Rechtskonformer Schutz

Technik Sicherheitsspezial

Hager. - Die aktuelle Hausalarm-Typ-B-Richtlinie (HAA-B) des Bundesverbands Sicherheitstechnik BHE wurde speziell zur Branderkennung und -alarmierung in kleineren Sonderbauten erarbeitet. Als erste im Markt erfüllt die neue Funk-Beka von Hager alle Anforderungen dieser Richtlinie.

04. September 2017
© Hager Die Branderkennungsanlage (BEKA) von Hager ist zum Beispiel für Kindergärten sehr geeignet.
Bild 1: Rechtskonformer Schutz (© Hager Die Branderkennungsanlage (BEKA) von Hager ist zum Beispiel für Kindergärten sehr geeignet.)

Rauchwarnmelder für Privathaushalte sind in den meisten Landesbauordnungen (LBO) gesetzliche Pflicht. Ihr Einsatz wird durch die Anwendungsnorm DIN 14676 und die europäische Gerätenorm DIN EN 14604 geregelt. Für Sonderbauten gelten hingegen strengere Richtlinien, die in der Regel eine Brandmeldeanlage nach DIN 14675 und VDE 0833-2 erforderlich machen. Bei kleineren Sonderbauten sind die Vorschriften nicht so eindeutig – bislang jedenfalls.

Denn der Gesetzgeber möchte verständlicherweise auch in Kitas, Beherbergungsstätten, Senioren- oder Behindertenheimen maximale Personensicherheit gewährleisten. Das Mittel der Wahl waren in solchen Einrichtungen bisher vernetzte Rauchwarnmelder. Da herkömmliche Rauchwarnmelder jedoch keinen „bauaufsichtlichen Verwendbarkeitsnachweis“ für die Vernetzung besitzen, sind sie rein rechtlich nicht für den Einsatz in Sonderbauten zugelassen. Und das kann im Schadensfall sowohl für den Errichter der Anlage als auch für den Betreiber des Gebäudes Haftungsprobleme nach sich ziehen.

Um hier Abhilfe zu schaffen und für mehr Rechtssicherheit zu sorgen, hat der Bundesverband Sicherheitstechnik im Juli 2015 die neue Richtlinie „Hausalarmanlagen Typ B“ (HAA-B) ins Leben gerufen. Sie betrifft kleinere Sonderbauten, deren Brandschutzvorschriften heute noch nicht eindeutig definiert sind.

Die HAA-B ermöglicht Bauherren und Betreibern einen rechtskonformen Ersatz für vernetzte Rauchwarnmelder zu installieren und gleichzeitig deren bauproduktrechtliche Risiken auszuschließen. Zurzeit wird daran gearbeitet, die neue Richtlinie HAA-B als verbindliche VDE-Norm umzusetzen. Diese kann dann in einem nächsten Schritt in die Landesbauordnungen übernommen werden.

Bis dahin bietet ausschließlich die HAA-B Rechtssicherheit – vorausgesetzt, es kommt ein System zum Einsatz, das die Anforderungen der Richtlinie uneingeschränkt erfüllt. Hager hat mit seiner Branderkennungsanlage, kurz Beka, jetzt als erster Anbieter eine Lösung entwickelt, die den Anforderungen an solch eine Hausalarmanlage Typ B entspricht. Planer und Betreiber haben damit ein zertifiziertes Bauprodukt nach DIN EN 54, bei dem der Schutz von Leib und Leben an erster Stelle steht. Im Wesentlichen unterscheidet sich die Beka lediglich in einem Punkt von einer Brandmeldeanlage: Während diese einen registrierten Brand über eine direkte Aufschaltung zur Feuerwehr weitermeldet, sorgt die Beka für eine hausinterne Alarmierung. Im Brandfall warnt sie über die angebundenen Rauchmelder alle Personen im gesamten Gebäude, sodass schnell und sicher evakuiert werden kann. Zum anderen leitet die Beka den Alarm über eine sichere Funkverbindung an eine zentrale Stelle – beispielsweise an den Pförtner oder das Schwesternzimmer – weiter.

Sie wurde speziell für kleinere Sonderbauten entwickelt und stellt eine kostengünstige Alternative zu den wesentlich teureren Brandmeldeanlagen für Zweckbauten nach DIN VDE0833-02 dar. Sämtliche Komponenten kommunizieren per Funk, sodass bei der Installation weder bauseitig aufwendige Arbeiten in Form von Leitungsverlegungen noch teure Spezialkabel erforderlich sind. Aber auch beim Betrieb erweist sich die Beka als überaus wirtschaftlich, da sie nur einmal pro Jahr gewartet werden muss und nicht wie Brandmeldeanlagen viermal sowie alle drei Jahre durch einen externen Sachverständigen.

Herz der Beka ist die Funk-Zentrale, an die bis zu 50 Funkmelder in bis zu acht Überwachungsbereichen angeschlossen werden können. Die Funktechnik basiert auf dem patentierten Signalübertragungsverfahren von Hager mit zwei getrennten Funkbändern und automatischem Frequenzstörwechsel: 20 Kanäle kommunizieren auf 434 MHz und vier auf 868 MHz. Jede Anlage ist individuell codiert, um Störungen durch externe Signale auszuschließen. Darüber hinaus stellt die Zentrale durch eine automatische Funkstreckenüberprüfung im 300-Sekunden-Takt die beste Funkverbindung zu allen Meldern sicher.

Im Brandfall löst die Beka über Sirenen in den angeschlossenen Rauchmelder flächendeckend im gesamten Gebäude Alarm aus, sodass sich anwesende Personen in Sicherheit bringen können. Gleichzeitig leitet die Funk-Zentrale den Alarm mittels eines integrierten GSM-Moduls per SMS oder Mail über eine sichere Funkverbindung an eine zentrale Stelle weiter. Mittels Einzelmelderkennung an der Zentrale kann schnell und einfach identifiziert werden, wo der Alarm ausgelöst wurde. Anschließbar sind Beka Funk-Rauch-, -Wärme- und -Dualmelder (85 dB) von Hager mit PGSA Selbsttesttechnik sowie bis zu 14 Beka Funk-Innensirenen (115 dB) zur akustischen Signalisierung im Brandfall.

Darüber hinaus lassen sich neben den Funk-Druckknopfmeldern zur manuellen Alarmauslösung auch noch maximal fünf Beka Funk-Repeater zur Erhöhung der Funkreichweite in die Branderkennungsanlage einbinden. Zudem besteht die Möglichkeit, über vier Schaltausgänge externe Geräte wie eine Notbeleuchtung oder einen Rauchabzug zu integrieren. Bei Erweiterungen der Anlage oder bei Umnutzungen des Gebäudes können die angeschlossenen Melder ohne erneutes Einlernen versetzt und zusätzliche Melder problemlos eingebunden werden.

Aus Sicht des Elektrohandwerks ist besonders interessant, dass für die Installation der Beka, anders als bei der Errichtung einer BMA, keine Fachzertifizierung nach DIN 14675 erforderlich ist. Zudem zeichnet sich die Beka durch eine nutzerfreundliche Inbetriebnahme per Push-Button-Einlernverfahren und opto-akustischer Reichweitenanzeige aus. Damit sich die Installation für den Elektrohandwerker möglichst einfach und im Ergebnis sicher gestaltet, stellt Hager einen Leihmusterkoffer zur Verfügung. Dieser enthält eine exemplarische Beka mit allen relevanten Komponenten und Funktionen. Damit lassen sich Gebäude ausmessen und Reichweitentests vornehmen, um zu prüfen, ob Repeater eingesetzt werden müssen. Danach werden die Platzierungen der Komponenten und der Zentrale festgelegt und die Melder und Sirenen können montiert, eingelernt und beschriftet werden. Letzteres dient der Einzelidentifizierung im Brandfall.

Per Testalarm wird dann die Funktionsfähigkeit der Anlage geprüft und das Übergabeprotokoll ausgedruckt. Für die Installation ist bei einem durchschnittlichen Gebäude ein Tag zu veranschlagen; bei größeren Projekten sind es maximal zwei Tage. Inbetriebnahme- und Wartungsprotokolle werden automatisch generiert; die jährliche Wartungsanfrage inklusive Statusreport wird ebenfalls automatisch per E-Mail verschickt. Die Übermittlung erfolgt über das integrierte GSM-Modul.

Mit der HAA-B konformen Branderkennungsanlage hat Hager nicht nur ein System entwickelt, das eine Lücke in den aktuellen Bauvorschriften schließt, sondern auch eine Lösung, die dem Elektrohandwerk ein lukratives Geschäftsfeld eröffnet. Die einfache und sichere Montage sowie ein entsprechendes Schulungsangebot und die Installationsunterstützung mit dem Beka-Musterkoffer machen es dem Marktpartner besonders leicht, sich dieses Marktsegment zu erschließen.

Erschienen in Ausgabe: 05/2017