Ortstermin an der frischen Luft

Erfahrungen im Niedrigenergiehaus

Die gesetzlichen Bestimmungen für die Errichtung von Neubauten, speziell die Wärmeschutzverordnung 95, haben für Industrie und Handwerk neue Möglichkeiten und Geschäftsfelder eröffnet. Neben den verbesserten Baustoffen, dichteren Fenstern und Türen sowie besseren Dämmstoffen ist heute vor allem innovative Haustechnik gefragt, um in den immer perfekter abgedichteten Gebäuden für ein angenehmes Wohnklima zu sorgen. Nun hat sich ein weiterer der großen Player auf dem Haustechnik-Markt dieses Themas angenommen - die AEG Haustechnik.

09. Januar 2002

Für die Produktmanager und das Marketing bei AEG Haustechnik stellte sich die Frage, wie man eine doch relativ komplexe Technologie am besten in den Markt einführt. Und weil die einfachste Lösung oft die beste ist, entschied man sich unter anderem für eine Pilotinstallation in einem Einfamilienhaus der 3-Liter-Klasse in Schwabach bei Nürnberg. Dort wurden nicht nur alle Installationsschritte kritisch begleitet, überwacht und dokumentiert, die installierte Anlage diente auch als Anschauungsobjekt während der Vertriebsfreigabe und zur Demonstration der neuen Produkte bei interessierten Planern und Fachhändlern. Zwar waren die Besichtigungsmöglichkeiten durch den nahenden Einzugstermin etwas limitiert, dennoch hatten alle Besucher die Möglichkeit, sich von den Möglichkeiten der Technik zu überzeugen.

Intelligent geschnürte Paketlösungen

Besonders die zusammengestellten Installationspakete fanden bei den Besuchern reges Interesse. „Mit unseren Installationspaketen für das Luftverteilsystem bieten wir unseren Installateuren und Planern einen riesigen Vorteil: Das Material ist so bemessen, daß es für fast alle Installations-Fälle ausreicht. Damit werden Planung und Bestellung ganz einfach, weil die Stückliste nicht einzeln zusammengestellt werden muß“, betont Manfred Gerngroß, Mitarbeiter im Produktmanagement Zentrale Wohnungslüftungssysteme bei AEG.

„Hinzu kommt, daß wir als einziger Anbieter die zu lüftenden Räume jeweils über individuelle, flexible und gedämmte Leitungen anschließen. Komplizierte Kanalnetzberechnungen, Formstücke für Kurven oder T-Stücke für Abzweigungen brauchen wir nicht, die Luftleitungen werden einfach nach dem von AEG ausgearbeiteten Verlegeplan zusammengesteckt.“

Durch den separaten Anschluß jedes Raums entfällt der sonst bei anderen Systemen übliche Telefonie-Effekt (Schallübertragung) über die Lüftungsrohre.

Heizung, Lüftung, Warmes Wasser

Familie Eberle war die Entscheidung für das Kompaktsystem mit Wärmepumpe und elektrischer Nacherwärmung der Zuluft für die wenigen Spitzenlasttage nach eingehenden Beratungen mit ihrem Installateur sehr leicht gefallen. Schließlich ließ sich leicht nachweisen, daß eine herkömmliche Heizung im Haus der Eberles völlig überdimensioniert gewesen wäre.

Deshalb setzt Familie Eberle neben dem zentralen Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung an kritischen Stellen zusätzlich elektrische Direktheizgeräte wie den Thermoboden oder Konvektoren ein, zum Beispiel im Bad. Diese sorgen für die rasche Aufheizung des Raumes bei Bedarf, die Grundlast trägt das Lüftungssystem. „Unter Berücksichtigung der etwa gleich hohen Investitionskosten haben wir uns für das Lüftungssystem entschieden, weil die zu erwartenden Energieeinsparungen natürlich langfristig immer stärker zu Buche schlagen. Ausschlaggebend war aber auch der zusätzliche Komfort, in allen Räumen frische Luft und ein tolles Wohnklima zu haben“, sagt der Bauherr.

Das Kompaktsystem versorgt das Haus komplett mit frischer vorgewärmter Luft und stellt über die Energierückgewinnung mit der Wärmepumpe gleichzeitig auch das warme Wasser. Dabei wartet es mit vielen kleinen technischen Besonderheiten auf, die für die Bewohner Vorteile bieten. So ist die Wärmepumpe zum Beispiel im Abluftstrom vor dem Kreuzstromwärmetauscher angeordnet, weshalb sie niemals vereisen kann. Das verbessert nicht nur die Energieausbeute, es macht auch zusätzliche Enteisungsmaßnahmen überflüssig. Und über die elektrischen PTC-Nachheizregister im Luftverteilsystem läßt sich die Raumtemperatur über Thermostate individuell für jeden Raum regeln.

Zügige Installation ohne Probleme

Für die gesamte Installation wurden lediglich 8 Manntage benötigt, die Montage des Luftverteilsystems ist so einfach, daß sie der technisch versierte Bauherr auf Wunsch auch in Eigenleistung vornehmen kann. Der elektrische Anschluß jedoch muß durch einen Fachmann erfolgen. Das macht das System auch für solche Gewerke interessant, die sich bisher nicht mit dem Thema Heizung/Lüftung befaßt haben. Denn den der Hersteller bietet mit jedem System auch die Inbetriebnahme durch den Werkskundendienst an, wobei das System exakt auf die Gegebenheiten des Gebäudes eingestellt wird.

Erschienen in Ausgabe: 08/2001