Mehr Sicherheit für die Sicherheit

Markt für elektronische Sicherheitstechnik leicht gewachsen

Um 1,7 Prozent ist 2004 das Marktvolumen für elektronische Sicherheitstechnik in Deutschland gewachsen. Dies gab Angelika Staimer, Siemens Building Technologies und Vorsitzende des Arbeitskreises Marketing im ZVEI-Fachverband Sicherheitssysteme, am 15. Juni anlässlich der Fachverbands-Jahrespressekonferenz in Frankfurt am Main bekannt. Nach 2,1 Milliarden Euro in 2003 seien es im Vorjahr 2,135 Milliarden Euro gewesen.

29. August 2005

Positiv entwickelte sich die Videotechnik, so Staimer. Hier stiegen die Umsätze um zwei Prozent auf 301 Millionen Euro. Während der Markt für Brandmeldetechnik 2003 noch um 5,2 Prozent wuchs, nahm das Volumen im vergangenen Jahr nur noch um 1,5 Prozent auf 863 Millionen Euro zu. Das leichte Wachstum resultiere, so Staimer, aus der „weiterhin rasanten“ Entwicklung des Rauchmelder-Absatzes. Insgesamt seien 2004 mehr als vier Millionen Geräte verkauft worden. Damit hätten sich die verkauften Stückzahlen seit 2000 mehr als verachtfacht. Das Segment klassische Brandmeldetechnik habe laut Staimer stagniert. Der Markt für Zutrittsmanagementsysteme habe sich dagegen leicht positiv entwickelt (plus 3,4 Prozent). Erholt präsentieren sich Einbruch- und Überfallmeldetechnik (plus 0,5 Prozent) nach einem Rückgang in 2003.

Biometrie - eine Chance für die Sicherheit

Bernd Seibt, Bosch Telecom Leipzig und Vorsitzender des Fachverbandes Sicherheitstechnik im ZVEI, betonte erneut und vehement die Bedeutung des Einsatzes der Biometrie. „Eine verpasste Sicherheits-Chance“ wäre es, bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland auf biometrische Erkennungsverfahren zu verzichten. Zugleich wäre das auch eine verpasste Chance für das Image Deutschlands als Hochtechnologiestandort. Das Bundesinnenministerium favorisiert derzeit noch eine Lösung ohne diese Verfahren. Es wäre nach Seibt bei der Fußballweltmeisterschaft problemlos möglich, der Polizei zum Beispiel bekannte Hooligans, von denen Bilder in einer Datenbank hinterlegt sind, durch Videoüberwachung kombiniert mit Gesichtsfelderkennung bereits auf dem Weg zum Stadion zu entdecken.

Ein Beispiel für biometrische Erkennungsverfahren ist die Zutrittsüberprüfung zu einem Gebäudeteil mittels Irismuster. Weitere Anwendungsfelder sind „Geld abheben“, „Fingerabdruck statt Passwort am Computer“ und „biometrisch gesicherte Haus- oder Autotüren“.

Rauchmelder bald gesetzlich vorgeschrieben

Diese Technik, so Seibt, gehöre spätestens dann zum Alltag, wenn ab Herbst dieses Jahres Gesichtsmuster und später Fingerabdrücke in die neu ausgestellten Personalausweise aufgenommen werden.

Derzeit gibt es einige Projekte in Deutschland, unter anderem am Frankfurter Flughafen, wo Vielflieger sich durch Irismustererkennung einbuchen können, und im Zoo in Hannover, wo Jahreskarteninhaber Zutritt mittels ihres biometrischen Merkmals erhalten. Inzwischen sind im Kampf gegen fehlerhafte Rauchmelder zweimal im Jahr stichprobenartige Überprüfungen durch die VdS Schadenverhütung, Köln, durchgeführt worden. Anlass dafür war das Auftauchen von rund einer Million funktionsuntüchtiger billiger Rauchmelder-Plagiate.

Christian Rudolph (Hekatron), Vorsitzer der Arbeitsgemeinschaft Rauchmelder im ZVEI, sagte, dass sich die Stückzahl der verkauften Geräte seit dem Jahr 2000 auf gut vier Millionen Exemplare mehr als verachtfacht habe. Er rechnet auch in den kommenden Jahren nicht damit, dass die Nachfrage abflacht. Anlass dafür sei die Installationspflicht von Rauchmeldern bereits in mehreren Bundesländern mit zum Teil langen Übergangsregelungen.

Das Gütezeichen „European Quality Mark („EQM“), soll die Qualität der in Europa hergestellten sicherheitstechnischen Produkte dokumentieren. Das forderte auf der Jahrespressekonferenz die Vereinigung europäischer Hersteller und Errichter von Sicherheitsanlagen (Euralarm/Association of European manufacturers and installers of fire and security systems) Brüssel, durch Dr. Helmut Rieche, Sprecher des Fachverbandes Sicherheitssysteme im ZVEI. Das Gütezeichen solle - wie früher „made in Germany“ bezogen auf Waren aus Deutschland - die hohen Qualitätsstandards europäischer Produkte demonstrieren.

Initiative gegen Langfinger

Rieche gab außerdem eine positive Zwischenbilanz der Initiative für aktiven Einbruchschutz „Nicht bei mir!“. Träger dieser Aufklärungsaktion, die seit einem Jahr läuft, sind neben dem ZVEI und der Polizei unter anderem der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Berlin, der Bundesverband der Hersteller- und Errichterfirmen von Sicherheitssystemen (BHE), Brücken, der Bundesverband deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen (BDWS), Bad Homburg, sowie der Fachverband Schloss- und Beschlagindustrie (S& ), Velbert.

Eine neue Broschüre über Zulassungsanträge für RWA-Anlagen für Bauherren, Architekten und Planer hat der ZVEI erstellt, die unter anderem darüber informiert, wie ein Zulassungsantrag korrekt ausgefüllt wird. Kurt Seifert, BTR-Hamburg und Vorsitzender der AG Öffentlichkeitsarbeit des Fachkreises Rauch- und Abzugsanlagen (RWA), kündigte unter anderem an, dass die Hersteller von Fassadensystemen, Fenstern und RWA-Geräten in Kürze dem Markt geprüfte Standard-Systemlösungen nach EN 12101-2 zur Verfügung stellen.

FAZIT

Im Fachverband Sicherheitssysteme haben sich die 60 führenden Hersteller elektronischer Sicherheitssysteme in Deutschland zusammengeschlossen. Das Marktvolumen für elektronische Sicherheitstechnik betrug 2003 etwa 2 Milliarden Euro. Davon entfallen auf die ZVEI-Mitglieder etwa 90 Prozent des Umsatzes. Auf der diesjährigen Jahrespressekonferenz wurde unter anderem über den Kampf gegen fehlerhafte Rauchmelder und die steigende Bedeutung der Biometrie in der Sicherheitstechnik gesprochen.

Erschienen in Ausgabe: 05/2005