U-Bahnhöfe jetzt lückenlos sicher

Sicherheitstechnik

Siemens. Brandschutzschalter erkennen Fehlerlichtbögen und schalten im Bedarfsfall den Stromkreis eigenständig ab. Damit schließen sie eine sehr wichtige Schutzlücke im Bereich der Elektroinstallation. In Nürnberger U-Bahnhöfen sorgen sie für Sicherheit.

14. März 2018

Bislang gelten sie als „anerkannte Regel der Technik“, was ihren Einsatz dringend empfiehlt. Seit Ablauf der Übergangsfrist am 18. Dezember 2017 wird die Installation von Brandschutzschaltern in besonders gefährdeten Anwendungsbereichen sogar verpflichtend. Um für ihre Fahrgäste Sicherheit zu gewährleisten, werden bei der Stadt Nürnberg, der Eigentümerin des Nahverkehrsnetzes, Brandschutzschalter der Sentron-Reihe 5SM6 eingebaut.

Neuester Sicherheitsstandard

In den Jahren 2011 bis 2015 wurden die elektrischen Anlagen der U-Bahn-Stationen Langwasser Süd bis Bauernfeindstraße erneuert, der Bahnhof Scharfreiterring erhielt 2015 eine optische Aufwertung. Bei der Gelegenheit kam es den technischen Planern des U-Bahn-Bauamtes der Stadt Nürnberg und der VAG aber nicht nur darauf an, den Bahnhof Scharfreiterring optisch schöner zu gestalten. Sie wollten auch die Elektroinstallation der umliegenden Bahnhöfe auf den neuesten Sicherheitsstandard bringen. Alle Beteiligten legen größten Wert auf den Brandschutz der Streckeneinrichtungen und eine möglichst geringe Brandlast der verwendeten Materialien. Dahinter steckt das erklärte Ziel, bestmöglichen Schutz für Personen und Infrastruktur zu bieten. Es geht also nicht nur darum, Mensch und Material im Falle eines Brandes so schnell wie möglich in Sicherheit zu bringen.

Der Fokus liegt bereits auf der Brandprävention. Nicht zuletzt die automatischen U-Bahn-Linien begründen den Ruf der Stadt Nürnberg und der VAG als innovative Personenbeförderer. Die technischen Planer hatten daher von Anfang an Interesse für den Brandschutzschalter 5SM6. Bis vor wenigen Jahren war es nicht möglich, gefährliche Fehlerlichtbögen an Stromleitungen zuverlässig zu identifizieren. Gewöhnliche Sicherungen sowie Fehlerstrom- und Leitungsschutzschalter (FI/LS-Schalter) waren daher die wichtigsten Sicherheitskomponenten der Elektroinstallation. Durch Brandschutzschalter ist es nun möglich, diese Sicherheitslücke zuverlässig zu schließen.

Dahinter steckt die Siemens-Technologie Siarc: Der Brandschutzschalter analysiert permanent die Stromwerte und das Hochfrequenz(HF)-Rauschen. Der integrierte Microcontroller erkennt unerwünschte Fehlerlichtbögen sofort. Entscheidend ist aber, dass er harmlose Störquellen von gefährlichen Lichtbögen unterscheiden kann.

Wartung ist nicht nötig

Fehlerlichtbögen entstehen in aller Regel durch beschädigte Leitungen, die unter anderem durch eingeklemmte, überhitzte oder zu stark gebogene Kabel verursacht werden. Im Außenbereich sind für solche Leitungsschäden oft auch nagende Tiere verantwortlich. Tritt so ein unerwünschter Fehlerlichtbogen auf, schaltet der Brandschutzschalter den Stromkreis sicher ab. Es ist nicht nötig, den Brandschutzschalter zu warten. Die Selbsttestfunktion überprüft kontinuierlich und eigenständig seine Funktionsfähigkeit. Damit bietet er in Verbindung mit einem kombinierten Fehlerstrom-Leitungsschutzschalter den perfekten Rundumschutz für Personen, Anlagen und Güter. In Nordamerika sind Schutzeinrichtungen für Fehlerlichtbögen seit vielen Jahren vorgeschrieben. Mit dem Brandschutzschalter führte Siemens als erster Hersteller diese Technologie in den IEC-Markt ein. Mittlerweile hat sich auch in Europa die Normenlage geändert. Gemäß IEC 60364-4-42 empfiehlt es sich seit 2014 dringend, Brandschutzschalter einzubauen. Hinzu kommt die Norm DIN VDE 0100-420. Bereits seit ihrer Veröffentlichung im Februar 2016 gilt der Brandschutzschalter in besonders gefährdeten Bereichen als „anerkannte Regel der Technik“.

Seit Ablauf der Übergangsfrist am 18. Dezember 2017 müssen sie in vielen Einsatzorten verpflichtend eingebaut werden. Dafür sprechen auch die Statistiken. Denn mehr als ein Drittel der Brände in Deutschland entstehen durch Fehler in der Elektroinstallation.

g+h INFO

Geräte als anerkannte Regel der Technik

Mit den Brandschutzschaltern 5SM6 von Siemens kann ein weiterer Beitrag zur Erhöhung des Brandschutzes geleistet werden. Sie erkennen zuverlässig gefährliche Fehlerlichtbögen, die durch beschädigte Leitungen entstehen können. Bereits jetzt gelten die Geräte als „anerkannte Regel der Technik“ für besonders gefährdete Bereiche.

Erschienen in Ausgabe: 02/2018