Das Team um Architektur-Professor Manfred Hegger verwies in dem einwöchigen Finale vor dem Weißen Haus in Washington D.C. die Konkurrenz von neunzehn renommierten Universitäten auf die Plätze, unter anderem Teilnehmer aus den USA, Kanada und Spanien.

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Bis auf einige wenige Einbauten im Schaltschrank sind alle Verbraucher und Abgriffe im Haus zentral durch LCN steuerbar. Der LCN-Bus steuert mit seinen 100 möglichen Lichtszenen die komplette Beleuchtung: Downlights, LED-Bänder, Effektbeleuchtung sowie die indirekte Beleuchtung. Als Feature sind hier besondere Lichtszenen für Tageszeiten abgelegt sowie eine energieeffiziente Steuerung der einzelnen Bereiche des Hauses. So wird beim Verlassen des Wohnbereiches das Licht herunter gedimmt, wenn man sich zum Beispiel in der Küche aufhält. Diese Lichtszenen dienen sowohl zur Erzeugung diverser Stimmungen als auch für personen-, funktions- und nutzungsgebunde Abläufe. Darüber hinaus ermöglicht das LCN-System die exakte, automatische Protokollierung der Abläufe sowie eine Energieauswertung und -bilanzierung. Die Beleuchtungssteuerung sowie die Steuerung der Steckdosen und Verbraucher kann auch über die Fernbedienung LCN-RT erfolgen.

Intelligente LCN-SH-Module und Relais LCN-R8H sind für die Steuerung von leistungsstarken Verbrauchern im Technikkern/Küche, aber auch für die Emulation von (5V und 230V) Tastern, zur Fernbedienung des eingebauten Klima-Kompaktgerätes sowie für die Fernbedienung von Haustechnikkomponenten eingesetzt.

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Die Einbindung der Stereo-Endstufen erfolgt über das LCN-Bussystem. Die Verstärker haben einen Tastereingang und können so unabhängig über ein intelligentes LCN-UPP-Modul angesteuert werden. Möglich macht dies die LCN-eigene Funktion Flackerkommando, bei der eine Auswertung einzelner Impulse erfolgt. Eine Bedienung ist über LCN-RT Fernbedienung möglich. Die Programmierung der gesamten Anlage erfolgte mittels der Programmier-Software LCN-PRO über das eingebaute Touch-Panel. Sie umfasst neben der Steuerung der Multimediakompenenten und Überwachung der Gebäudedaten auch die Parametrierung der LCN-Anlage. Gebäudeleittechnik, in erster Linie mit hochkomplexen Steuerungsanforderungen für Großprojekte in Verbindung gebracht, setzt sich auf dem deutschen Markt zunehmend auch im Haus- und Wohnungsbau durch. Das Solar Decathlon Projekt ist ein preisgekröntes Beispiel für die Adaptivität des Bussystems und den Effizienzgewinn für kleine und mittlere Projekte. Die Integration der Raumautomation in das Gebäudeleitsystem ermöglicht übergeordnete Steuerfunktionen einer Vielzahl von Gewerken. Die vorhandene technische Ausstattung wird effizienter und nachhaltiger genutzt.

LCN eignet sich für alle Gebäude, vom Einfamilienhaus bis zum Wolkenkratzer. Es arbeitet mit einem Kniff, der sich bei Anschaffung und Installation auszahlt: LCN nutzt eine freie zusätzliche Ader der regulären Verkabelung, im Unterschied zu aufwendigeren Systemen, die eine zusätzliche Verkabelung und damit Installationsmehraufwand benötigen.

Das Bussystem automatisiert die Steuerung der Beleuchtung, Heizung/ Kühlung, Beschattung, Zugangskontrolle, Brand- oder Einbruchsalarm. Zusätzlich zur Zentralsteuerung hat jeder Nutzer die Möglichkeit der individuellen Steuerung oder Programmierung. LCN ist kompatibel mit allen gängigen Schalterprogrammen. Die Bedienung kann auch mittels Touch-Tableaus verschiedenster Hersteller erfolgen.

Für eine Gebäudevisualisierung und Bedienung bietet Issendorff eine eigene Visualisierungssoftware an. So lässt sich zum Beispiel das Gebäude auch komfortabel über eine Internetverbindung steuern und überwachen.

Für die Verwendung des Bussystems durch das Team der TU Darmstadt sprachen die Qualitäten der LCN-Technik: Modularer und einfacher Aufbau mit hoher Funktionalität. Das Grundkonzept ist leicht umrissen: mit einfachen Mitteln wird besonders hohe Funktionalität erreicht.

Kernstück des Bussystems ist das herkömmliche NYM-Kabel, auf dessen zusätzlicher Ader Daten übertragen werden. In dieser unteren Busebene können bis zu 250 LCN-Module installiert werden, die jeweils über 20 Sensoren und Aktoren unterstützen. In Großanlagen können bis zu 30.000 Module gekoppelt werden. Mit 100 beziehungsweise 1.000 Nutztelegrammen pro Sekunde ist LCN ein sehr schneller Bus und nimmt im Vergleich einen Spitzenplatz ein. Alle zu verwendenden Module sind mit der kompletten Bandbreite an Funktionen ausgestattet, in der Tat reichen vier Grundbauformen, um alle Funktionen zu realisieren. Darmstadt war eine von lediglich drei nicht-amerikanischen Universitäten, die am Solar Decathlon 2007 teilnahmen.