Vielseitig und wirtschaftlich

Die neue Generation der Sonnenschutzsteuerungen

Elektrische Jalousien alleine machen noch kein Sonnenschutzkonzept. Wer trotzdem Tag für Tag an jedem Fenster per Hand die Knöpfe bedienen muß, macht etwas falsch. Das gilt für Wohnhäuser und erst recht für größere Bürogebäude, wo Klimaanlagen unnötig belastet werden und Mitarbeiter nicht unter optimalen Bedingungen arbeiten können. Aber auch automatische Beschattungssysteme, die mit Hilfe von Zeitfunktionen oder Wetterzentralen funktionieren, sind nicht immer optimal. Die Schweizer Multronic AG hat ein völlig neues Konzept entwickelt, mit dem Sonnenschutz vielseitiger und wirtschaftlicher als bisher realisiert werden kann.

15. Oktober 2002

Viele Sonnenschutzsysteme machen schlichtweg zu. Dann ist der Raum stockdunkel, man muß das Licht einschalten und fühlt sich unwohl - wie eingesperrt, was sich zum Beispiel in geringerer Arbeitsleistung niederschlägt. Zusätzlich belastet das eingeschaltete Kunstlicht die Stromrechnung. Die Lösung: Lamellen, die sich je nach Sonnenstand so einstellen, daß direktes Sonnenlicht zwar vermieden wird - trotzdem aber noch genügend Tageslicht in die Räume fällt.

Sonnennachlauf-Steuerung: Weniger Energieverbrauch

Eine solche Lamellensteuerung ist längst keine Zukunftsmusik mehr. Das Flex-Modul der Firma Multronic greift dafür auf astronomische Formeln zurück und ist in der Lage, durch Eingabe von Datum, Uhrzeit, Längen- und Breitengrad den Stand der Sonne exakt zu berechnen.

Ein Funkuhrempfänger synchronisiert auf Wunsch Datum und Uhrzeit sogar selbsttätig, damit die Berechnungen auch wirklich ganz genau stimmen. Früher war eine solche Nachlaufsteuerung nur besonders teuren, aufwendigen Systemen vorbehalten - beim hier vorgestellten Gerät ist sie serienmäßig eingebaut. Eine Vielzahl von hinterlegten Beschattungs-Strategien, je nach angeschlossenem Endprodukt, macht das Flex-Modul besonders leistungsfähig.

Von der Markise bis zum Raffstore

Für Jalousien wurden zum Beispiel vier verschiedene Lamellenpositionen festgelegt: Sichtschutz, tiefe und hohe Beschattung und Durchsichtstellung. Je nachdem, was der Endnutzer gerade wünscht, wird die Nachlaufsteuerung vorgenommen. Dabei hat der Hersteller auch Rücksicht auf die Lebensgewohnheiten der Menschen in den verdunkelten Räumen genommen: Die Strategien hat man so festgelegt, daß möglichst wenige Fahrbewegungen zur Nachführung erforderlich sind.

Auch für Großlamellen mit Solarelementen hat das Modul die richtige Taktik: Hier erfolgt die Nachführung so, daß die Sonnenstrahlen jederzeit senkrecht auf die Lamellen auftreffen und eine optimale Lichtenergie-Ausbeute gewährleistet ist.

Statt 4 jetzt 32 Kanäle

Das Multitalent ist für sämtliche Gebäudearten gleichermaßen geeignet: Vom Wohnhaus bis zum großen Verwaltungsgebäude reicht das Anwendungsspektrum. Hatte man früher meistens nur vier Kanäle mit jeweils separaten Sensoren für vier Fassaden zur Verfügung, bietet die neue Generation nun 32 Kanäle mit nur einem Sensor, da die Fassadenausrichtung berücksichtigt wird. Damit läßt sich die Steuerung viel flexibler an die Gegebenheiten größerer Gebäude anpassen, denn eine Fassade hat nicht an jedem Punkt gleiche Lichtverhältnisse. Bäume oder Nebengebäude können das einfallende Sonnenlicht elementar verändern. Gut, wenn man dann ein paar zusätzliche Kanäle zur Verfügung hat und das Gebäude in mehr als nur vier Sektoren unterteilen kann.

Jedes Modul verfügt darüber hinaus über vier Eingänge, an die beliebige Sensoren für Helligkeit, Wind, Temperatur oder Niederschlag aber auch Taster und potentialfreie Kontakte angeschlossen werden können. Wenn diese Eingänge nicht ausreichen, kann man bis zu 10 Flex-Module aneinanderreihen. Damit können dann pro Anlage bis zu 40 Sensoren zum Einsatz kommen.

Wem das dann immer noch nicht genügt, der kann auf eine spezielle Software zurückgreifen. Sie verwaltet bis zu 500 Sektoren und arbeitet auf einem Standard-PC. Die Einbindung in ein Computernetzwerk erlaubt sogar die Bedienung von mehreren Arbeitsplätzen aus.

Wahlweise Multronic-Bus oder EIB

Das sechs Teilungseinheiten umfassende Modul läßt sich auch in kleinen Verteilungen unterbringen. Die Verbindung zu den Motorsteuerungen, die normalerweise direkt an den Jalousiemotoren oder Markisen-Antrieben angebracht sind, erfolgt über eine 2-Draht-Leitung, den sogenannten Multronic-Bus. Eine Spannungsversorgung oder irgendwelche Systemgeräte sind dafür nicht erforderlich. Die Verdrahtung erfolgt nicht mehr sternförmig, wie bei konventionellen Systemen. Vielmehr wird die Busleitung von Antrieb zu Antrieb gezogen und minimiert dadurch den Installationsaufwand ganz erheblich. Die Einstellung der gewünschten Abläufe kann über das externe Bediengerät erfolgen. Dieses Gerät in Handy-Größe bleibt später beim Nutzer. Er kann damit eingestellte Szenen abrufen und die Anlage bedienen.

Aber auch für EIB-Anlagen wird das Modul angeboten. Die Verbindung zwischen Modul und Motorsteuerungen stellt dann die EIB-Busleitung sicher. Der besondere Clou: Die Sensorwerte, die das Modul empfängt, sendet es in Echtzeit auf den Bus. Damit stehen Temperatur, Helligkeit oder Windgeschwindigkeit auch anderen Anwendungen zur Verfügung und man benötigt nur eine einzige Wetterzentrale. Zudem lesen die Aktoren automatisch Störungen aus und können sofort auf den Bus melden, wenn ein Motor defekt ist.

Erschienen in Ausgabe: 05/2002