Nach Öl und Gas auf dem richtigen Weg

HKL

Stiebel ELtron. Ein Gebäude, das teils knapp 120 und teils rund 60 Jahre alt ist, bekommt eine neue Heizung mit Heizkörpern als Verteilsystem. Zwei Wohnungen mit insgesamt sieben Bewohnern und Büroräume müssen versorgt werden. Der Besitzer, Experte für das Metier, entschied sich für eine Wärmepumpe als neuen Wärmeerzeuger.

13. November 2018
© Stiebel Eltron
Bild 1: Nach Öl und Gas auf dem richtigen Weg (© Stiebel Eltron)

„Ich bin einfach überzeugt davon, dass die Wärmepumpe das effizienteste Heizsystem ist – ohne Wenn und Aber. Deswegen war klar, dass ich über kurz oder lang auch auf Wärmepumpentechnik in meinen eigenen vier Wänden setzen würde. Schließlich kann ich schlecht meinen Kunden eine Technik empfehlen, die ich selbst nicht einsetze“, erklärt Meinolf Drees, Hausbesitzer und Inhaber der Firma Drees Sanitär- und Heizungsbau im sauerländischen Möhnesee seine Entscheidung.

Gewissensfrage

Wer ihn als Fachmann für eine Heizungssanierung anspricht, dem wird in der Regel eine Wärmepumpenanlage empfohlen: „Guten Gewissens kann man doch heute niemandem mehr raten, sich für die nächsten 15 oder mehr Jahre auf fossile Brennstoffe festzulegen“, so der Experte. 

Jetzt hat er seine Philosophie, mit der er schon seit Jahren in seinem Unternehmen erfolgreich ist, auch im eigenen Zuhause umgesetzt: Nach der Ölheizung vor 20 Jahren flog jetzt auch der vorhandene Gaskessel raus. Seit Herbst 2017 ist eine Erdreich-Wärmepumpe für die Heizung und Warmwasserbereitung zuständig. Unterstützt wird sie von einer 18 Jahre alten Solarthermieanlage. Auf diese Weise kann nun auch der selbst produzierte Solarstrom von der PV-Anlage auf dem Dach effizienter genutzt werden. 

Ganz einfach war die Ermittlung des Wärmebedarfs und damit die Auslegung der Wärmepumpe nicht: Ein Teil des insgesamt rund 500 Quadratmeter großen Gebäudes ist von 1900, ein weiterer Teil aus den 60er-Jahren. Sieben Personen wohnen in dem Haus, zusätzlich beherbergt es die Büroräume des SHK-Unternehmens sowie einen Teil des Lagers. Alle Räume werden ausschließlich über Heizkörper mit Wärme versorgt. 

Ab in die Tiefe

„Bei 440 Quadratmetern beheizter Fläche und einer maximalen Vorlauftemperatur von 50 Grad beträgt der Wärmebedarf rund dreizehn Kilowatt“, weiß Meinolf Drees. In Abstimmung mit Stiebel-Eltron-Planerberater Marcus Schüttler fiel die Wahl auf eine WPF 16 des deutschen Technologieführers, mit dem Meinolf Drees seit Jahren zusammenarbeitet.

Als Wärmequelle dient das Erdreich: Im Garten wurden drei jeweils 99 Meter tiefe Bohrungen realisiert. „Dafür wurde das Bohrgerät von einem Autokran in den Garten gehoben, denn eine Zufahrt war leider nicht gegeben – obwohl das Bohrgerät nur gerade mal 1,20 Meter breit ist“, berichtet Marcus Schüttler. 

Die Wärmepumpe selbst steht im Heizungskeller, genauso wie zwei 600-Liter-Speicher – bewusst wurde diese Kombination gewählt: „Dieses Wasservolumen von insgesamt 1.200 Litern dient als Speicher für die unterschiedlichsten Energieeinträge“, so Schüttler. „Für die Solarthermieanlage genauso wie für überschüssigen PV-Strom, der von der Wärmepumpe genutzt werden kann, um die Speicher zu füllen.“ Das Warmwasser wird äußerst hygienisch im Durchflussprinzip in den beiden parallel geschalteten Speichern erzeugt.

Die Erfahrungen aus dem ersten Winter seien durchweg positiv, berichtet Hausherr und SHK-Profi Meinolf Drees: „Die maximale Vorlauftemperatur betrug gerade einmal 43 Grad Celsius – und das, obwohl wir zeitweise sehr tiefe Außentemperaturen bis weit hinein in den zweistelligen Minusbereich hatten. So kamen wir auf eine wirklich gute Arbeitszahl der Wärmepumpe von rund 4,5 im Winter!“

Erneuerbare Energien aus Überzeugung

Auch die Geothermie-Quelle hat sehr erfreuliche Werte abgeliefert und mit einer tiefsten gemessenen Soletemperatur von 6,9°C überzeugt. Hier wird deutlich, wie wichtig es ist, das sämtliche Anlagenkomponenten möglichst gut aufeinander abgestimmt sind.

Noch vor 20 Jahren wurde das Haus von einer Ölheizung beheizt, mit 90 Grad Vorlauf- und 70 Grad Rücklauftemperatur. Vor rund 15 Jahren folgte im Zuge einer Dachsanierung der Umstieg auf Gas, jetzt der erneute Wechsel hin zu erneuerbaren Energien. „Mit der Wärmepumpe bin ich auf jeden Fall absolut zukunftssicher aufgestellt“, so der Experte.

Erschienen in Ausgabe: 07/2018

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