen Einblick in die vielfältig konfigurierbaren Gestaltungsmöglichkeiten der Zeitdiensttechnik. Über DCF 77 empfängt das als Hauptuhrzentrale eingesetzte Compu-Time-Center CTC exakte Zeitsignale und leitet diese weiter. Die Bedienung und zentrale Überwachung kann dabei über eine Tastatur direkt am Gerät erfolgen. Über Mobaline, Impulssteuerung oder serielle Schnittstellen werden nun verschiedene Endgeräte - analoge oder digitale Zeitanzeigen, IT-Geräte etc. - gesteuert und synchronisiert.

Das Bussystem ermöglicht - z.T. in Verbindung mit frei programmierbaren, externen Relais - schließlich die Durchführung weiterer, vielfältiger Funktionen: Synchronisation von Zutrittskontrollen, Telefonanlagen, Prozessrechnern und des gesamten Netzwerks sowie von Daten-, Bild- und Tonaufzeichnungen; ebenso die selbständige Ausführung von Aufgaben im Bereich des Gebäudemanagements, wie beispielsweise das zeitgenaue Öffnen und Schließen von Türen, Fenstern und Jalousien oder das Ein- und Ausschalten von Klima- und Beleuchtungsanlagen.

Fazit:

Mit Hilfe moderner Zeitdienstanlagen lassen sich die betrieblichen Abläufe erheblich effizienter gestalten. Vor allem dann, wenn bisher mehrere unterschiedliche System für das Zeitmanagement verantwortlich waren, spielt eine zentrale Zeitdienstanlage ihre Vorteile auf der ganzen Line aus.

Erschienen in Ausgabe: 03/2004