"Visionen werden Realität"

Elektro Heldele hat Zukunftsmärkte im Visier

Der Elektrofachbetrieb Heldele in Salach zählt mit rund 500 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 60 Millionen Euro zu den großen der Branche. Seit seiner Gründung 1964 ist das Unternehmen stetig gewachsen und auch heute besteht für die Geschäftsleitung nur wenig Grund zu klagen. Dies spiegelt sich nicht nur im rund 6,3 Millionen Euro teuren Neubau wider, der über mehr als 4000m² Nutzfläche verfügt. So wie Heldele bei seinen Kunden auf High Tech setzt, wurde selbstredend auch im neuen Firmensitz nur Technik vom Feinsten installiert. G&H war vor Ort.

29. September 2003

1964 von Adolf Heldele als Elektrofachbetrieb gegründet, bestand von Anfang an eine Ausrichtung auf gewerbliche Kunden, daß heißt die Industrie und das Objektgeschäft. Schon in den siebziger Jahren wurde das Aufgabenspektrum des noch jungen Betriebs um den Schaltschrankbau erweitert. Heldele erkannte bereits früh, daß die von ihm avisierten Geschäftsfelder lukrativer sein würden als der klassische Wohnungsbau. Ende der siebziger Jahre wurde die Fernmeldetechnik integriert. Es folgten Alarm- und Brandmeldetechnik. Zu diesem Zeitpunkt betrieb das Unternehmen außerdem noch ein Ladengeschäft. In den Folgejahren kam eine Konstruktionsabteilung hinzu, in der heute rund 20 Ingenieure NC/CNC- und SPS- gesteuerte Module programmieren und dann beim Kunden in Betrieb nehmen.

Die Weiterentwicklungen des Marktes führten 1984 zur Aufnahme der Datentechnik - damals noch reine Kabelverlegung für PCs. Heute deckt Heldele vom PC bis zu Server-Systemen die ganze Bandbreite ab. Eines der jüngsten Standbeine ist neben der Medien- auch die Umwelttechnik. In diesem Bereich werden beispielweise Schaltanlagen und Steuerungen für Klärwerke installiert. Auch das Fernwirken in Entwässerungsnetzen zählt dazu.

Gelebte Gebäudeautomation

Die Heldele GmbH ist bundesweit tätig, wenn auch der Stuttgarter Großraum einen klaren Schwerpunkt bildet. Fest im Visier hat man in Salach die Gebäudeautomation. Diese kann man in Vollendung im vierstöckigen Neubau sehen, um die Technik dem Kunden „lebendig“ präsentieren zu können. Basierend auf Lon, wurden alle Gewerke im Gebäude zusammengeführt - von der Jalousien- und Beleuchtungssteuerung bis hin zur Heizungs- und Lüftungsanlage.

Als Software kam Lon-Maker zum Einsatz. Mit ihr werden die einzelnen Lon-Knoten im Bus programmiert. Eine Visualisierung gibt dem Haustechniker jederzeit die Möglichkeit, sozusagen per Maus einzugreifen, wenn einmal etwas schief läuft. Die Empfangsdame verfügt über eine „abgespeckte“ Visualisierung, um ebenfalls bestimmte Schaltungen durchführen zu können.

Ausgesprochen interessant wurde die Zeiterfassung über das System Bieber für die Mitarbeiter gelöst. Sie ist nämlich mit einem Zutrittskontrollsystem kombiniert worden. Jeder Mitarbeiter erhält einen Schlüsselanhänger, der ihm die Tür öffnet und gleichzeitig die Uhrzeiten seines Kommens und Gehens weiterleitet. Insgesamt wurden im Gebäudekomplex 12 Zutrittskontrollterminals für die Öffnung der Flügeltüren per Transpondertechnik installiert. Mit dem System wird auch die Alarmanlage aktiviert und deaktiviert. Zur Alarmanlage gehören unter anderem 37 Bewegungsmelder und zehn abzusichernde Außentüren sowie mehrere Kameras, die über einen Aufzeichnungszeitraum von drei Wochen verfügen.

Für Sicherheit sorgt auch die Brandmeldeanlage mit 121 Rauchmeldern, 17 Druckknopfmeldern, 22 Esserbus-Signalgebern und einem Lüftungskanalmelder. Die Ringbustechnik des Systems macht es möglich, Signalgeber und Brandmelder auf einer Ringleitung zu installieren und zu betreiben.

Die Beleuchtungssteuerung erfolgt über Präsenzmelder, weshalb man in den meisten Räumen keine Schalter findet. Jeder Mitarbeiter hat nämlich die Möglichkeit über seinen Computer die Beleuchtung, die Heizung (in einem Bereich von +/- 3 °C) oder die Jalousien zu steuern. Letztere werden darüber hinaus natürlich bei Unwetter automatisch hochgefahren und bei starker Sonneneinstrahlung herunter. Im „Normalfall“ existiert aber immer die Option, „manuell“ per PC einzugreifen. Die Möglichkeit der manuellen Einflußnahme ist, das haben Untersuchungen in Bürogebäuden ergeben, außerordentlich wichtig für die Mitarbeiter.

Wärme vom Nachbarn

Innovativ ist das Heizungssystem im Haus, denn in einer etwa einhundert Meter entfernt liegenden Palettenfirma werden Holzreste verbrannt. Da das Unternehmen diese Wärme selbst nicht nutzen konnte, bot sich ein „Transfer“ zum Nachbarn Heldele an. So kann die Heizleistung von 120 kW über zwei Kunststoffleitungen genutzt werden. Ein 20.000 l fassender Pufferspeicher deckt durch Wärmespeicher rund 80 Prozent des Heizwärmebedarfs ab, den Rest liefert Gas.

Die Temperierung der einzelnen Räume wiederum erfolgt mit Hilfe von Präsenzmeldern. Wenn eine Person den Raum betritt, wird der jeweilige Einzelraumtemperaturregler freigegeben und die Raumtemperatur auf 21°C erhöht. Beim Verlassen des Raumes wird die Temperatur wieder automatisch auf einen vorher festegelegten Wert abgesenkt.

Ausschließlich Jung

Und wenn es einmal nicht zu kalt, sondern - wie in diesem Sommer sehr oft - zu heiß ist, dann sorgt eine Klimaanlage für Abkühlung. Nach dem Verdampfungsprinzip wird das in zwei 24.000 l Behältern aufgefangene Regenwasser (es dient auch der Toilettenspülung sowie der Bewässerung der Grünanlagen) zur Kühlung der Klimaanlage genutzt. Für die Nachtkühlung wird im Doppelboden durch automatische Öffnung an den Flügelenden des Gebäudes ein Unterdruck erzeugt. So strömt die kalte Nachtluft nach und kühlt den Betonkörper aus.

Schalter, Taster, Steckdosen und andere Einbaugeräte im Heldele-Neubau stammen aus dem Hause Jung, Schalksmühle. Im Gegensatz zu vielen Elektrofachbetrieben, die meist zwei oder auch drei unterschiedliche Fabrikate nutzen, sind bei Heldele in diesem Sektor ausschließlich die Programme des Schalksmühler Unternehmens zu finden. Dieter Merath, Prokurist und Bereichsleiter Installation, gibt auf die Frage nach den Gründen zu verstehen, daß im Neubau hier die Design-Gründe und die Qualität den Ausschlag gegeben hätten.

Zudem läßt sich das installierte Schalterprogramm mit Aluminium-Rahmen und Aluminium Abdeckung ausgesprochen harmonisch in die Architektur einfügen, und die Einbindung der Jung Instabus-Standard-Tastsensoren in das Lon-System stellt ebenfalls kein Problem dar.

Das bei Heldele installierte Schalterprogramm A plus gibt es jetzt auch mit frischen Farbtönen, die im Wohnbereich für Atmosphäre sorgen. In die gespannten Rahmen können alle Abdeckungen aus dem A 500-Programm eingesetzt werden - wahlweise in Weiß oder Aluminium. Edles Anthrazit gibt den Rahmen einen eindrucksvollen Auftritt. Die Kombination mit Weiß wirkt durch den Gegensatz von Hell und Dunkel. Ganz dem Trend folgend, präsentiert sich die Version mit aluminiumfarbigen Einsätzen. In kräftigem Ozeanblau werden Schalter zu einem dekorativen Blickpunkt an der Wand. Das junge Design betont den Lifestyle-Effekt, der heute mehr denn je gefragt ist. Sonnengelb ist und bleibt eine beliebte Farbe beim jungen Wohnen. Damit entspricht diese Rahmen-Variante aus der A plus-Serie exakt dem Zeitgeist. Das Trendmaterial im Objektbereich - wie dem Heldele-Neubau - und im modernen Wohnungsbau heißt aber Aluminium. Mit den A plus-Alu-Rahmen kann diese Stilrichtung jetzt bis ins Detail umgesetzt werden.

Jung ist seit der Heldele-Unternehmensgründung erster Lieferant und bis heute als einziger seiner Branche im großräumigen Lager gelistet.

Fazit:

Im Gegensatz zu manch anderem Großinstallateur findet man bei Heldele nur wenig Anlaß, über mangelnde Aufträge zu klagen. Dafür verantwortlich sind nicht zuletzt die hohe Innovationskraft sowie ein professionelles Marketing. Und dem Ruf unserer Regierung, endlich Verantwortung zu übernehmen und auszubilden, ist man schon immer gefolgt. In diesem Jahr werden allein 75 junge Menschen in sieben Ausbildungsberufen betreut. Und sie - man will es angesichts der allgemeinen Wirtschaftsmeldungen kaum glauben - werden fast alle übernommen.

Erschienen in Ausgabe: 09/2003