Neue Oberklasse

Easy 800 schaltet, steuert und kommuniziert in jedem Gebäude

Kleine Steuer- und Logikrelais werden immer leistungsfähiger und vielseitiger. Sie kommen heute schon in vielen Anwendungen zum Einsatz, die früher kleinen SPSen vorbehalten waren. Mit ihren kompakten Abmessungen bieten sie eine wirtschaftliche Alternative zur klassischen Automatisierungslösung.

02. Januar 2003

Easy 800 heißt die Installationslösung aus dem Hause Moeller. Sie besitzt zwölf Eingänge, sechs Relais- oder acht Transistorausgänge. Arithmetische Rechenaufgaben oder Vergleiche mit Werten im 32-Bit-Format sind für das Gerät kein Problem. Bis zu vier Analogwerte mit einer Auflösung von 10 Bit können von allen Geräten mit DC-Versorgung erfaßt werden. Schnelle Impulse oder Signale aus Inkrementalgebern mit 90 Grad versetzten Spuren werden über spezielle Eingänge sicher ausgewertet. Das eingebaute Display ist zusätzlich zur Text- oder Meldeausgabe verwendbar. Damit ist das Gerät besonders leistungsfähig.

Im rechten Licht

Schaufensterbeleuchtungen lassen sich mit dem Gerät problemlos realisieren. In Abhängigkeit von Tageslicht und Uhrzeit schaltet die Beleuchtung automatisch die Außenwerbung ein und setzt die ausgestellten Waren ins richtige Licht. Im Alarmfall kann es die Beleuchtung ebenfalls einschalten. Ein zufallsgesteuertes Einschalten oder eine Reaktion auf Bewegung vor dem Geschäft sorgt für Aufmerksamkeit und schreckt Einbrecher ab. Weiterer Vorteil: Handelsübliche UP-Schalter können angeschlossen werden. Das senkt die Installationskosten und sorgt für eine ganz normale Bedienung durch das Personal.

Bis zu 12 unabhängige Beleuchtungsgruppen lassen sich steuern. Zentralbefehle schalten das Licht zu gewünschten Zeiten ein- und aus. Eine Vor-Ort-Bedienung über konventionelle Taster ist trotzdem jederzeit möglich. Ein zentraler Ausschaltbefehl per Schaltuhr sorgt gerade in öffentlichen Gebäuden für Energieeinsparung, denn wie oft bleibt in Schulen, Firmen oder Behörden unnötig das Licht an, obwohl sich schon lange niemand mehr im Gebäude befindet. Damit es nicht schlagartig stockfinster wird, lassen sich auch komfortable Beleuchtungsvarianten projektieren. Dazu gehört ein „Dunkelphasen-Vorwarnimpuls“. Wenn dann doch noch jemand im Haus sein sollte, kann er vor Ort für Beleuchtung sorgen. Auch Putzlicht oder Halblicht-Treppenlichtfunktion lassen sich projektieren.

Es grünt und blüht

Ein klassischer Einsatzbereich für das Gerät sind Gewächshäuser und Gärtnereien. Hier sorgt das Steuerrelais für perfektes Raumklima, denn zu viel Hitze oder zu wenig Licht nehmen Pflanzen schnell krumm. Das ist schon auf der Fensterbank zu Hause ärgerlich - besonders tragisch aber, wenn man damit sein Geld verdient. Indem das Gerät in Abhängigkeit von Tageslicht und Außentemperatur die Beleuchtung und Lüftung regelt, stellt es sicher, daß die Pflanzenpracht auch gut gedeiht. So lassen sich Dachfenster automatisch öffnen und schließen, Heizung und Gebläse einschalten oder die Bewässerung und die Beleuchtung sensorgesteuert zuschalten, wenn das nötig ist. Bis zu vier analoge Werte kann das Steuerrelais verarbeiten, so daß die Raumtemperatur, die Feuchtigkeit von Luft und Boden und die Helligkeit problemlos überwacht werden können. Über Analogausgänge können die Werte auch an Anzeigeeinheiten ausgegeben und damit weitere Aktionen ausgelöst werden. Ein Alarm im Frostfall, wenn die Heizung nicht funktioniert oder nicht ausreicht oder weil durch Hagel Glas gebrochen ist, kann hier schnell einige tausend Euro retten.

Einsatzfelder in der Industrie

Weil die Easy-Varianten Betriebstemperaturen von -25°C bis +55°C tolerieren, eignen sie sich besonders für den Einsatz vor Ort in Freilandanlagen oder auf Fahrzeugen. Durch einen Verzicht auf Tastatur und Display lassen sich die Kosten weiter reduzieren. Über eine LED kann der Betriebszustand von Kühlaggregaten kontrolliert werden. Analogwerte wie Temperatur oder Druck können so jederzeit überwacht und bei Bedarf gesteuert werden. Ist am Einsatzort keine Hutschiene vorhanden, kann das Relais auch auf Gerätefüßen montiert werden.

Auch für die Maschinensteuerung eignet sich das Gerät und kann so manche SPS ersetzen. Ein steckbarer Speicherbaustein ermöglicht das Duplizieren des Schaltplanes ohne PC. Nachträglich notwendige Änderungen können so auch extern vorgenommen werden.

Das einstellbare Anlaufverhalten („run“ oder „stop“) beim Einschalten der Spannung erleichtert die Inbetriebnahme. Eine Kurzschlußerkennung sorgt für selektives Abschalten bei Kurzschluß oder Überlast. Auch die Steuerung von Behältern kann das Gerät übernehmen. Immerhin können durch die eingebaute NET-Schnittstelle bis zu tausend Meter überbrückt werden, so daß auch weitläufige Hallen mit den Steuerrelais versorgt werden können. Bis zu 32 Betriebs- und Meldetexte mit mehreren Variablen können auf dem beleuchteten Display angezeigt werden. So lassen sich beispielsweise Soll- und Istwerte von Füllständen oder Laufzeiten vergleichen - auch von zentraler Stelle aus. Verschiedene Misch- und Laufzeiten können außerdem direkt am Gerät eingeben werden. Man bleibt flexibel und muß nicht schon bei kleinen Änderungen die Anlage umprogrammieren lassen.

Fazit:

Easy 800 hat den Leistungsumfang einer SPS oder einer Gebäudeautomation - ist aber ganz einfach zu programmieren. Viele Problemstellungen, denen das Elektrohandwerk täglich begegnet, lassen sich damit einfach und wirtschaftlich bewältigen. Und neben den Funktionen im Gebäude, kann das Gerät auch zahlreiche Aufgaben in der Industrie übernehmen. Für viele, die bislang den Einstieg in SPS-Steuerungen oder Gebäudeautomation gescheut haben, weil in Software und Schulungen investiert werden mußte, kann das Gerät der erste Schritt in die Automatisierung sein.

Erschienen in Ausgabe: 11/2002