Prima Klima

Innentitel

Maico. - Endverbraucher stellen sehr hohe Anforderungen an Anlagenfür kontrollierte Wohnungslüftung: Sie sollten möglichst viel Wärme zurückgewinnen und zudem leise und sparsam sein. Die neuesten Lüftungsgeräte mit Wärmetauscher verwerten über 90 Prozent der Energie aus der Abluft. Diese wird auf die Zuluft übertragen.

04. November 2013

Über 40 Prozent der deutschen Bevölkerung sahen sich schon einmal mit dem Problem der Schimmelbildung in der eigenen Wohnung konfrontiert. Das ergab eine repräsentative Studie der Humboldt-Universität in Berlin. Da regelmäßiges Lüften eine wirksame Möglichkeit ist, das Risiko der Schimmelbildung in Wohnräumen zu vermeiden, untersuchte die Studie auch eingehend Lüftungsvorlieben und Lüftungsverhalten der Deutschen. Dabei stellte sich folgendes heraus: Bei manueller Lüftung über Fensterlüftung können Empfehlungen zur Häufigkeit in erster Linie aufgrund von Abwesenheit der Benutzer gar nicht eingehalten werden. Die Gründe für die Schimmelbildung in Wohnräumen sehen die befragten Personen in der mangelnden Lüftung. Dies ist sowohl bei Mietern und bei Eigentümern vor Nennung von Baumängeln die meistgenannte Ursache.

Experten empfehlen, mindestens dreimal pro Tag in genutzten Wohnräumen zu lüften – bei Neubauten in Massivbauweise in den ersten zwei Jahren sogar bis zu fünfmal. Die Befragung zeigte aber auch, dass zwei Drittel der Deutschen in der kalten Jahreszeit höchstens zweimal am Tag in Wohn- oder Schlafzimmer lüften. Was sind die Gründe dafür? Gut zwei Drittel der Befragten gaben an, dass ihre Abwesenheit sie am Lüften hindert – sie also beispielsweise beruflich bedingt nicht zu Hause sind. Aber auch die Tatsache, dass sie Sorge haben vor Auskühlung der Wohnung und zudem Energie sparen wollen. Ein weiterer Grund ist auch häufig die Bequemlichkeit der Bewohner.

Im Kern geht es darum, den für Feuchteschutz notwendigen Luftaustausch in der Wohnung zu gewährleisten. Die EnEV 2009 fordert lediglich die Sicherstellung eines erforderlichen Mindestluftwechsels zum Zwecke der Gesundheit und Beheizung, lässt sich ansonsten aber kaum zu diesem Thema aus.

Genau hier setzt die Norm DIN 1946 Teil 6 – Lüftung von Wohnungen an. Sie schreibt generell die Erstellung eines Lüftungskonzeptes bei Sanierung von Ein- und Mehrfamilienhäusern beziehungsweise deren Neubau vor. Die DIN 1946-6 räumt auch die Möglichkeit ein, erhöhte Anforderungen an die Raumlufthygiene, die Energieeffizienz und den Schallschutz zu beachten.

Vier Lüftungsstufen sind zu berücksichtigen: Lüftung zum Feuchteschutz, reduzierte Lüftung, Nennlüftung und Intensivlüftung. Für viele Wohnungseigentümer und Bewohner ist gesunde Raumluft in den eigenen vier Wänden von großer Wichtigkeit. Dieser Aspekt wird mittlerweile immer häufiger mit einer kontrollierten Wohnungslüftung in Verbindung gebracht und stärkt den Trend hin zur ventilatorgestützten Lüftung. Zunehmende Allergien der Atemwege fordern ein pollenfreies Innenraumklima. Nur eine kontrollierte Wohnungslüftung kann dies garantieren.

Ein Wärmerückgewinnungsgerät von Maico hat serienmäßig einen G4 Filter und einen Pollenfilter F7 in der Außenluft. Auf Wunsch kann ein Aktivkohlefilter nachgerüstet werden. Die Raumluftsteuerung signalisiert einen erforderlichen Filterwechsel.

Der Schallschutz ist ein weiteres wichtiges Thema in der Wohnungslüftung. Nichts ist nerviger als unnötige Geräusche in den eigenen vier Wänden. Sowohl das Eigen- als auch das durchgeleitete Außengeräusch spielt dabei eine Rolle. In lärmbelasteten Bereichen ist der passive Schallschutz zudem ein wichtiges Thema. Während man gegen den Lärm von außen mit baulichen Maßnahmen wie Lärmschutzfenstern und Lärmschutzwänden entgegenwirken kann, ist es für den internen Schallschutz wichtig, die Wohnungslüftungsanlage fachmännisch auszulegen. Das beginnt bereits mit der Planung der Wohnungslüftungsanlage angepasst an die örtlichen Gegebenheiten und endet mit einer korrekten Ausführung und Einregulierung der Wohnungslüftungsanlage. Maicos Wärmerückgewinnungsgeräte unterstützen den Fachplaner in der Umsetzung dieser Aufgabe.

Das Lüftungsgerät WS 170 KB arbeitet besonders leise. Bis zu einem Luftvolumenstrom von 100 m³/h beträgt die Gehäuseabstrahlung nur 35 dB(A). Der maximale Gehäuse- und Schallleistungspegel liegt bei nur 37 dB(A).Ein weiterer Aspekt für viele Eigentümer und Wohnungsnutzer ist das Energiesparen. In Anbetracht der rasant und kontinuierlich steigenden Energiepreise werden deshalb energieeffiziente Geräte immer interessanter. Nur hocheffiziente Lüftungssysteme bieten überhaupt erst die Möglichkeit, den Energieverbrauch sowie die Heizkosten in modernen Gebäuden abzusenken. Bedenkt man, dass die Lüftungswärmeverluste mittlerweile 50 Prozent und mehr des Wärmeverlusts eines Gebäudes ausmachen, wird die Wärmerückgewinnung in der Lüftungsanlage zu einer hochinteressanten Größe bei der Einsparung von Energie. Mit Wärmebereitstellungsgraden von mittlerweile bis zu über 90 Prozent ist sie in der Lage, den Heizwärmebedarf eines Gebäudes um bis zu ein Drittel zu minimieren.

Auch die Reduktion des Primärenergiebedarfs wirkt sich in der energetischen Bilanz des Gebäudes positiv aus und hilft vor allem dann, wenn die Erreichung bestimmter KfW-Effizienzklassen angestrebt oder eingehalten werden müssen. Zur Energieeffizienz trägt nicht nur der Wärmetaucher bei, sondern auch der Einsatz von Motoren in den Ventilatoren und Antrieben der verschiedenen Klappen. Waren vor einigen Jahren noch vermehrt AC-Antriebe im Einsatz, werden heute nahezu nur noch EC-Antriebe eingesetzt, die den Leistungsverbrauch drastisch reduziert haben.

Die EC-Ventilatoren spielen zudem auch eine wichtige Rolle im Schallschutz. Diese können optimal über die Drehzahl auf den geforderten Volumenstrombereich eingestellt werden. Denn eine niedrige Ventilatordrehzahl bedeutet eine Schallminimierung in der gesamten Wohnungslüftungsanlage. Die Komfortlüftung von Maico basiert auf einem zentralen Lüftungsgerät mit einer innovativen Luftverteilung. Ein Sole-Erdwärmetauscher kann zusätzlich installiert werden.

Der optionale Sole-Erdwärmetauscher nutzt dabei die Energie des Erdreichs zur Vortemperierung der Außenluft in der Sommer- und Winterzeit. Moderne Luftverteilsysteme sind heute ohne großen Montage- und Platzaufwand leicht zu installieren.

Über das Luftverteilsystem Maico-Flex oder das Flachrohrsystem FFS wird die Luft bedarfsgerecht an die einzelnen Räume in der Wohnung eingeblasen oder abgesaugt. Beide Systeme sind bei Neubauten sowie auch bei Renovierungen leicht einsetzbar.

Die geringen Bauhöhen der Luftverteilsysteme können vom Fachhandwerker oberhalb der Trockenbaudecke, in der Betonrohdecke oder in der Dämmebene von Wänden und Fußboden eingebracht werden. Das Luftverteilsystem Flex hat Revisionsöffnungen über die sich die Lüftungsleitungen mit einem Maico-Flex-Reinigungsset reinigen lassen. Die Wärmerückgewinnungsgeräte von Maico besitzen eine DIBt-Zulassung sowie ein Passivhauszertifikat.

Alle zentralen Wärmerückgewinnungsgeräte erfüllen die Anforderung der DIN 1946-6. Die Lüftungsgeräte TypWS 170 Standard, WS 170 K Komfort und WS 170 KB Bypass werden vorzugsweise in Reihenhäuser oder Wohnungen bis maximal 120 Quadratmeter Wohnfläche eingebaut. Die Geräte können beispielsweise in einem Abstellraum oder Gäste-WC montiert werden. Auch besteht die Möglichkeit das Lüftungsgerät in der Küche anstelle eines Küchenoberschrankes zu installieren. Die Außenabmessungen betragen maximal (B x H x T) 595mm x 820mm x 435mm.

Die Geräte sind mit Konstant-Volumenstromregelung ausgestattet, somit bleiben die Zu- und Abluft stets in Balance.

Das Fördervolumen ist stufenlos von 40 bis 160 m³/h einstellbar. Der Wärmebereitstellungsgrad beträgt bis zu 94 Prozent. Die Elektroeffizienz beträgt Pel = 0,37 Wh/m³. Bei dem sehr guten Wärmebereitstellungsgrad ist ein Frostschutz kaum erforderlich. Zur Sicherheit besitzen die Komfortlüftungsgeräte Maico Typ WS 170 K / KB auch ein integriertes elektrisches Vorheizregister für sehr kalte Wintertage. Damit ist der Betrieb des Lüftungsgeräts in dieser Zeit gewährleistet. Im WS 170 KB ist ein automatischer 100-prozentiger-Bypass für den Sommerbetrieb enthalten. Die komplette Gerätefamilie Maico Typ WS 170 gibt es in linker und rechter Ausführung. Damit können bei Sanierungen und auch im Neubau die Lüftungsleitungsanschlüsse an die von dem Gebäude vorgegeben geometrischen Eigenschaften einfach angepasst werden.

Für Wartungsarbeiten wie Filterwechsel muss das Lüftungsgerät nicht vom Lüftungsrohrnetz getrennt werden. Alle Komponenten können einfach und mit wenigen Handgriffen von vorne ausgetauscht werden. Für die Bedienung und Steuerung der Wärmerückgewinnungsgeräte Typ WS 170 gibt es mehrere Möglichkeiten. Serienmäßig ist ein Bedienteil Typ RLS 1 WR mit 4 Lüftungsstufen, Filterwechsel- und Störanzeige im Lieferumfang enthalten. Optional kann beispielsweise die digitale Raumluftsteuerung RLS D1 WR mit dem Gerät kombiniert werden.

Die Steuerung ermöglicht noch weitere Zusatzfunktionen wie zum Beispiel ein Wochenprogramm in Abhängigkeit der Raumtemperatur oder Uhrzeit. Bei Bedarf kann an das Wärmerückgewinnungsgerät ein Hygrostat oder ein Differenzdruckwächter bei gleichzeitigem Betrieb mit einer Feuerstätte angeschlossen werden. Das WS 170 lässt sich auch zusammen mit KNX/EIB-Bus-Komponenten betreiben, zum Beispiel mit Fan-Coil-Aktoren oder Bedienteilpanels des jeweiligen KNX-Anbieters. Problemlos können weitere KNX/EIB-Module in den Systembus eingebunden werden, wie CO2- Sensoren, Zeitschaltuhren und Bewegungsmelder. Vor dem Hintergrund einer nach aktuellen Erkenntnissen bevorstehenden neuen EnEV 2014, ist die Anwendung der DIN 1946-6 dringend zu empfehlen. Maico bietet als Download die Auslegungssoftware Maicoairplan mit Angebotsfunktion für die Erstellung des lüftungstechnischen Nachweises an. Das Programm fragt alle Eventualitäten ab und ermittelt das geeignete Lüftungssystem bestehend aus Wärmerückgewinnungsgerät und Luftverteilsystem. Außerdem erhält der Nutzer die Luftvolumenströme sowie DIN-Bericht und Strangschema.

Dipl.-Ing. Andreas Jauch, Maico

ENEV 2014

Die Bundesregierung hat Mitte Oktober die Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014 verabschiedet. Neue Immobilien müssen bei Heizung, Kühlung und Strom insgesamt mit weniger Energie auskommen als ihre Vorgänger. Auch der allgemeine Wärmeverlust der Immobilie muss weiter sinken. Die Effizienzanforderungen für Neubauten in Deutschland werden dafür 2014 und 2016 angehoben: Der Primärenergieverbrauch muss jeweils um 12,5 Prozent niedriger liegen. Die Dämmleistung der Gebäudehülle muss im Schnitt um zehn Prozent steigen.

Bauherren müssen dafür Sorge tragen, dass ihre neuen Gebäude die Vorgaben zu den jeweiligen Stichtagen am 1. Januar entsprechen. Für bestehende Immobilien gibt es keine neue Anforderungen. Bei ihnen regelten allerdings bereits die Vorläufer-Fassungen der EnEV bestimmte Sanierungs- und Austauschpflichten, etwa zur Dämmung von Geschossdecken oder Warmwasser- und Heizungsrohren.

Erschienen in Ausgabe: 07/2013