Regenerative Energie ist seit 4.000 Jahren Standard

Wenn wir heute über regenerative Energie sprechen, schwingen Begriffe wie innovativ, modern, zukunftsweisend und andere mehr zwangsläufig mit. Dabei vergessen wir meist, dass die Nutzung regenerativer Energie im Grunde genommen ein alter Hut ist.

11. März 2019
Regenerative Energie ist seit 4.000 Jahren Standard
In Frankreich wird demnächst ein Windpark mit einer Gesamtleistung von 1,5 Gigawatt entstehen. Und ein Ende der Entwicklung der Windräder ist noch lange nicht in Sicht. (© ELMO Photo-Design)

Wind- und Wasserkraft sind fast so alt wie die Menschheit, zumindest aber stammen sie aus der Frühzeit der technischen Entwicklungen. Am Anfang stand das Rad und mit ihm kam buchstäblich Bewegung in die Welt. Wasser- und Windmühlen – sie gab es bereits vor ca. 4.000 Jahren – prägten bis ins letzte Jahrhundert die Landschaften und sorgten auf vielfältige Art und Weise dafür, dass die beginnende technische Revolution bereits im 17. Jahrhundert langsam Fahrt aufnehmen konnte.

Heute sind Wasserkraftwerke so selbstverständlich wie Windkraftanlagen. Und auf Wind scheinen die meisten zu setzen, wenn es um die Alternativen für den Strom aus Öl, Kohle, Gas oder Atomkraftwerken geht. Bereits 1991 wurde am Südufer des St.-Lorenz-Stroms mit „Éole“ das größte Windkraftwerk mit vertikaler Rotorachse der Welt errichtet. Es hatte eine elektrische Leistung von 3,8 MW, und die Anlage war rund 100 Meter hoch. Allein der Rotor, durch den der Generator über eine flexible Kupplung direkt angetrieben wurde, wog 350 t. Die Ölumlaufschmierung benötigte 50 Liter Schmieröl pro Minute. Beeindruckend? Im Vergleich zu heutigen Anlagen eher zu belächeln. Im Letzten wurde in die Bremerhaven die größte Windkraftanlage der Welt errichtet. 180 Meter Rotordurchmesser, 8 MW Leistung und eine 777 t schwere Gondel sprechen für sich. Und die Entwicklung geht weiter.

Erschienen in Ausgabe: 02/2019
Seite: 66