Melder mit Dali-Adresse

Osram

Digitale Lichtsteuerung bietet deutlich mehr Funktionen als Analogtechnik und ist auch einfacher zu handhaben. Auf der Light+Building zeigt Osram unter anderem zwei neue Produkte für Dali: Einen Sensor für Bewegung und Licht sowie einen Adapter, um Schaltsensoren in Dali einzubinden.

06. März 2014

Die integrierte Sensorik eröffnet erhebliche Energiesparpotenziale. In wenig frequentieren Bereichen dimmt das System mit Anwesenheitserfassung das Licht herunter und fährt es bei Bedarf wieder hoch.

In Bereichen mit Tageslichteinfall fügt das Beleuchtungssystem nur so viel Licht hinzu wie nötig. Dies regelt das System automatisch über Helligkeitssensoren.

Dali-Professional besteht aus einem Mehrraum-Steuergerät für insgesamt vier Dali-Linien, Sensorkoppler zur Integration von Lichtsensor, Präsenzmelder und Tasterkoppler zur Verwendung der marktüblichen Schalterprogramme. Die Versorgung der Koppler und Sensoren erfolgt aus der Dali-Leitung. Das Steuergerät ermöglicht den Anschluss von bis zu 256 elektronischen Vorschaltgeräten und 50 Kopplern und ist durch vorbelegte Grundfunktionen sofort betriebsbereit.

Auf das System abgestimmte Sensoren, Controller und Adapter erlauben selbst komplexeste Beleuchtungsszenarien. Zentrales Element zur Steuerung und Konfiguration ist die kostenlose Dali-Professional-PC-Software. Damit kann die Lichtanlage über eine USB-Verbindung programmiert und auf veränderte Bedürfnisse angepasst werden.

Auf der Nutzeroberfläche können Gruppen, Szenen und die zugehörigen Parameter konfiguriert werden. Die Geräte und Funktionen in der Software lassen sich dank eines frei wählbaren Namens von jedem Anwender leicht erkennen und führen.

Die Gruppenbildung samt Zuordnung zu den jeweiligen Bedienelementen erfolgt per drag and drop in die Funktionsdarstellung. Innerhalb eines Raumes lassen sich mit Szenen verschiedenste Lichtsituationen am Bildschirm festgelegen und im Controller abspeichern.

Diese können dann bei Bedarf mit Taster, Bewegungsmelder oder Zeitfunktion aufgerufen werden. Zur Vorab-Demonstration und Testzwecken lassen sich die Lichtstimmungen am Bildschirm inklusive der Gruppenzuordnungen vor selbstgewähltem Hintergrund auf dem PC-Bildschirm darstellen.

Optional kann sogar die gewählte Szene live per Direktansicht in der Anlage aufgerufen werden. Das System eignet sich für den Einsatz in Büros sowie Industrie- und Lagerhallen oder in Fluren und Treppenhäusern; also immer dann, wenn mehrere gleichartig gestaltete Räume beleuchtet werden.

Denn mit Hilfe von Raumkopien innerhalb der Konfiguration genügt es, bei gleichgestalteten Räumen die funktionalen Strukturen einmalig festzulegen und sie jeweils auf den nächsten Raum zu duplizieren.

Zusätzliche Logikfunktionen angewendet auf Schaltereingänge ermöglichen Wechsel-, Parallel- und Serienschaltung. Da unterschiedliche Applikationen spezielle Anforderungen an die Abläufe im Zusammenhang mit Bewegungssensorik erfordern, bietet Dali-Professional zudem die Wahl zwischen Büro- und Industrieanwendung.

Während im Büroalltag ein Bewegungssignal normalerweise keine Änderung der bereits vorhandenen Beleuchtung nach sich ziehen soll, wird in Lagerkorridoren erwartet, dass bei Bewegungserfassung sofort ein im System fest eingestellter Lichtwert erscheint.

Die Sequenzsteuerung erlaubt programmierte Abläufe bis hin zum anwesenheitsabhängigen Lüfterbetrieb über vier eingebaute Wechselrelais. Weitere geschaltete Ausgänge lassen sich mit Dali-Switch-SO realisieren.

Der Sensorkoppler für Leuchteneinbau bietet die direkte Einbindung der bewährten Osram-Multi-Sensoren in die Dali-Kommunikation. Mittels optionaler Abdeckung und Zugentlastung der Anschlüsse ist dieses Gerät auch geeignet für unabhängige Installation zum Beispiel in Zwischendecken.

Der Dali-Tasterkoppler ermöglicht das Schalten, Dimmen und Einstellen von Szenen über jeweils vier herkömmliche Taster. Damit ist auch die Möglichkeit gegeben, über potenzialfreie Kontakte Schaltsignale aus beliebigen externen Systemen zu verarbeiten.

Der Sensor LS/PD LI in kleinster Gehäusebauform wird direkt an die Dali-Leitung angeschlossen. Damit ist die Licht- und Präsenzinformation unmittelbar für den Controller verfügbar. Dieses Gehäuse eignet sich besonders für Leuchteneinbau auf knappstem Raum. Bis zu zehn Lichtsensoren dürfen in einer Regelung eingebunden werden.

Mit dem Highbay-Adapter können die Schaltsensoren Highbay und Vision als Dali-Sensoren verwendet werden. Der Adapter enthält einen zusätzlichen Lichtsensor mit einstellbarer Empfindlichkeit für Anwendungen bis zu dreizehn Meter Installationshöhe.

Damit eignet sich die Anordnung ideal für Industrieanwendungen und ermöglicht wesentliche Einsparungen mit tageslichtabhängiger Regelung und Anwesenheitssteuerung.

Dank der eingebauten Echtzeituhr im Dali-Controller Pro Cont-4 RTC können Ereignisse zu jeder Tageszeit nach Wochenplan gestartet werden. So kann etwa das Lichtniveau in einem Pausenraum zu festgelegten Zeiten vollautomatisch angehoben und nach der Pause wieder abgesenkt werden.

Die interne Uhr ist mit einem Batteriepuffer gegen Netzausfall gesichert. Um die Installation der Lichtanlage optimal zu unterstützen, enthält die Inbetriebnahme-Software viele nützliche Werkzeuge zur Fehlersuche. So können zum Beispiel Fehlverdrahtungen schnell lokalisiert werden und Gerätezuordnungen aufgezeigt werden.

Eingabegeräte wie Taster und Sensoren lassen sich damit in der Anlagenfunktion überprüfen. Mit automatischen Adressiervorgängen während der Inbetriebnahme werden selbst schwierige Installationen mit bereits vorhandener Mehrfachadressierung aufgelöst und korrekt konfiguriert.

Nach der Inbetriebnahme ermöglicht ein ausführlicher Anlagenreport im HTML-Format alle Geräte und Funktionen übersichtlich darzustellen und als Abschlussdokumentation zur späteren Verwendung abzulegen. Dali steht für Digital Addressable Lighting Interface und ist die standardisierte Digitalschnittstelle für alle Komponenten innerhalb eines Lichtsystems.

Lichtsteuerung, Sensoren, Bediengeräte, elektronische Betriebsgeräte und Lampen arbeiten mit dem professionellen Schnittstellenstandard optimal zusammen.

Sie kommunizieren ungehindert miteinander und reagieren aufeinander. Die digitale Lichtsteuerung bietet gegenüber der analogen Technik ein Vielfaches an Funktionalitäten und ist einfacher zu handhaben.

Die Dali-Lichtgruppen sind nicht verdrahtungsgebunden und die Gruppierung der einzelnen Leuchten erfolgt durch einfache Zuordnung über das Steuergerät. Daher lassen sich einzelne Leuchten direkt ansprechen und Leuchtmittel lassen sich sogar mehrfach zuordnen. Jederzeit können die Gruppen flexibel wieder geändert werden.

Dali bietet sogar detaillierte Analysemöglichkeiten für Lampe und elektronische Vorschaltgeräte. Der Lampenstatus kann vom Dali-Betriebsgerät für eine Lampenausfallerkennung an das Steuergerät gemeldet und von diesem angezeigt werden.

Das Dali-Signal darf, anders als bei anderen Bus-Systemen, gemeinsam mit der Spannungsversorgung in einer fünfadrigen Mantelleitung mitgeführt werden. Dali spart daher erhebliche Mengen an Verkabelung und Installationsaufwand ein.

Erschienen in Ausgabe: 02/2014