Verbinden statt verdrahten

Technik

Moeller. Mit der Smart-Wire-Darwin-Technologie bietet das Unternehmen ein innovatives Kommunikationssystem für die Vernetzung von Schaltgeräten an, welches die Umsetzung neuartiger Schaltschrankkonzepte ermöglicht.

13. Mai 2009

Darwin Technology vereinfacht die kompletten Abläufe für den Aufbau eines Schaltschranks und gestaltet sie in jedem Schritt effizienter: von der Planung und Montage bis hin zur Inbetriebnahme und Erweiterung. Neben der Steuerverdrahtung entfallen damit auch die bisher notwendigen E/A-Baugruppen. Durch den Wegfall von Verdrahtung und E/A-Baugruppen lässt sich zusätzlich das Schaltschrankvolumen reduzieren. Hieraus resultieren dann Vorteile für die Planung, Projektierung und Montage.

Zusätzlicher Nutzen entsteht im Betrieb durch erweiterte Diagnosemöglichkeiten sowie einfachen Austausch und Erweiterbarkeit. Die grundlegende Veränderung vollzieht sich vor allem im Schaltschrank: Schaltgeräte werden zu intelligenten Automatisierungsgeräten und die herkömmliche Steuerverdrahtung zwischen E/A-Baugruppen und Schaltgeräten wird durch eine neue, deutlich einfachere Verbindungstechnik ersetzt. Die zentrale und die dezentrale E/A-Ebene sind jetzt direkt in die Schaltgeräte integriert.

Grundlage der patentierten Smart-Wire-Darwin-Kommunikationstechnologie ist die Neuentwicklung eines innovativen ASICs, der die Funktion der bisherigen E/A-Ebene der SPS übernimmt. Er macht alle Moeller-Schaltgeräte rund um den Motor Darwin-fähig – Geräte mit geringer Datenmenge, zum Beispiel Leuchtmelder und Drucktaster, genau wie Hochleistungsgeräte wie Frequenzumrichter und Leistungsschalter mit größeren Kommunikationsdaten. Dabei bietet er hohe Leistungsfähigkeit auf kleinem Raum zum kleinen Preis. Das Beste: Der Darwin-ASIC ist auch offen für alle weiteren Anwendungen.

Die Übermittlung der Daten erfolgt über Gateways, die die Daten vom Smart-Wire-Darwin- Netzwerk über Standard-Feldbussysteme wie Profibus-DP oder CANopen zur übergeordneten SPS übertragen. Am Gateway erfolgt der Start des Smart-Wire-Darwin-Netzwerks.

Bis zu 99 Module lassen sich hier an ein Netzwerk anschließen. Der Anschluss an die herkömmlichen Schaltgeräte erfolgt über kommunikationsfähige Funktionsmodule, die direkt auf dem Schütz montiert werden.

Neben der Verwendung von Schaltgeräten können auch Befehls- und Meldegeräte mit M22-Funktionselementen zu Kommunikationspartnern am Smart-Wire-Darwin ertüchtigt werden. Funktionselemente gibt es für eine Befehlsfunktion (Taster, Schalter, Mehrstellungsanzeige), eine Anzeigefunktion oder eine kombinierte Bedien- und Anzeigefunktion. Die Verarbeitung weiterer Ein- Ausgangssignale von Schaltgeräten, die noch nicht über die integrierte Smart-Wire-Darwin-Technologie verfügen, erfolgt durch E/A-Module, die direkt neben der Sensorik/Aktorik montierbar sind. Die verbleibende Verdrahtung wird dadurch stark minimiert.

Alle Anbindungen an das Kommunikationssystem sind steckbar ausgelegt. Verdrahtungsfehler sind somit ausgeschlossen, was die Inbetriebnahmezeiten noch weiter reduziert. Die Anwendung ist dabei nicht auf den Schaltschrank begrenzt. Befehls und Meldegeräte, die in Aufbaugehäusen oder externen Bedienpulten vorhanden sind, lassen sich ebenfalls in das System integrieren. Die Ausdehnung bis 100 Meter und der Anschluss von bis zu 99 Teilnehmern an einem Gateway bieten vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten.

Bei der schnellen und sicheren Planung eines Smart-Wire-Darwin-Netzwerks unterstützt der Anwender die Software SWD-Assist. Mit ihr können Sie gleichsam spielerisch Ihr SWD-Netzwerk erstellen. Die Software hilft bei der Auswahl der richtigen Funktionselemente, schlägt korrekte Zubehörteile vor und führt Plausibilitätskontrollen durch.

Für feste Netzwerkkonfigurationen kann auch eine spezifische Gerätebeschreibungsdatei (GSD- oder EDS-Datei) erstellt werden. Diese ist dann einfach im Programmiersystem zu importieren. Die neue Verbindungstechnik Smart-Wire Darwin findet ihren Einsatz in den verschiedensten Anwendungsbereichen der Industrie- und Gebäudeautomatisierung: Ob als Lösung im Schaltschrank, in der Peripherie direkt an der Maschine oder in Nutzgebäuden – mit Smart-Wire Darwin gestaltet man Applikationen einfach und übersichtlich.

Erreicht wird dies zum einen durch den Wegfall der herkömmlichen Steuerverdrahtung und zum anderen durch die Verlagerung der E/A-Ebene direkt in die Schaltgeräte. Der Liefereinsatz des Smart-Wire-Darwin-Produktsortiments erfolgt in Q2/2009.

Moeller, mit Hauptsitz in Bonn, ist einer der international führenden Hersteller und Anbieter von Komponenten und Systemen für die Energieverteilung und Automatisierung in der Industrie, in Infrastrukturgebäuden sowie in Wohnhäusern. Seit April 2008 gehört Moeller zur amerikanischen Eaton Corporation, einem diversifizierten globalen Industriekonzern mit 81.000 Mitarbeitern und einem Umsatz im Jahr 2007 von rund 13 Milliarden US$. Moeller ist stark international ausgerichtet und weltweit in mehr als 90 Ländern mit 31 Landesgesellschaften und über 350 Vertriebsniederlassungen und Agenten präsent.

Als Spezialist für Energiemanagement erzielte die Eaton Corporation (NYSE:ETN) im Jahr 2008 Umsätze in Höhe von 15,4 Mrd. US-Dollar. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Cleveland, Ohio/USA, zählt weltweit zu den Technologieführern im Bereich elektrischer Systeme für sichere Stromversorgung, -verteilung und -steuerung. Die Produktpalette umfasst darüber hinaus Antriebssysteme und Dienstleistungen für Industrie- und Mobilhydraulik sowie Tank-, Hydraulik- und Pneumatik-Systeme für den kommerziellen und militärischen Einsatz in der Luftfahrtindustrie. Abgerundet wird das Portfolio durch sichere und auf Effizienz in Leistung und Verbrauch ausgelegte Antriebssysteme für PKW und Nutzfahrzeuge. Eaton beschäftigt 75.000 Mitarbeiter und vertreibt seine Produkte in über 150 Ländern.

Die Vorteile in drei Punkten

1. Darwin Technology arbeitet mit Standard-Komponenten: kein Umdenken, gute Verfügbarkeit, deutliche Kostenersparnis, keine doppelte Lagerhaltung etc. Ein System für alle Motoren bis 1.600 A.

2. Die Adressierung der Teilnehmer erfolgt auf Knopfdruck. Ohne Adressierung per DIP-Schalter, ohne neues Fachwissen, ohne neues Bussystem-Know-how.

3. Der Einsatz ist einfach und zeitsparend. Die Anforderungen an die Werkstatt sinken. Das Motto lautet: Plug & Work. Die Zeitersparnis ist enorm. Ohne Fehlersuche, da das System keine Verdrahtungsfehler zulässt.

Erschienen in Ausgabe: 02/2009