Räume auf Zeit schnell installiert

Technik

Wieland. Gesis IP+ eröffnet ein neues Installationskonzept und verbannt gefährliche Provisorien. Für die Zeltbranche wurden spezielle Lösungen entwickelt und bereits patentiert.

25. Februar 2009

Mobile Leichtbauhallen, Groß- und Partyzelte werden heute in der Gastronomie, für Firmenevents, Messen und Ausstellungen sowie Sportveranstaltungen, aber auch als Notunterkünfte bei Naturkatastrophen oder in Krisengebieten genutzt. Sie sind flexibel konzipiert und lassen sich an die bestehende Umgebung oder den Nutzungszweck anpassen. Zu den führenden Herstellern, Vermietern und Verkäufern gehört Losberger. Ganze Zeltlandschaften projektieren die Outdoor-Spezialisten. Immer brauchen die mobilen Räumlichkeiten auch Beleuchtung und Stromauslässe. Die Elektroleitungen wurden bisher mit herkömmlicher Schuko-Technik von Elektrikern aufwendig verlegt.

Dieter Werwitzke, der Geschäftsführer der Firma Flux, die u.a. Zelte und Systemhallen von Losberger am Einsatzort elektrisch installiert, wollte ein steckbares und modulares Installationssystem, das sich dem Bedarf flexibel anpasst, wiederverwendbar und schon während der einzelnen Aufstellphasen installierbar ist.

Mit dem Rundsteckverbindersystem Gesis IP+ fand er genau das richtige: „Dank der geringeren Stecker- und Buchsengrößen können Verkabelungen nun an Stellen vorgenommen werden, für die das klassische Schuko-Steckersystem zu groß war.“

Für die verschiedenen Tragkonstruktionen wurden zwei Speziallösungen entwickelt. Das Flux-Systemkabel wird im Party- und Kleinzeltbereich sowie bei Großzelten ab 25,5 Meter Spannbreite verwendet. Es basiert auf speziellen Ölflex-Kabeln für höchste mechanische Ansprüche, die mit dreipoligen Rundsteckverbindern RST 20i3 konfektioniert sind.

Die Systemkabel werden entweder direkt am Zeltgestänge befestigt oder bei den Großzelten in der sogenannten Riegelrinne verlegt. Riegelrinnen werden von Losberger immer ab der Zeltbreite von 25,5 Meter verwendet, um das Abtropfen von Tauwasser zu verhindern und es abzuleiten. In die Riegelrinnen können die Kabel schon werksseitig eingelegt und mit Laschen befestigt werden, was die Effektivität der Elektroinstallation deutlich erhöht.

Die Steckverbinder werden lediglich an definierten Stellen zur Installation von steckbaren Leuchten herausgeführt. Der Vorteil ist, dass innerhalb der Riegelrinne verlegte Stromleitungen dem Betrachter unsichtbar bleiben. Bei Party- und Kleinzelten bis 15,5 Meter Breite bleiben die Leitungen hingegen sichtbar, weshalb bevorzugt Komponenten in grauer Farbe verwendet werden, die sich in die Zeltoptik perfekt eingliedern.

Für die Großzelte und Systemhallen von 8,3 bis 21,3 Meter Baubreite wurde eine andere Lösung benötigt. Da die Riegel nicht gestoßen sind, gibt es hier kein abtropfendes Tauwasser und daher auch keine Riegelrinne. Die Leitungen sollten direkt in die Aluminium-Binder integriert werden, um den Installationsaufwand hinsichtlich Material und Arbeitszeit wesentlich zu reduzieren.

Das Alu-Profil des Zeltgestänges bietet konstruktionsbedingt vier Nuten; die beiden unteren stehen für die Elektroleitung zur Verfügung. Hier gab es zu Beginn einige Schwierigkeiten: Die Leitungen verklemmten leicht; der Auslass am Gestänge besteht nur aus einem kleinen Schlitz, durch den das Rundkabel inklusive Steckverbinder nicht passt; beim Einziehen in das Alu-Profil entstehen hohe Biegebelastungen und Zugkräfte.

Für Dieter Werwitzke stand fest: Das Kabel musste angepasst werden. Gemeinsam mit den Konstrukteuren von Wieland wurde eine kundenspezifische Lösung erarbeitet, die parallel bei Losberger in der Praxis getestet und den Bedürfnissen des mobilen Zeltbaus angepasst werden konnte: Flux-Profilkabel.

Für das Flux-Profilkabel wurde ein spezielles Ölflex-Kabel gewählt, das sowohl witterungsbeständig ist als auch den besonderen mechanischen Ansprüchen genügt. Mit dem kleineren Durchmesser kann sich die Leitung in der Profilnut außerdem nicht mehr verklemmen. Für den schmalen Auslass am Gestänge muss die Leitung außerdem an einer Stelle abgeflacht werden. Dazu wird hinter dem Steckverbinder ein Stück Leitung abgemantelt, abgeflacht und gewinkelt und mit einem Schrumpfschlauch wieder fixiert und geschützt. So passt die Leitung durch den kleinen Schlitz im Alu-Profil.

Für die hohen Beanspruchungen, die während des Einschiebens der Leitung in das Profil auftreten, könnte der abgeflachte Bereich allerdings schnell zur Schwachstelle werden. Deshalb wird hier anstelle eines Standard-Schrumpfschlauches eine robustere Ausführung verwendet. Im Wieland-eigenen Prüflabor konnte mit Wechselbiegeprüfungen mit anschließender Dichtigkeitsprüfung die notwendige mechanische Beständigkeit nachgewiesen werden. Die verwendeten Komponenten verfügen über eine VDE-Zulassung und erfüllen alle relevanten Normen und Vorschriften. Das Flux-Profilkabel ist patentrechtlich geschützt, ebenso das System Riegelrinne mit eingezogenem Flux-Systemkabel. www.wieland-electric.com

System für hohe Ansprüche

Das flexible System besteht aus Rundsteckverbindern RST, Verteilern mit Befestigungsmöglichkeit, konfektionierten Leitungen in frei wählbaren Längen sowie Geräteanschlüssen zum Gehäuseeinbau als Schnittstellen zu Endgeräten.

Abdeckkappen verschließen die nicht benötigten Kontakte und gewährleisten die hohe Schutzart IP66/68.

Erschienen in Ausgabe: 01/2009