Bisher nutzen nur wenige Privatkunden die hohe Leistungsfähigkeit der Glasfaser-Technologie. Mit zunehmender Popularität von datenintensiven Internetanwendungen wie Streaming-Diensten oder dem Internet der Dinge (IoT) steigt jetzt aber auch in der breiten Bevölkerung die Nachfrage nach einer stabilen und schnellen Datenübertragung.

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Zur Realisierung des Glasfasernetzes wurde auf dem Gelände des Nordsee Camps ein Mikrorohrsystem von Rehau verlegt, in das Mikrokabel mit vier Singlemode-Fasern eingeblasen wurden. „Diese Installationstechnik ist besonders effizient. Der bauliche Aufwand ist vergleichsweise gering und die Installation kann jederzeit an den aktuellen Bedarf angepasst werden“, sagt Andreas Bittner von Sonepar. Das zahlt sich vor allem bei Neubauprojekten aus, denn das passive Rohrsystem kann analog der Sanitär- und Elektroinstallation geplant und verlegt werden. Für eine spätere Anpassung oder einen Austausch der Mikrokabel fällt keine Nachinstallation an. Deshalb wurden im ersten Bauabschnitt zunächst 28 Chalets an das Glasfasernetz angeschlossen.

Eine Technik für Internet, Telefon und TV

Das Konzept für die Übertragungstechnik hat das Projektteam in Zusammenarbeit mit Astro Strobel aus Bergisch-Gladbach erarbeitet. Die Systemtechnik des Glasfasernetzes im Nordsee Camp stützt sich auf ein standardisiertes GPON-Netz und entspricht damit einer Punkt-zu-Multipunkt-Topologie (P2MP). Im zentralen Technikgebäude sind die aktiven und passiven Komponenten des Netzwerkes jeweils in einem 19“-Serverschrank verbaut. Zum Schutz vor Spannungsschwankungen wurde eine Online-USV-Anlage vorgeschaltet. Neben der Kabel-TV-Kopfstelle und dem optischen Sender und Verstärker befindet sich hier auch das Optical Line Terminal (OLT). Das Gerät überträgt die LWL-Datensignale mithilfe optischer Splitter (Verteiler) an die Chalets auf dem Campingplatz.

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Das ankommende Lichtsignal wird mit passiven optischen Splittern auf mehrere Ausgänge aufgeteilt und an die einzelnen optischen Netzabschlüsse (Glasfasermodems) weitergeleitet. Alle Chalets, die an den gleichen zentralen GPON Port über optische Verteiler angebunden sind, teilen sich die Bandbreite von 2,5 Gbit/s. Das installierte System hat eine maximale Kapazität von 10 Gbit/s.

Das Netz und seine Vorteile

In den Chalets kommen moderne Glasfaser-Router als Netzabschlüsse zum Einsatz. Sie bilden den Leitungsabschluss, setzten die optischen Signale in elektrische um und stellen den Daten- und TV-Anschluss zur Verfügung. „Die Integration von Kabel-TV als RF-Overlay ist bereits im Standard vorgesehen und kann bei Bedarf einfach in das Glasfasernetz mit eingespeist werden“, so Bittner. Beim Teilnehmer wird dann das Kabel-TV-Signal auf einem üblichen Koaxialanschluss zur Verfügung gestellt. Hingegen wird bei P2P-Ethernet in jede dedizierte Faser über einen eigenen Filter das CATV-Signal eingekoppelt. Daraus ergibt sich, dass im GPON-Netz weniger Glasfasern, Glasfaserablagen, Spleiß-Punkte, Patchkabel und optische Filter benötigt werden als dies in der vergleichbaren P2P-Technik notwendig wäre.

g+h KOMPAKT

Installationsbetrieb: Fritz Meyer GmbH & Co. KG, Norden

Systemanbieter: Astro Strobel, Bergisch-Gladbach

Objekt: Nordsee-Camp Norddeich, Norden. Ferien am Deich im Zelt, Caravan, Wohnmobil oder einem von 28 neuen Chalets, die Natur und Luxus miteinander verbinden.