Mehr Platz im Schrank

Easylan

In Rechenzentren halten vorkonfektionierte Lösungen mit Trunk-Kabeln, die mehrere Verbindungen in einem Kabel zusammenfassen, Einzug. Doch sollte der Planer dann bei der Auswahl der Komponenten darauf achten, dass die Verkabelung installations- und wartungsfreundlich bleibt.

06. März 2014

Easylan hat H.D.S.-Spleißboxen für eine zentrale LWL-Verteilung aller Backbone-Verbindungen auf den Markt gebracht. Die dicken Backbone-Kabel enden im LWL-Verteiler. Von dort bis zu den Bereichsverteilern verlegt der Installateur dann nur noch dünne H.D.S.-Kabel mit je 12 Fasern, die einseitig bereits mit einem H.D.S.-Kompaktmodul ausgestattet sind. So sind LWL-Nachinstallationen und Wartungsarbeiten an zentraler Stelle möglich. Zudem entfallen die Spleißboxen in den Verteilerschränken.

Das schafft Platz und sorgt für einen ungehinderten Luftstrom in Doppelboden und Schrank. Die H.D.S-Spleißboxen bieten auf drei Höheneinheiten im 19-Zoll-Rack vier Eingänge für hochfasrige Glasfaserkabel. Zudem lassen sich die Spleißboxen mit bis zu 48 H.D.S.-Einsätzen bestücken, die jeweils sechs LC-Duplex-Kupplungen mit Faser-Pigtails enthalten.

Der Installateur ordnet dabei immer ein Faserbündel eines LWL-Kabels einem H.D.S-Moduleinsatz zu. Bei Nachinstallationen werden immer jeweils ein Faserbündel mit 12 Fasern einem H.D.S.-Modul zugeordnet. Die Spleißbox enthält blätterbare Spleißkassetten für Faserreserven und ist ausziehbar.

Einige Hersteller bieten für reine Schrank-zu-Schrank-Verbindungen vorkonfektionierte Trunk-Kabel mit Glasfaser-MPO- oder Kupfer-Telco- und MRJ-21-Steckern an. Diese werden an spezielle Mehr-Port-Anschlussmodule angeschlossen und darüber auf die einzelnen Ports aufgeteilt.

Dieser Ansatz reduziert die Installationszeiten drastisch, wenn der Anwender Einbaurahmen verwendet, die werkseitig bereits mit Mehr-Port-Modulen bestückt sind. Dann zieht der Installateur zum Beispiel LWL-Bändchenkabel mit MPO-Abschlüssen ein und schließt nur noch an der Rückseite der Module an. Allerdings sind zusätzliche MPO-Steckverbindungen im Modul erforderlich.

Das beeinflusst nicht nur die Übertragungsqualität, sondern ist aufwendiger und damit teurer als eine direkte Verbindung. Wer sich für diese Technik entscheidet, sollte darauf achten, dass die Module auf jeden Fall die Grenzwerte nach EN 20124 einhalten.

Als Alternative bieten sich Mehr-Port-Module an, bei denen das komplette Leitungsbündel ohne diese zusätzliche Verbindung eingeführt und direkt in den Keystone- oder LC-Duplex-Modulen angeschlossen wird. Das trifft zum Beispiel auf die Standard-H.D.S.-Module von Easylan zu. Der Installateur schraubt bei dieser Variante die 6-Port-Anschlussmodule der Trunk-Kabel beidseitig in unbestückte Einbaurahmen.

Diese Variante minimiert Dämpfungsverluste. Zudem ist sie deutlich preiswerter und platzsparender als eine Variante mit Zusatzanschluss.

Die Kupfer-Module des H.D.S.-Systems basieren darüber hinaus auf einer besonderen Anschlusstechnik, die installations- und wartungsfreundlicher ist als LSA+. Die Pre-Link-Technik arbeitet mit einem aufgecrimpten Kabelabschluss, der in ein Pre-Link-Modul eingerastet wird.

Die H.D.S.-Module lassen sich zerstörungsfrei wieder öffnen und im Bedarfsfall leicht reparieren. Der Service-Techniker nimmt einfach den Block aus dem Modul, legt ihn in das neue ein und schnappt es zu.

Bei dem H.D.S.-6-Port-Modul ist auf die sechs Datenleitungen bereits werkseitig ein Pre-Link-Kabelabschluss gecrimpt.

Diese wurden bei der Montage im Werk in die Keystones des H.D.S.-Mo-duls gelegt und beim Verschrauben der beiden Gehäusehälften sicher positioniert. Dieser einfache Aufbau erlaubt die kompakten 6-Port-Module im Markt.

Das beidseitig so konfektionierte Trunk-Kabel entspricht sechs Permanent Links nach ISO/IEC 11801 oder EN 50173-2 der Klasse EA bis 500 MHz, mit einer maximalen Linklänge von 60 Meter. Die fertig konfektionierten Trunk-Kabel werden mit Messprotokollen ausgeliefert. Ist das Kabel mit den H.D.S.-Modulen dann im Rechenzentrum installiert, kann der Service-Mitarbeiter im Wartungsfall das Modulgehäuse sowie die einzelnen Pre-Link-Module öffnen und bei Bedarf austauschen.

Die Leitungen mit den Pre-Link-Abschlüssen sind davon nicht betroffen und müssen somit auch nicht abgeschnitten und neu konfektioniert werden.

Für eine schnelle und eindeutige Zuordnung der 6-Port-Module hat Easylan eine LED-Signalisierung integriert wie man sie von Patchkabeln kennt. Das erleichtert Umpatchungen und Wartungsmaßnahmen. Das patentierte Sa-Con-Verfahren arbeitet mit LEDs an den Modulen und einer Zweidrahtverbindung im Link, über den die LEDs versorgt werden.

Sie eignet sich für Kupfer- und Glasfaserverbindungen und kann währen des Betriebes problemlos verwendet werden.

Bei einer maximalen Packungsdichte von 56 Ports pro HE oder 18 Ports im Bodentank sind Patchkabel mit herkömmlichem RJ45-Anschluss kaum noch zu handhaben. Deshalb entwickelte Easy-lan für besonders enge Platzverhältnisse Patchkabel mit RJ45-Push-Pull-Anschluss.

Bei dieser RJ45-Steckervariante drückt der Service-Techniker nicht mehr die kleine RJ45-Klinke, um einen Anschluss zu lösen, sondern er zieht an der Tülle und entriegelt so die Verbindung. Die Push-Pull-Verriegelung funktioniert mit jeder Standard-RJ45-Dose und -Buchse und nicht mehr als herkömmliche Patchkabel der Kategorie 6A ISO/IEC 11809.

Erschienen in Ausgabe: 02/2014