Sieben Kriterien für ein Gehäusesystem

Gebäudetechnik

Spelsberg. Ladestationen für Elektroautos, Schalter in der Kältekammer, Verteiler an Strommasten, Außenlautsprecheranlagen auf offener See oder Produktionsstätten in der Schwerindustrie – der Einsatz in diesen Bereichen verlangt Gehäusen viel ab.

08. Oktober 2018
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Bild 1: Sieben Kriterien für ein Gehäusesystem (© Spelsberg)

Gehäuse im Außenbereich müssen besonders robust sein. Sie müssen widrigsten Bedingungen trotzen, vor allem dort, wo kein Schutzdach vorhanden ist und keine dem Wind abgewandte Gebäudeseite. Wer auf der Suche nach geeigneten Gehäusesystemen ist, sollte auf folgende sieben Eigenschaften achten:

1. Nur witterungs- und korrosionsbeständige Materialien können Sonne, Wind, Eis und Regen langfristig standhalten, ohne brüchig zu werden oder zu vergilben. Spelsberg hat mit Geos ein Produkt auf den Markt gebracht, das aus einem speziellen Polycarbonat gefertigt ist und vor Umwelteinflüssen aller Art schützt. Auch das Zubehör besteht aus hochwertigen rostfreien Metallen. Die Gehäuse sind nach IEC 62208, IEC 61439, UL 50, UL 50E und CSA 22.2 zertifiziert. Damit erfüllt das System strenge internationale Normen zum Schutz vor Umwelteinflüssen wie Staub, Schmutz sowie Berührung und lässt sich weltweit einsetzen.

2. Wasser – ob in Form von Regen, Spannungen durch Eisbildung oder Kondenswasser – stellt das größte Risiko dar. Damit es erst gar nicht an die Elastomere-Dichtung des Gehäuses gelangt, hat der Hersteller eine einzigartige Ablaufrinne integriert. Das patentierte Design der Geos-Reihe „Drain Protect“ führt Regen, Kondens- und sogar Strahlwasser an der Außenseite des Gehäuses ab. 

3. Verschiedene Einsatzbereiche: Der Outdoor-Bereich und die Industrie stellen vergleichbare Anforderungen an ein Gehäuse. Dasselbe System für unterschiedliche Bereiche zu nutzen, bringt Vorteile für Einkauf, Logistik und Installation. Spelsberg hat deshalb erstmals ein Outdoor-Gehäuse so ausgelegt, dass die Seitenwände genügend Raum für Industrie-Steckverbinder bieten. Das System bietet eine hohe Temperaturtoleranz von minus 35 bis plus 80 Grad Celsius.

Bei Temperaturschwankungen und erhöhter Gefahr von Kondenswasserbildung lässt sich das Gehäuse zusätzlich mit den Bel Air Belüftungselementen ausstatten. Indem sie Feuchtigkeit und Schmutz draußen halten, bleibt die Schutzart IP 65 des Gehäuses erhalten. Selbst heftige Stöße von 10 Joule, hält das System dank Stoßfestigkeitsgrad IK 09 aus. 

Modular konzipiertes System

4. Je nach Einsatzort und -zweck stellt die Montage hohe Anforderungen an den Installateur. Raue Umgebungen wie Temperatur, Höhe, Überkopfarbeiten und ein ungeeigneter Untergrund erschweren dem Monteur die Arbeit und verringern seine Akzeptanz für das Produkt. Deshalb hat der Hersteller das System modular konzipiert. Verschiedene Einschubhöhen, Trennwände, Isolierstoffe, Normschienen und Montagepunkte ermöglichen die flexible und individuelle sowie auf den Anwendungsfall zugeschnittene Installation. Auch eine Mischbestückung oder die Nutzung unterschiedlicher Höhen innerhalb eines Gehäuses ist möglich. Die Montage erfolgt werkzeuglos.

Innerhalb des Dichtbereichs können Nutzer zwischen einer 3- oder 4-Punkt-Fixierung wählen. Außerhalb des Dichtbereichs stehen Befestigungslaschen in zwei Höhen zur Verfügung. Die verstärkte, doppelte Isolierung zwischen aktiven und berührbaren Oberflächen gewährleistet Schutzklasse 2. Deshalb ist eine separate Schutzerdung nicht erforderlich. Das senkt den Aufwand für Montage/Wartung im Vergleich zu Metall-Lösungen.

Problemlose Individualisierung

5. Der Hersteller bietet für das System ein breites Spektrum an Individualisierungsmöglichkeiten: Dazu gehört die mechanische Bearbeitung, Bedruckung, elektrotechnische Entwicklung und Bestückung kundenspezifischer Komplettsysteme oder die Montage. Kurzfristige Anpassungen kann der Monteur selbst vornehmen: Das System besteht aus einem Polycarbonat mit kurzen Glasfasern. Dadurch kann der Installateur das Gehäuse besonders leicht bearbeiten und muss Schnittkanten nicht nachbehandeln. 

6. Im Vergleich zu Metallgehäusen sind die Gehäuse sehr leicht, was Einlagerung, Transport und Montage vereinfacht. 

7. Umfangreiches Zubehör kann über die Eignung eines Systems für den gewünschten Einsatzzweck entscheiden. Für das System gibt es verschiedene Einbauplatten oder Abdeckungen für den Berührungsschutz. Auch der Deckelverschluss ist wechselbar. Alternativ zum Standardgewinde steht ein Schnellverschluss zur Verfügung, der nachträglich austauschbar ist.

Erschienen in Ausgabe: 06/2018

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