Perfektes Zusammenspiel

Technik

Hekatron. - In der Technikebene der Uniklinik Köln durchqueren bahngebundene Förderanlagen mit Feuerschutzabschlüssen gesicherte Brandabschnitte. Eine intelligente Steuerungstechnik sorgt dafür, dass sie im Brandfall zuverlässig schließen und nichts den Schließbereich blockiert.

04. November 2014

Auf dem 280.000 Quadratmeter umfassenden Campus der Uniklinik stellt das Bettenhaus mit seinen 18 Obergeschossen einen alles überragenden Orientierungspunkt dar. Und es bietet einen von mehreren Zugängen in eine futuristisch anmutende, unterirdische Welt: die Technikebene 03. Hier fahren – wie von Geisterhand bewegt – Roboterwagen durch ein 1,3 Kilometer langes Netz von Gängen, das einen Großteil der der Patientenversorgung dienenden Gebäude miteinander verbindet. Die über ein Computersystem gesteuerten Roboter der Firma DS Automotion besorgen den zentralen Transport fast aller Versorgungsgüter des Klinikums. Ob Medikamente, Essen, Wäsche, Sterilgut oder andere Versorgungsgüter – die Roboter transportieren alles an den jeweiligen Bestimmungsort. Dabei durchqueren sie auch mehrere Brandabschnitte. 2013 wurde auf Anregung der Werksfeuerwehr und in Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr Köln ein Projekt initiiert, um die allgemeine Sicherheit im AWT-Bereich (Bereich des automatischen Warentransports) zu erhöhen.

Zentraler Bestandteil war dabei die Sicherung der Brandabschnitte durch Feuerschutzabschlüsse mit Feststellanlagen im Rahmen der bahngebundenen Förderanlage. Als Generalplaner des Projekts fungierte die Medfacilities GmbH, die als Unternehmen der Uniklinik Köln Entwicklung, Planung und Baumanagement für Immobilien insbesondere im Gesundheitsbereich übernimmt.

Gemeinsam mit den Architekten, Fachplanern und den praxisorientierten Profis aus den Firmen entwickelten wir zunächst ein Konzept“, schildert Medfacilities-Geschäftsführer Prof. Dr. Peter-Josef Heinen die Anfänge des Projekts. „Dieses Konzept wurde im Planungsprozess und nochmals vor der Ausführung mit den Sachverständigen von TÜV und VdS abgestimmt und entsprechend angepasst.“ Hekatron-Gebietsverkaufsleiter Horst Schumacher beriet hinsichtlich der Anforderungen des VdS und der technischen Ausführung.

Stahl- und Metallbau Arnold Menz aus Köln übernahm den Einbau der insgesamt neun Brandschutztüren T30 sowie des Brandschutz-Schiebetors T30. Jede Brandschutztür ist mit einer Feststellanlage von Hekatron ausgestattet. Sie besteht aus zwei Deckenrauchschaltern ORS 142, einem Sturzrauchschalter ORS 142, zwei Türhaftmagneten, einem Handauslösetaster HAT 02 sowie einem Steuergerät SVG 522 mit Türsteuerkarte TSK 03.

„Zwei Notstromakkus sorgen dafür, dass die Feststellanlagen auch bei Stromausfall zuverlässig funktionieren“, erläutert Christian Lang, Technischer Geschäftsführer bei Menz.

Wenn die Rauchschalter im Brandfall Rauch detektieren, schließen die Feuerschutztüren automatisch und sorgen dafür, dass Feuer und Rauch sich nicht weiter ausbreiten. Bevor dies geschieht, muss allerdings sichergestellt sein, dass sich kein Roboter im Schließbereich befindet. „Sowohl die Roboterwagen als auch die Türsteuerung setzen Signale mit Informationen über ihren Zustand ab“, führt Projektleiter Norbert Dieckmann von Medfacilities aus.

„An einem vorprogrammierten Punkt der in den Betonboden integrierten Kontaktstreifen fragt der Wagen ab, ob die Tür offen steht. Ist sie geschlossen, bleibt er stehen, wenn nicht, fährt er weiter. Überquert der Wagen einen weiteren vorprogrammierten Punkt hinter der Tür, erhält die Türsteuerung das Signal, dass er den Schließbereich verlassen hat. Wenn im Brandfall gerade ein Wagen den Schließbereich durchquert, fällt die Tür erst zu, wenn er diesen Punkt hinter der Tür passiert hat.“ Da Medfacilities den VdS schon im Vorfeld in die Planung dieser anspruchsvollen technischen Lösung integriert hatte, konnten dessen Anforderungen bereits bei der Ausführung berücksichtigt werden, sodass die Abnahme der Türen durch den VdS-Sachverständigen ohne Beanstandungen erfolgte.

Und auch in der Praxis stellt die Anlage ihre Zuverlässigkeit unter Beweis, wie Prof. Dr. Heinen betont: „Wir haben mehrere Tests gefahren und auch schon Auslösungen im Ernstfall gehabt. Dabei haben die Feststellanlagen inklusive des Zusammenspiels zwischen selbstfahrenden Robotern und Türsteuerung immer einwandfrei funktioniert.“

Erschienen in Ausgabe: 07/2014