So müssen Installationen in den Steigeschächten etagenweise in S90 beziehungsweise EI90 geschottet werden. Dazu gehören auch die Elektroinstallationen. Neben normalen Versorgungsleitungen müssen gemäß DIN 18015 im Wohnungsbau Leitungen für die Kommunikationstechnik also Datenkabel oder Fernsehkabel reversibel in einem Leerrohrsystem verlegt werden. Über die DIN 18015 hinaus können auch Telekommunikationsversorgungsunternehmen solche oder zusätzliche Anforderungen stellen. Während normale Versorgungskabel mit jedem Abschottungssystem verschlossen werden können, muss die Abschottung von Installationsrohren für die Nachbelegung von Kabel extra geprüft und zugelassen sein, da sich nicht jeder Typ Brandschott dazu geeignet.

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Aufgrund der steigenden m²-Preise vor allem in Ballungsräumen macht es Sinn, auch bei Brandabschottungen eine Lösung zu suchen, die den Flächenverbrauch für die Installationen im Steigeschacht minimiert. Der Flächenverbrauch kann hier zum Problem werden, weil für einen funktionierenden Brandschutz normalerweise zwischen den Installationen Mindestabstände von 20 cm vorgeschrieben sind.

In Bezug auf die Abschottung der Kabel und Kunststoffleerrohre gibt es deutliche Unterschiede. Meistens müssen die Leerrohre in mehr oder weniger großen Bündeln zusammengefasst werden. Zwischen den Bündeln müssen dann Abstände eingehalten werden. Meist sind die Durchmesser der Leerrohre eingeschränkt oder in den Leerrohren sind die Durchmesser der Kabel eingeschränkt.

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Im Gegensatz dazu müssen Leerrohre in Wichmann-Boxen nicht gebündelt werden. Der gesamte Innenraum kann für Leerrohre und Kabel genutzt werden. Gegenüber Lösungen mit Hülsen, Manschetten und Brandschutzschaum lassen sich bis zu 70 Prozent Platz einsparen. Hinzu kommt, dass Prüfergebnisse mittlerweile belegen, dass Wichmann-Boxen sogar im 0-Abstand zu verschiedenen benachbarten Rohrdurchführungen installiert werden können. Der Flächenverbrauch ist dadurch nochmals optimiert. Unter dem Strich bleiben pro Gebäude also einige m² mehr Wohnfläche zum Vermieten oder Verkaufen. Bei durchschnittlichen Herstellungskosten von 2.400 €/m² (Zentralverband Deutsches Baugewerbe) übersteigt dieser wirtschaftliche Nutzen die Kosteneinsparungen, die mit vordergründig günstigeren Systemen möglich scheinen, bei weitem.

Ein weiterer Punkt ist, dass durch größere Schottflächen auch der Schallschutz in den Deckendurchführungen geschwächt wird, da in der Regel nicht die gleichen Schalldämmwerte erreicht werden, wie sie bei einer geschlossenen Betondecke gegeben sind. Weniger ist hier mehr, nämlich mehr Schallschutz.