Problem erkannt und behoben

Technik

Gewiss. - In enger Zusammenarbeit mit Industriebetrieben und Werkstätten, mit Installateuren, Bauplanern wie auch Sicherheitsbeauftragten in Unternehmen stellt sich das Unternehmen dem Problem der Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen, mit dem Ziel: Sicherheit erhöhen Kosten senken.

16. Juni 2015

Ein Gewitter zieht auf – wieder einmal in der Nähe, wieder einmal mitten in der Nacht. Jetzt sind viele Verantwortliche in Alarmbereitschaft.

In Deutschland gibt es über 40.000 Blitzeinschläge jedes Jahr. Fehlauslösungen von Fehlerstrom-Schutzschaltern gibt es sehr häufig durch kurzzeitige Störungen, wie zum Beispiel Blitzeinschläge in der Nähe, Erschütterungen, Überspannungen durch Einschalten von Motoren oder Leuchtstofflampen sowie verringerte Isolationswiderstände durch verschmutzte, feuchte oder verölte Kontakte.

Nach Auslösung der Fehlerstrom-Schutzschalter kann der Schaden durch ausgefallene Kühl- oder Heizsysteme zu hohen Verlusten führen: Man denke an Tonnen verdorbener Nahrungsmittel durch die unterbrochene Kühlkette oder an komplette Ernteausfälle in Gewächshäusern durch Temperaturstürze.

Auch Verluste durch den Ausfall von Server- und Mobilfunkanlagen können schon nach kurzer Zeit in die zehntausende Euro gehen. Das jüngste Beispiel in der Finanzwelt zeigt, dass der kurzzeitige Ausfall eines Servers beim Nachrichten-Dienstleister Bloomberg im April die komplette Börsenlandschaft weltweit in Aufruhr versetzt hat; Schäden hierdurch sind kaum abzuschätzen. Was passiert nach der Auslösung des Fehlerstrom-Schutzschalters? Wie oben beschrieben, handelt es sich oft um eine Fehlauslösung; dann ist das Wiedereinschalten lediglich ein Routineakt.

Wenn die Auslösung allerdings zu Recht erfolgt ist, darf eine Anlage erst dann wieder eingeschaltet werden, wenn jegliche Gefährdung ausgeschlossen ist. Aber wer nimmt sich schon die Zeit, das zu prüfen? Wird der Fehlerstrom-Schutzschalter ohne gewissenhafte Überprüfung der Fehlerursache einfach wieder zugeschaltet, kann dies mit erheblicher Gefahr für das Leben von Menschen und Tieren sowie mit dem Risiko einer elektrischen Zündung von Bränden verbunden sein.

Im Zusammenhang mit Bränden gibt es folgenden Richterspruch: „Es entspricht der Lebenserfahrung, dass mit der Entstehung eines Brandes praktisch jederzeit gerechnet werden muss. Der Umstand, dass in vielen Gebäuden jahrzehntelang kein Brand ausbricht, beweist nicht, dass keine Gefahr besteht, sondern stellt für die Betroffenen einen Glücksfall dar, mit dessen Ende jederzeit gerechnet werden muss.“ (OVG Münster, Az. 10 A 363/86).

Daran sieht man, dass es zwingend erforderlich ist, vor jedem Wiedereinschalten zu überprüfen, ob ein Fehler in der Anlage vorliegt, und nur dann einzuschalten, wenn es sich um eine Fehlauslösung handelt und somit keine Gefahrensituation vorliegt.

Die Überprüfung der Fehlerstrom-Schutzeinrichtung ist für stationäre Anlagen alle sechs Monate zwingend vorgeschrieben. Wenn ein kleiner Gewebebetrieb Geräte und PCs nach einem Test neu starten muss, so ist dies sicherlich im Rahmen des Möglichen.

Für große Unternehmen oder Industriebetriebe ist das ein weitaus größerer – und somit kostenintensiver – Kraftakt. Dabei ist nicht die Prüfung selbst das Problem, sondern die Koordination des richtigen Zeitfensters, denn für die Prüfung müssen die Anlagen kurzzeitig abgeschaltet werden.

Noch mehr Koordinationsaufwand ist nötig in Forschungsabteilungen, in denen Dauertests laufen oder auf Flughäfen sowie in Krankenhäusern, die ihren Betrieb 24 Stunden aufrecht erhalten müssen. Grundsätzlich gilt es überall, aufwendig und bis ins kleinste Detail zu planen, wann welche Fehlerstrom-Schutzschalter geprüft werden, um so die Auswirkungen auf Produktion, Überwachung und Betrieb möglichst gering zu halten.

Der intelligente Fehlerstrom-Schutzschalter Autotest führt regelmäßig und selbständig einen Funktionstest durch – sechsmal häufiger als vorgeschrieben. Dieser Test wird – und das ist weltweit einzigartig – ohne Unterbrechung der Spannungsversorgung der nachgeschalteten Anlage durchgeführt.

Das minimiert Koordinationsaufwand und Ausfallzeiten und erhöht die Sicherheit der gesamten Anlage. Die regelmäßige automatische Überprüfung des Fehlerstrom-Schutzschalters sichert die Funktion und beugt einer möglichen Alterung der mechanischen Bauteile des Schutzschalters vor.

Fehlauslösungen von Fehlerstrom-Schutzschaltern führen zum Abschalten von Anlagen ohne eigentlichen Fehler im System. Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen mit selbständiger Wiedereinschaltung (automatic reclosing device - ARD) wie der Re-Start-Autotest-Fehlerstrom-Schutzschalter führen den automatischen Selbsttest ohne Abschaltung der nachgeschalteten Anlage durch und schalten sich selbsttätig wieder ein.

Eine Besonderheit des Re-Start ist die Überprüfung des Isolationswiderstandes vor der Wiedereinschaltung; nur wenn dieser über dem Schwellenwert liegt und keine Gefahr besteht, wird die Anlage wieder eingeschaltet.

Neben ihrer primären Schutzfunktion müssen Fehlerstrom-Schutzschalter in der Lage sein, ihren Zustand weiterzugeben und Steuerungsbefehle der zentralen Leitstelle auszuführen.

Um die Integration in die vorhandene Infrastruktur zu vereinfachen, hat Gewiss eine neue Bus-Kommunikationsschnittstelle für seine intelligenten Fehlerstrom-Schutzschalter entwickelt. Diese Schnittstelle passt perfekt zu Überwachungssystemen, die mit dem weit verbreiteten Modbus RS485 ausgestattet sind. So lassen sich Autotest und Re-Start Autotest jederzeit über die zentrale Leitstelle konfigurieren, überwachen und steuern.

Sie ist kompatibel mit allen Autotest- und Re-Start-Autotest-Geräten mit Bus-Schnittstelle von Gewiss und kann bis zu 99 unterschiedliche Bus-Adressen vergeben.

Perfekt für die Echtzeitüberwachung des gesamten Systems mit Ereignisprotokoll (Fehlfunktionen, Alarme, Wiedereinschaltungen, ausgeführte Selbsttests, etc.). Sicherheit erhöhen – Kosten senken!

Restart / Autotest / Bus

Enorme Zeitersparnis bei Wartung und Überwachung der Schutzschalter senkt die Betriebskosten und erhöht die Sicherheit und Effizienz des Systems.

+ Automatische, regelmäßige und unterbrechungsfreie Überprüfung des Fehler-strom-Schutzschalters.

+ Bei ausgelöstem Schutzschalter erfolgt ein Wiedereinschalten nach vorheriger Überprüfung des Isolationswiderstandes, d.h. nur bei einer fehlerfreien Anlage.

+ Die Bus-Schnittstelle ermöglicht die ständige Kontrolle und Steuerung aller Parameter und Geräte durch die Leitstelle.

Erschienen in Ausgabe: 04/2015