Smarte Steuerung per Funk

Gebäudetechnik

Gira. E-Net Smart Home heißt die aktuelle Ausbaustufe von Gira E-Net, einem bidirektionalen Funk-System für die smarte Vernetzung und Steuerung der Haustechnik im Eigenheim oder auch in der Mietwohnung. Hinter dem System steht eine Unternehmensallianz der Elektroindustrie.

08. Oktober 2018
© Gira
Bild 1: Smarte Steuerung per Funk (© Gira)

Mit dem System bietet die Allianz nun die Möglichkeit, Haustechnik komfortabel per Smartphone zu steuern und zu überwachen – zu Hause, unterwegs, aber immer – dies ist der Anspruch – absolut datensicher. Funklösungen in der Bustechnik erfreuen sich schön längere Zeit immer größerer Beliebtheit: Sie sind schnell und einfach installiert, relativ flexibel und lassen sich bei einem Umzug ohne großen Aufwand wieder abbauen und mitnehmen. Bei dem hier vorgestellten System handelt es sich um eine professionelle Funklösung, die ihren Nutzern viele Konfigurationsmöglichkeiten bietet und damit den Wohnkomfort steigern soll.

Ein System, das exklusiv vom Elektromeister kommt

Das System wird exklusiv vom Elektromeister angeboten, der es fachgerecht und exakt auf die Wünsche der Nutzer abgestimmt installiert und bei Bedarf servicemäßig unterstützt. Zur Allianz gehören aktuell – neben Gira – Bachmann, Brumberg, Häfele, Jung, Siedle, Steinel Professional und Tado Professional. Als gemeinsamer Branchenstandard soll das System von dieser Allianz kontinuierlich weiterentwickelt werden. Es beinhaltet alle Grundfunktionen, die heute ein Smart Home charakterisieren. Auf bis zu 120 m² lassen sich damit Licht schalten und dimmen sowie Jalousien, Rollläden und Markisen sowie die Heizung zentral bedienen.

Gesteuert wird mit Wand- und Funk-Handsendern

Hinzu kommen zahlreiche Komfortfunktionen: Das Smartphone etwa zeigt an, wie viel Energie gerade verbraucht wird – dank der entsprechenden App ist der Nutzer immer im Bilde über die Stromverbräuche in seinem Zuhause. Außerdem ist es möglich, mit nur einem Fingertipp festgelegte Raumszenen aufzurufen. Dabei schalten sich beispielsweise definierte Lichtquellen an und dimmen automatisch auf eine bestimmte Helligkeitsstufe, außerdem fahren die Rollläden herunter und die Temperatur wird auf den gewünschten Wert gesetzt.Gesteuert wird mit fest installierten Funk-Wandsendern, außerdem mit mobilen Funk-Handsendern. Mit dem System ist der Nutzer zudem in der Lage, sein Zuhause über eine speziell dafür entwickelte App zu steuern – ob in den eigenen vier Wänden oder von unterwegs macht dabei keinen Unterschied.

Komfortable Bedienung mit dem Smartphone per App

Die System-App ist intuitiv und lässt sich entsprechend einfach bedienen. Mit ihr können zahlreiche Funktionen gesteuert werden, die den Wohnalltag komfortabler und sicherer machen und dabei helfen, Energie zu sparen. So lassen sich beispielsweise einzelne Funktionen zu kompletten Szenen verbinden, etwa Jalousien herunterfahren und zugleich die Lichter dimmen, um die perfekte Atmosphäre für den Filmabend genießen zu können. Außerdem lassen sich bestimmte Funktionen einzeln oder kollektiv auslösen. Mit „Licht“ zum Beispiel kann nicht nur eine einzelne Leuchte eingeschaltet werden, sondern auch alle Leuchten in Haus und Garten gleichzeitig – zur Abschreckung, sollten draußen verdächtige Geräusche zu vernehmen sein. Mit der App können auch diverse Zeitschaltuhren – inklusive Astrofunktion – und Wenn-Dann-Regeln konfiguriert werden. Bei letzteren wird automatisch eine festgelegte Funktion ausgelöst, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt. Hat etwa die Helligkeit des Tageslichts einen bestimmten Wert erreicht, schaltet sich das Licht selbsttätig aus, um Strom zu sparen. Oder wenn die Sonnenstrahlung zu intensiv wird, fahren die Jalousien herunter, um den Raum kühl zu halten.

Raumübersichten darstellen und Zugriffsrechte verwalten

Mit der Geofencing-Funktion von Tado Professional können zudem bei Abwesenheit automatisch alle ausgewählten Geräte ausgeschaltet werden. Mit der System-App lassen sich zudem exakte Werte festlegen, Raumübersichten darstellen und Zugriffsrechte verwalten. Die App kann für iOS über den I-Tunes-App-Store und für Android über den Google-Play-Store heruntergeladen werden. Neben dem Smartphone lässt sich das System auch mit Funk-Wandsendern und Funk-Handsendern steuern. Die Bedienaufsätze der fest installierten Funk-Wandsender passen in die Rahmen von zehn Gira-Schalterprogrammen – sämtliche Bedienfunktionen können also mit unterschiedlichen Rahmenvarianten kombiniert werden.

Wandsender unabhängig vom Netzanschluss platzieren

Daraus resultiert eine große Designvielfalt, die es erlaubt, die Funk-Wandsender des Herstellers passend zu jedem Einrichtungsstil zu wählen. Weil Funk-Wandsender batteriebetrieben sind, können sie unabhängig von Netzanschlüssen immer genau dort platziert werden, wo Schalter oder Taster benötigt werden – ob mit Schrauben fest an der Wand montiert oder einfach per Klebestreifen und ohne ein zusätzliches Gehäuse auf glatten Flächen aufgebracht, beispielsweise auf Glasscheiben. Zweifarbige LEDs signalisieren die getätigte Übertragung und den Status des Aktors. Die Bedienaufsätze der Funk-Wandsender können aber auch eine konventionelle Elektroinstallation funktauglich machen. Dazu muss lediglich der vorhandene Bedienaufsatz aus dem Gira System 2000 zur Licht- bzw. Jalousiesteuerung entfernt und durch den entsprechenden Funk-Bedienaufsatz ersetzt werden.

Das Herzstück des Systems ist der E-Net Server

Die Funk-Handsender erlauben – neben dem Smartphone – ebenfalls eine mobile Steuerung der Haustechnik. Über die großen Bedientasten lassen sich Leuchten bequem schalten und dimmen, Jalousien steuern oder Szenen abrufen. Die Funk-Handsender gibt es in vier Varianten – 1-fach, 2-fach und 4-fach und als Funk-Handsender Multi. Letzterer bietet über sein Display eine komfortable Bedienoberfläche und verfügt über 24 Funktions- und 16 Szenenkanäle. Diese können verständlich bezeichnet und in individuellen, übersichtlichen Listen geordnet werden. Die Bedienung erfolgt über die Tasten und über die Menüsteuerung. Das Herzstück des Systems ist der E-Net-Server. Er ist die intelligente Steuerzentrale, mit der sich die Komfortfunktionen des Systems realisieren lassen, also die Konfiguration von Szenen, Zeitschaltuhren und Wenn-Dann-Regeln. Mit dem Server lässt sich zudem das gesamte System programmieren, visualisieren und automatisch dokumentieren.

Wichtig ist: Der Server bildet zwar eine zentrale Schnittstelle im System, für die Grundfunktionen ist er aber nicht zwingend notwendig. Sollte einmal keine Verbindung zum Server bestehen – beispielsweise wenn das WLAN nicht funktioniert –, lassen sich trotzdem die Grundfunktionen wie Lichtschalten oder die Beschattung weiterhin steuern.

Ein Bündel an aufwendigen Sicherheitsmaßnahmen

Datensicherheit im Smart Home ist gerade bei Funk-Systemen ein wichtiges Thema. Im Smart Home tauschen miteinander vernetzte Geräte ständig Signale und Daten aus – dieser Verkehr aber muss vor unbefugtem Einblick und Zugriff geschützt werden. Durch ein ganzes Bündel an Maßnahmen soll bei diesem System die größtmögliche Sicherheit für die gesamte Datenübertragung garantiert werden, ob innerhalb des lokalen Netzwerks oder beim Fernzugriff von außen. Zu diesen Maßnahmen gehört in erster Linie eine vollverschlüsselte Funkübertragung, die vom Elektromeister aktiviert wird: Der gesamte Funkverkehr zwischen Geräten im System verläuft dann verschlüsselt. Außerdem werden Geräteschlüssel automatisch und individuell vergeben, was ein Abhören der übermittelten Daten quasi unmöglich macht. Der Security Cloud Service des Systems stellt dazu die erforderlichen Geräteschlüssel bereit, sodass diese weder manuell eingegeben noch per QR-Code gescannt werden müssen.

Internetdienste über Server in Deutschland

Damit sind die Schlüssel unsichtbar – sowohl für den installierenden Elektromeister als auch für den Nutzer. Hinzu kommt, dass alle Internetdienste ausschließlich über Server abgewickelt werden, die ihren Standort in Deutschland haben und deutschem Datenschutzrecht unterliegen. Der Server ist für die Aktivierung dieser sicheren Verschlüsselung notwendig – danach aber nicht mehr, denn die Verschlüsselung funktioniert dann automatisch. Selbst bei einem Serverausfall ist also die Datensicherheit gewährleistet.

Bevorzugte Einsatzgebiete sind Sanierung und Renovierung

Dank der intuitiv zu bedienenden App lässt sich die intelligente Haustechnik leicht steuern. Zudem kann der Nutzer damit selbst Änderungen ganz einfach vornehmen, etwa Zeitschaltuhren und Szenen einstellen, Dimm-Werte festlegen und Wenn-Dann-Regeln aufstellen.

Mit dem Inbetriebnahmetool E-Net Connect kann der Elektromeister das System schnell und ohne großen Aufwand einrichten. Das geschieht über eine intuitive grafische Oberfläche, mittels der sich Projekte anlegen und verwalten, bereits installierte Geräte einfügen oder aus einem Gerätekatalog auswählen lassen. Als Funkbuslösung lässt sich das System bevorzugt bei Sanierungen und Renovierungen einsetzen, kommt aber natürlich auch für den Neubau infrage. Gegenüber einem kabelgebundenen System hat es den Vorteil eines deutlich geringeren Planungsaufwands, außerdem ist mit Funk eine Konzeptionierung der Anlage zu einem späteren Zeitpunkt des Planungsprozesses möglich.

Weiterentwicklung und Zukunft des Smart Home

Die hinter dem System stehende Allianz von Unternehmen aus der Elektroindustrie entwickelt die Technik kontinuierlich weiter; nicht zuletzt, weil alle Beteiligten davon überzeugt sind, dass die Entwicklung smarter beziehungsweise digitaler Gebäude heute nicht mehr aufzuhalten ist. So ist als nächster Schritt beispielsweise eine Anbindung an die Heizungssteuerung des Allianzpartners Tado Professional in Planung, die voraussichtlich noch in diesem Monat (Oktober 2018) erhältlich sein soll.

Für Elektrofachbetriebe ergeben sich mit smarten Lösungen wie E-Net vielfältige Möglichkeiten, Bauherren, aber auch Mietern eine komfortable und zukunftsorientierte Gebäudeautomatisierung zu bieten, die nicht nur technologisch auf dem neuesten Stand ist, sondern auch Nachhaltigkeit bietet. Wer sich mit dem System näher beschäftigen möchte, kann sich zusätzlich zu den allgemeinen Informationen auf der Homepage des Herstellers auch das Systemhandbuch herunterladen. Es enthält detaillierte Informationen zu allen Komponenten des Systems und zur Ausbaustufe E-Net Smart Home, sowie Erläuterungen zur Funktionsweise und spezielle Hinweise zur Inbetriebnahme. Das Systemhandbuch richtet sich vornehmlich an das Elektrofachhandwerk.

Gut gerüstet für den Wettbewerb mit Internetgiganten

Die Elektroindustrie bietet dem Handwerk mit ihren innovativen System-Lösungen das nötige Rüstzeug, um auch im Wettbewerb mit den global agierenden Internetgiganten bestehen zu können. Natürlich haben diese schon lange den Markt für smarte Gebäude erkannt. Die Digitalisierung ist für sie ja so etwas wie die Nabelschnur ihres Erfolgs. In der Gebäudeinstallation setzen Bauherren aber nach wie vor lieber auf Fachbetriebe, statt Billiglösungen aus dem Internet oder Kaffeegeschäft. Gebäudedigitalisierung ist eben mehr als der einsame Rauchmelder oder eine fernbedienbare Nachttischleuchte. Vor allem wenn die Steuerung via Internet möglich ist, sind hohe Sicherheitsstandards gefragt, die es aber weder billig, noch von der grünen Wiese gibt. Hinzu kommt, dass Gebäude eine langfristige Investition darstellen und hinsichtlich ihres Betriebs auf Nachhaltigkeit und Verfügbarkeit aller beteiligten Gewerke angewiesen sind. Bei digitalen Lösungen kommt natürlich noch das „Update“ hinzu. Also beste Chancen für das Elektrohandwerk.

Er ist die intelligente Steuerzentrale, mit der sich die Komfortfunktionen des Systems realisieren lassen.

Dazu zählt beispielsweise die Konfiguration von Szenen, Zeitschaltuhren und Wenn-Dann-Regeln.

Grundfunktionen stehen auch dann zur Verfügung, wenn das WLAN ausfällt.

Funklösungen werden immer beliebter.

Steuerelemente wie Wandsender lassen sich beliebig im Raum platzieren.

Das Smartphone wird via App ebenfalls zur komfortablen Bedienzentrale.

Kontakt: www.gira.de

Erschienen in Ausgabe: 06/2018