Überwachte Bauausführung

Flir. Moderne Thermografie-Systeme messen selbst feinste Temperaturunterschiede. Die Ergebnisse können sowohl als Film als auch in Form von Bildern wiedergegeben werden.

30. März 2007

Aus den Wärmebildern Temperaturen reproduzierbar und in unterschiedlichen Umgebungsbedingungen zu bestimmen, erfordert erhebliche Kompetenz schon im Design der Kamera, des Detektors, der Optiken und der Software. Oft ist es jedoch genau die Information der absoluten Temperatur, die benötigt wird, um am Ende eine Information zu erhalten, die zu richtigen Entscheidungen führt. Ist an einer Kältebrücke in einem Gebäude der Taupunkt überschritten, führt das zu feuchtem Niederschlag mit entsprechenden Folgen wie Schimmelbildung. Um das frühzeitig zu erkennen und dann Gegenmaßnamen zu treffen, muss die Differenztemperatur ermittelt werden. Mit Hilfe dieser Daten lässt sich dann der Taupunkt berechnen - mit den speziell für die Bauthermografie kalibrierten Infrarotkameras der B-Serie von Flir geschieht das sogar automatisch. Schon bei der Überwachung der Bauausführung können Mängel frühzeitig erkannt und in der Gewährleistungszeit abgestellt werden. Daneben kann die Einhaltung bestimmter, vertraglich vereinbarter Eigenschaften (z. B. Luftwechselrate) nachgewiesen werden. Für Sanierungsprojekte bietet sich die IR-Thermografie in der Planungsphase ebenfalls an. Eine gezielte Fehlerortung und Schadenminimierung sind hier das Ziel. Bei der Sanierungsplanung im Altbaubestand ermöglicht die Untersuchung Budget und Mittel gezielt einzusetzen, weil die Schwachstellen in Form klarer Planungsgrundlagen vorliegen. Bei Rohrleitungsschäden wird durch eine schnelle und exakte Eingrenzung des Leckageortes und der Unterscheidung zwischen Hauptschaden und kleineren Lateralschäden eine gezielte Instandsetzung ermöglicht.

In der Sanierungsplanung an Straßen und im Denkmalschutz können beispielsweise Unterspülungen und Delaminationen auf Thermografie- Aufnahmen schnell erkannt und Erhaltungsmaßnahmen gezielt geplant werden. Aber auch gesundheitliche Aspekte sprechen für den Einsatz der Infrarot-Thermografie: Feuchte Stellen können einfach erkannt werden. Der oft daraus resultierende toxische und allergieauslösende Schimmelbefall, aber auch ungesunde und ungemütliche Wohn- und Arbeitsplatzkonditionen durch schlechte, fehlerhafte Ausführung der Raumklimatisierung und Belüftung können verhindert werden. Bei der Neubauüberwachung, insbesondere zur Prüfung der Einhaltung der Vorgaben aus der Wärmeschutzverordnung und ENEV2002, aber natürlich auch zur generellen Qualitätssicherung sind Messungen sinnvoll. Im Einzelnen ergeben sich denkbare und sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten bei der Überprüfung von Funktion und Ausführung von Klima- und Heizungsanlagen, inklusive Fußbodenheizung.

Der Niedrigenergiehausstandard und die EnEV 2002 Energieeinsparverordnung sind in aller Munde. Der moderne Mensch will gesund bauen und leben. Mit Hilfe von Infrarotmesstechnik wird überprüft, ob die Baustoffproduzenten bezüglich der Wärmedämmwerte halten, was sie dem Kunden versprechen. Seit Januar 2002 ist die Novelle der 1970 verabschiedeten Wärmeschutzverordnung, die ENEV 2002 in Kraft. Sie beinhaltet eine strenge Regelung für die Wärmeverlustleistung. Auch die Luftdichtigkeit und die Luftwechselraten werden genauer unter die Lupe genommen. Mit dem Gebäudeenergiepass, der ab 2007 in der neuen EnEV aufgenommen wird, kommt ein neues und gesetzlich verankertes Instrument auf den Markt, mit dem das energetische Verhalten von Gebäuden besser dargestellt und aufgeschlüsselt werden kann. Die zur Ausstellung des Energiepasses benötigten Daten können teilweise mit Hilfe der Infrarot- Thermografie gewonnen werden. Wärmeverlust, Feuchtigkeit und Luftundichtigkeiten an Gebäuden werden auf den Falschfarben- Infrarotbildern sichtbar. Die Thermografie wird in der Qualitätssicherung und zur Abnahme von Neubauten eingesetzt, aber auch zur Planung von Sanierungsmaßnahmen. Schnell und kostengünstig sollten diese Messungen im Idealfall durchgeführt werden, denn Zeit ist ein wichtiger Faktor in der Planung eines Bau- oder Sanierungsvorhabens. Der Einsatz von Thermografie-Kameras trägt zur Beschleunigung der Entscheidungsfindung bei. Früher waren diese Messungen nur mit großem Aufwand möglich. Die meisten marktgängigen Geräte erfassen die gewünschten Messobjekte mit Hilfe von rotierenden Spiegeln und müssen mit flüssigem Stickstoff oder mechanisch gekühlt werden.

Christoph König/Frank Liebelt

Thermacam

B640 Der 640x480-Pixel-Detektor bietet eine viermal höhere Auflösung. Dadurch sind mehr Details zu sehen, Analysetools mit größerer Genauigkeit zu verwenden und schnellere Entscheidungen zu treffen.

Mögliche Anwendungen sind Leckageortung, Detektion von Luftundichtigkeiten, Prüfung von Wärmedämmung und Energieverlust, Überprüfung von Trocknungsmaßnahmen sowie ganz allgemein das Aufspüren von Baumängeln.

www.flir.de

Erschienen in Ausgabe: 02/2007