Citel

Null-Energie-Hochhaus gut abgesichert

Es ist schon erstaunlich, was die Familie Räffle in den acht Jahren Bauzeit geleistet hat, denn auch für die erfahrenen Bauherren Jürgen Räffle und seine Söhne Norman und Thorsten war dieses Projekt eine sehr große Herausforderung.

11. März 2019
Null-Energie-Hochhaus gut abgesichert
Aus dem alten Wasserturm in Radolfzell entstand ein Null-Energie-Hochhaus, das heute ein Hotel beherbergt. (© Kuhnle & Knödler Fotodesign)

Es ist schon erstaunlich, was die Familie Räffle in den acht Jahren Bauzeit geleistet hat, denn auch für die erfahrenen Bauherren, Jürgen Räffle, und seine Söhne Norman und Thorsten war dieses Projekt eine riesige Herausforderung.

Angefangen hatte alles, als Norman Räffle am zweiten Weihnachtsfeiertag 1998 auf den alten Wasserturm in Radolfzell am Bodensee aufmerksam wurde. Noch am selben Abend schauten sich Vater und Sohn den Zustand des Gebäudes an. Das Konzept für den Aqua-Turm veränderte sich von einem reinen Aussichts-Café über ein Restaurant, ein Büro- und Wohngebäude bis hin zum Designhotel mit Blick über den Bodensee, eine der schönsten Gegenden Deutschlands. Während der Planungszeit wurde dann auch beschlossen, den Turm zu dem weltweit ersten Null-Energie-Hochhaus zu konzipieren. Ein 100-seitiger Förderantrag wurde beim Bundesministerium für Umwelt, der KfW und dem Umweltbundesamt gestellt und im Oktober 2008 bewilligt.

In acht Jahren Bauzeit wurde mit sehr viel Eigenleistung in unterschiedlichen Gewerken wie Tiefbau, Abbruch, Rohbau und Fassaden der Baufortschritt zügig vorangetrieben. In vielen Bereichen des Hotels versteckt sich modernste Technik mit zahlreichen Sonderanfertigungen. Das Hotel hat 15 Doppelzimmer, eine Suite und vier Einzelzimmer. Die Zeller-SPA-Suite erstreckt sich über die gesamte zwölfte Etage und bietet eine atemberaubend schöne Aussicht über den Bodensee bis hin zu den Alpen. Natürlich bestechen die weiteren Zimmer durch exklusive Einrichtung, modernste Technik und höchsten Komfort. Die Turmhöhe wurde von ursprünglich 31 Meter auf 50,5 Meter aufgestockt und hat insgesamt 14 Geschosse. Die Photovoltaik-Panels in der Fassade haben eine maximale Leistung von 69 kW.

Auf dem Dach runden Windturbinen und im Untergrund eine Hydrothermieanlage die aufwendige Gesamtinstallation ab. Der Frühstücksraum befindet sich in 33 Metern Höhe und kann für kleine Veranstaltungen und standesamtliche Trauungen gemietet werden.

Die Elektrotechnik

Bei den Elektroarbeiten war die Firma ELBAG aus Stockach mit im Boot bzw. im Turm. Der Geschäftsführer, Frank Gora, betreute das Projekt selbst und überwachte den Bau der Verteilerschränke, die das Herzstück der elektrischen Energieverteilung bilden. Sie enthalten auch alle sicherheitsrelevanten Komponenten für das erste weltweit erstellte Null-Energie-Hochhaus. Die Firma Citel aus Bochum lieferte die Produkte zum Schutz vor Blitz und Überspannungen.

Als zentraler Schutz wurde von der Firma ELBAG in der Einspeisung ein Blitzstrom-Kombiableiter (Typ 1+2+3) DS134VGS-230 ausgewählt und eingesetzt. In den Unterverteilungen wurden dazu koordinierte Überspannungsschutzgeräte vom „Typ 2“ DS44–230 verbaut.

Alle drei Schutzklassen in einem Gerät vereint

Die DS130VG-Serie mit 12,5 kA Ableitvermögen pro Pol ist eine platzsparende und wirtschaftliche Lösung für Gebäude der Blitzschutzklassen III + IV und erfüllt die Mindestanforderungen für Typ-1-Blitzstromableiter nach VDE 0100–534. Durch die integrierte VG-Technolgy des Herstellers vereint der DS130VGS als Kombiableiter Typ 1+2+3 alle drei Schutzklassen in einem Gerät und bietet damit einen sehr guten Schutz gegen Überspannungen für die nachgelagerte Anlage.

Der DS130VG erfüllt zudem die VDN-Richtlinie und kann somit im Vorzählerbereich in die Einspeisung eingesetzt werden. Damit ist die DS130VG-Reihe bestens geeignet zum Einbau bei privaten und gewerblichen Gebäuden.

Die Überspannungsschutzgeräte der DS40x-Serie sind aufgrund ihrer Stoßstromableitfähigkeit als Typ-2-Ableiter klassifiziert und werden hauptsächlich in Unterverteilungen elektrischer Systeme eingesetzt. Die Schutzschaltung der DS40x-Serie besteht aus einer Kombination von Hochleistungsvaristoren mit einer thermischen Trennvorrichtung, Fehleranzeige und optional mit Fernsignalisierung. Die DS40x-Serie ist für elektrische Systeme mit den unterschiedlichsten Betriebsspannungen und Netzformen verfügbar und für Hutschienenmontage geeignet. Das steckbare Schutzmodul erlaubt den schnellen und unkomplizierten Austausch im Fehlerfall.

Alles in allem eine sowohl architektonisch als auch technisch reife Meisterleistung von Jürgen Räffle. Geschäftsführerin des Hotels ist seine Lebensgefährtin, Frau Ursula Sohst, die ihre Gäste ganz herzlich in diesem außergewöhnlichen Ambiente willkommen heißt.

Erschienen in Ausgabe: 02/2019

Schlagworte