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Problemlose Montage

Teilweise werden bei großen Querschnitten teure Kabelverschraubungen für die Einführung und Abdichtung verwendet. Bei Größen oberhalb M63 sind diese ausschließlich aus Messing vernickelt erhältlich, was sich auch preislich entsprechend niederschlägt.

11. März 2019
Problemlose Montage
(© icotek)

In der Regel ist für die Versorgungsleitung ein örtliches Elektrounternehmen zuständig. Welche Größe die Kabeldurchführung haben muss, wird oft erst bei der Montage vor Ort entschieden, da dies vom Kabeldurchmesser abhängt. Die eingeplante Kabeldurchführung oder Kabelverschraubung ist daher oft zu groß oder zu klein und somit nicht passgenau. Herkömmliche Kabeldurchführungen lassen wenig bis keinen Bewegungsspielraum zu. Dieser Umstand lässt es für den Monteur, der die Maschine anschließen muss, regelmäßig und buchstäblich zur Qual werden, starre Kabel durch eine exakt positionierte Kabelverschraubung hindurchzuführen.

Flexible Materialien sind die Lösung

Icotek, Entwickler und Hersteller verschiedenster Kabel-Management-Systeme, hat deshalb flexible Kabeleinführungen entwickelt. Hier hat der Konstrukteur die Freiheit, eine Kabeleinführung mit sehr großem Klemm- und Dichtbereich vorzusehen und somit jedwede Montageprobleme vor Ort zu vermeiden. Mit nur sieben unterschiedlichen Baugrößen der Kabeldurchführungstülle KEL-DPF führt man Leitungen mit einem Durchmesser von drei bis 70 Millimeter zuverlässig ein. Bei der Größe M63, als Beispiel, erstreckt sich der Klemm- und Dichtbereich von 27 bis 50 Millimeter Kabeldurchmesser. Die Kabeltülle besteht aus einem Polyamidkorpus mit metrischem Gewinde, der mit einer pyramidenförmigen Tülle aus Elastomer umspritzt wird.

Anpassungsfähiges Material

Die flexible Pyramide bietet dem Monteur beim Einführen der Leitung einen großen Spielraum. Auch wenn eine unflexible Leitung im Bogen in die Maschine oder in den Schaltschrankboden eingeführt werden muss, passt sich die Tülle der Biegung des Kabels an und dichtet es sowohl mit der Schutzart IP65, IP66, IP67 und IP68 als auch Type 4X (Nema 4X) ab.

Die Tülle kann vor Ort entsprechend den Anforderungen abgeschnitten und bedarfsgemäß gekürzt werden. Eine Skalierung an der Oberfläche der Pyramide dient hierbei als Orientierungshilfe. Als Praxisempfehlung gilt der tatsächliche Kabeldurchmesser abzüglich etwa 20 Prozent. An dieser Stelle wird die Pyramide abgeschnitten und das Kabel ist nun durchführbar. Erhältlich ist diese Kabeleinführungstülle in den metrischen Größen M25, M32, M40, M50, M63, M75 und M85.

Für noch größere Leitungen oder Wellschläuche, insbesondere zur Einführung von Versorgungsleitungen in Schaltschränke, hat der Hersteller die Kabeldurchführungstülle KEL-Ultra flex entwickelt. Sie wird für Leitungen mit einem Durchmesser von 25 bis 115 Millimeter eingesetzt.

Es geht auch ohne Gewalt

Bei größeren Kabelquerschnitten ist es meist so, dass die Leitungen kaum bis gar nicht versetzt oder bewegt werden können. Die Kabelverschraubung muss daher sehr genau positioniert werden, andernfalls stellt sich das Anschließen vor Ort als äußerst schwierig dar.

Hier verfügt die Kabeldurchführungstülle KEL-Ultra flex über Spielraum und das Einführen der Leitung artet somit nicht zum Gewaltakt aus. Die Tüllen sind hochflexibel und bewirken somit eine sehr hohe Dichtigkeit (bis IP66). Zudem ist die Einführung der Leitungen sehr einfach.

Die Tülle lässt sich, dem Kabeldurchmesser entsprechend, anpassen. Die Schutzart IP66 und Nema 12 ist zertifiziert. Die spezielle Geometrie der Kabeleinführung fängt auch mechanische Kräfte auf, ohne dass die Schutzart darunter leidet.

Ist der Kabelschuh ein Hemmschuh?

Mit Presskabelschuh oder Rohrkabelschuh verpresste Kupferleiter in Gehäuse/Schaltschränke einführen und abdichten kann zu einer ernsten Herausforderung werden.

Bei einer herkömmlichen Kabelverschraubung ist ein definierter Klemmbereich gegeben, um den Kupferleiter abzudichten. Der Kabelschuh baut jedoch deutlich größer als der Kupferleiter und befindet sich oft oberhalb des angegebenen Klemmbereiches der Kabelverschraubung, welche den Kupferleiter abdichten soll. Muss ein mit Kabelschuh bestückter Kupferleiter eingeführt und abgedichtet werden, so wird dieser durch die pyramidenförmige KEL-DPF-Tülle hindurchgeschoben.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Die Pyramide dehnt sich so weit, dass der Kabelschuh hindurchpasst und der isolierte Kupferleiter selbst abgedichtet wird, obwohl dieser deutlich kleiner ist als der Kabelschuh. Die Befestigung der KEL-DPF-Kabeldurchführungstülle selbst erfolgt mittels einer Sechskantmutter, die zum Lieferumfang gehört.

Die aus Elastomer bestehende Pyramidentülle ist so konstruiert, dass Leitungen auch schräg eingeführt werden können, ohne dass die Dichtigkeit darunter leidet. Die Pyramide passt sich auch hier der Biegung der Leitung weit möglichst an.

Die KEL-DPF ist gemäß IP66, IP67 und IP68 als auch nach Type Rating Type 12 und Type 4X zertifiziert. Weitere Zertifizierungen wie Ecolab, Atex und EN45545–2 (Schienenverkehrstechnik) ermöglichen vielfältige Einsatzmöglichkeiten.

Erschienen in Ausgabe: 02/2019
Seite: 44 bis 45