Stromstärke messen

Lesertest

Für Strommessungen in engen Schaltschränken - sind große Stromwandler oder Stromzangen nur bedingt geeignet. Chauvin-Arnoux hat für solche Fälle spezielle Amperemeter entwickelt. Einige g+h-Leser können die neuen Messgeräte jetzt im Rahmen unseres Lesertestes kostenlos ausprobieren.

30. September 2013

Stromwandler oder Stromzangen lassen sich wegen ihrer Größe in Schaltschränken oft nur bedingt oder gar nicht einsetzen. Die Problematik entsteht besonders bei der Messung hoher Ströme, da die erforderlichen Messmittel entsprechend größere Abmessungen aufweisen. Chauvin-Arnoux hat für solche Fälle das TRMS-Amperemeter Digi-Flex entwickelt.

Es ermöglicht die Messung von Wechselströmen auch an sehr unzugänglichen elektrischen Leitern. Dank seines Echteffektivwert-Messverfahrens liefert das Gerät nicht nur bei reinen sinusförmigen, sondern auch bei verzerrten beziehungsweise mit Oberschwingungen behafteten Wechselströmen ein sehr zuverlässiges Messergebnis.

Das Amperemeter erfüllt die Norm IEC 61010 für Einsätze an elektrischen Anlagen der Kategorie CAT IV mit Spannungen bis 600 V gegenüber Erde und bis 1000 V bei Anlagen der CAT III. Die Geräte sind batteriebetrieben und verfügen über eine Digitalanzeige mit 4.000 Digit für die direkte Anzeige der gemessenen Stromstärke. Durch das einfache Schließ- und Öffnungssystem des Stromwandlers können Monteure die Geräte auch mit Sicherheitshandschuhen bedienen. Je nach Länge der Messschleife lassen sich sogar mehrere Leiter gleichzeitig umschließen, um zum Beispiel die Summe der fließenden Ströme zu ermitteln.

Der Magnethalter Multifix ermöglicht es, die Messgeräte an beliebigen Stellen im Schaltschrank zu fixieren. Mit nur zwei Tasten kann der Benutzer die Geräte einschalten, die automatische Abschaltung unterdrücken, die Anzeigespeicherung (Hold) oder die Speicherung des maximalen Messwerts (Max. Hold) steuern. Bei dieser Funktion wird permanent der neue Messwert mit dem angezeigten Maximalwert verglichen. Ist der neue Wert größer als der Anzeigewert, so wird dieser auf die Anzeige als Maximalwert übernommen.

Bei Langzeitmessungen ist somit das Gerät in der Lage, Stromspitzen auf einfachste Weise zu ermitteln. Somit ist das Gerät besonders hilfreich, um Energiefressern auf die Spur zu gehen. Der Messbereich der Digi-Flex MA400D beginnt bei einigen zehn Milliampere und ist perfekt für Elektroinstallationen im Wohnbereich ausgelegt. Das Gerät ist jedoch auch für Messungen an Verteilerknoten mit Stromstärken bis 400 A geeignet. Das Digi-Flex MA400D gibt es in zwei Versionen mit Strommessschleifen mit Umschließungsdurchmessern bis 45 mm oder bis 70 mm.

Das Digi-Flex MA4000D ist für Anlagen mit höheren Strömen bis zu 4.000 A in der Industrie und in der Energieerzeugung ausgelegt. Sein Umschließungsdurchmesser reicht für Leiter bis 100 mm. Die Stromversorgung erfolgt über zwei Standard-Batterien 1,5 V LR3 (AAA) oder mit gleichwertigen NiMH-Akkus mit 1.200 mAh Kapazität. Die Autonomie der Geräte reicht bei Dauerbetrieb je nach Batterie-Typ bis zu 70 Stunden. Wenn die Batteriespannung zu sinken beginnt und das Gerät nur noch etwa eine Stunde Betriebsautonomie aufweist, blinkt ein Batterie-Symbol in der Anzeige.

Der Stromwandler arbeitet nach dem Prinzip der Rogowski-Spule. Er besteht aus einem isolierten Körper, auf den ein Leiterdraht gewickelt wird. Da diese Spule keinen ferromagnetischen Kern hat, wird sie auch Luftspule genannt. Die Rogowski-Spule ist dadurch bedeutend leichter als herkömmliche Stromwandler. Ferner bieten sie eine hohe Linearität ohne Stromsättigung. Der Leiter, durch den der zu messende Strom fließt, bildet die Primärwicklung. Die Sekundärwicklung besteht aus der auftrennbaren Schleife, die um den Leiter gelegt wird. ?

Erschienen in Ausgabe: 06/2013