Praktisch gesteckt

Technik

Telegärtner. - Mit dem feldkonfektionierbaren RJ45-Stecker MFP8 können Außen- und Innenkabel mit einem Durchmesser von fünf bis neun Millimeter und mit Aderquerschnitten von AWG 22 bis AWG 27 – massiv und flexibel – schnell und ohne Sonderwerkzeug in wenigen Minuten angeschlossen werden.

04. September 2012

Ob im Büro, in der Industrie oder in der Sicherheitstechnik: Steckverbindungen sind kritische Größen in einer Verkabelung. Jeder Steckübergang führt unweigerlich zu Verlusten, und durch Verschmutzung und Eindringen von Feuchtigkeit stellt er je nach Umgebungsbedingungen ein entsprechendes Risiko dar.

In der klassischen Verkabelungsstruktur endet das Verlegekabel in einer Anschlussdose, und das Endgerät – PC, Maschinensteuerung oder IP-Videokamera – wird mit flexiblen Patchkabeln angeschlossen. Doch die herkömmliche Kombination Dose-Patchkabel-Endgerät ist nicht immer die beste Wahl.

Je nach Anwendung stört eine Anschlussdose mehr als dass sie nützt. Gerade im Außenbereich würde man Dosen gerne vermeiden, um Beeinträchtigungen durch Verschmutzung und Feuchtigkeit zu vermeiden. Und eine Dose beispielsweise neben einer Kamera zu installieren ist auch aus anderen Gründen nicht sinnvoll: Die beste Überwachungskamera bringt nichts, wenn man sie einfach ausstecken kann. Wie viel einfacher wäre es, das Verlegekabel mit einem Stecker abzuschließen. Dann könnte man mit dem Kabel bis in das Gehäuse eines Endgeräts fahren und es direkt anschließen. Das gilt sinngemäß natürlich auch für Geräte, die kein separates Schutzgehäuse besitzen.

Dabei gilt zu beachten: Die handelsüblichen RJ45-Stecker sind für wesentlich dünnere, flexible Leitungen gemacht – die Verlegekabel sind dafür einfach zu dick, sowohl was Aderquerschnitt als auch was den Außendurchmesser betrifft. Mit dem MFP8 setzte Telegärtner wieder einmal Maßstäbe: ein zuverlässiger, feldkonfektionierbarer Stecker für Aderquerschnitte von AWG 22 bis AWG 27, sowohl für eindrähtige, massive Adern (engl. solid) als auch für mehrdrähtige, flexible Leiter (engl. stranded) geeignet.

Das voll geschirmte Metallgehäuse ist für Außen- wie für Innenkabel mit einem Durchmesser von fünf bis neun Millimeter geeignet. Auflege- und Montagearbeiten sind problemlos und ohne spezielles Werkzeug möglich. Auch entsprechende Schulungen sind dafür nicht nötig. Der MFP8 ist für höchste Datenraten ausgelegt: Er übertrifft die Kategorie 6A nach ISO/IEC und kann damit für alle aktuellen Kupferverkabelungen von 10 Mbit/s bis 10 Gbit/s eingesetzt werden.

Durch seine geringe Außenmaße ist der MFP8 multiportfähig, das heißt Kabel, die mit dem MFP8 abgeschlossen sind, können mit einer entsprechenden Klammer zu einem RJ45-Mehrfachstecker zusammengefasst werden. Damit können beispielsweise acht oder zwölf Kabel gleichzeitig ein- und ausgesteckt werden, was bei Switches mit hohen Portzahlen Zeit spart. Natürlich ist der MFP8 für Power over Ethernet (PoE) und PoE Plus geeignet. Hier trennt sich oftmals die Spreu vom Weizen: Bei PoE Plus fließen schon mal 600 mA über die filigranen Kontakte. Wird der Stecker im laufenden Betrieb einfach abgezogen, können die Kontakte beschädigt werden.

Die Einsatzmöglichkeiten für einen feldkonfektionierbaren RJ45-Stecker sind vielfältig: In der Videotechnik können Kabel für mobile CATV-Anwendungen schnell und unproblematisch angeschlossen werden; bei der Videoüberwachung (CCTV) kann man mit dem Verlegekabel direkt in das Außengehäuse der Kamera fahren und auf die Anschlussdose in Kameranähe verzichten, was wegen Verschmutzung, Feuchtigkeit und unbefugtem Zugriff ohnehin nicht gerne gesehen wird.

Dasselbe gilt für Wireless LAN Access Points im Freien wie auch in Gebäuden. Bei Kanaleinbauswitches mit Kupfer-Uplinkport oder Daisy-Chain-Port zum kostengünstigen Anschluss weiterer Switches kann auf eine zusätzlich Dose/Buchse ebenso verzichtet werden wie bei IP-fähigen Geräten zur Zeiterfassung, der Zugangskontrolle, der Gebäudeleittechnik, Sensoren, Aktoren, Touchscreens für die Gebäudeüberwachung/Gebäudesteuerung, Konsolen der Leit-/Steuertechnik oder so einfachen Geräten wie Gegensprechanlagen. Auch Richtfunksysteme, Punkt-zu-Punkt-Funklösungen im lizenzfreien und lizenzpflichtigen Frequenzbereich und Geräte im Mobilfunk sind mit RJ45-Anschlüssen ausgestattet. Nicht alle Geräte, die einen staub- und wasserdichten Anschluss benötigen, sind von einem separaten Wetterschutzgehäuse umgeben. Man denke nur an industrielle Anwendungen oder an Funkgeräte für Außenanwendungen. Für solche Fälle gibt es den MFP8 auch mit IP68-Gehäuse. Der MFP8 hat sich auch bei anderen Anwendungen bereits bewährt: Überwachung und Steuerung der Wechselrichter in einem Solarpark beispielsweise erfolgen über einen RJ45-Anschluss.

Der RJ45-Stecker hat sich zum vorherrschenden Stecker für IP-fähige Geräte durchgesetzt. Die klassische Methode, Endgeräte mit flexiblen Patchkabeln an eine Anschlussdose in der Nähe anzuschließen, ist gerade bei Anwendungen im Außenbereich, bei sicherheitsrelevanten Anwendungen oder im industriellen Umfeld jedoch oftmals problematisch: Das Risiko durch Staub, Feuchtigkeit oder unbefugtem Zugriff ist einfach zu hoch.

In solchen Fällen muss das Endgerät direkt an das Verlegekabel angeschlossen werden. So kann das Kabel entweder staub- und wasserdicht in das Wetterschutzgehäuse eingeführt oder mit einem IP68-geschützten Stecker angeschlossen werden. Herkömmliche Stecker scheiden aufgrund der großen Aderquerschnitte und Kabeldurchmesser aus. Der feldkonfektionierbare RJ45-Stecker MFP8 von Telegärtner schafft Abhilfe: Außen- und Innenkabel mit einem Durchmesser von fünf bis neun Millimeter und mit Aderquerschnitten von AWG 22 bis AWG 27 – massiv und flexibel – können schnell und ohne Sonderwerkzeug in wenigen Minuten angeschlossen werden. Ohne spezielle Schulung.

Expansionskurs

Die Telegärtner-Gruppe hat ihren langjährigen Partner für die Verarbeitung koaxialer Steckverbinder in Großbritannien übernommen. Die Quadrant Connection Ltd. (QCL) mit rund 90 Mitarbeitern und Werken bei London und in der Slowakei ist seit der zweiten Jahreshälfte 2011 eine hundertprozentige Tochter der Telegärtner-Gruppe und wird zukünftig als ‚Member of the Telegärtner Group’ im Konzern integriert geführt. Neben der Kapazitätserweiterung für koaxiale Produkte wird der Vertrieb von Netzwerk-Produkten in Großbritannien über QCL aufgebaut. Ebenso hat sich Telegärtner an der Drahtex AG beteiligt und erweitert damit im Bereich ‚fiber optic’ ihr Portfolio um zusätzliche LWL-Produkte.

Erschienen in Ausgabe: 05/2012