Von jedem etwas

Leistungsstarke Automatisierung mit dem Aktor-T-Bus

Als sich der Bauherr eines repräsentativen Einfamilienhauses in Unterfranken für die Automatisierung seines Gebäudes entschloß, wählte er den Actor T-Bus von Steiwa. Mit Hilfe dieses Systems war es möglich, die verschiedensten Komponenten problemlos miteinander in Einklang zu bringen. So werden via Dali u.a. die Außenleuchten gesteuert. Verknüpft wurde das System außerdem mit dem Bewässerungscomputer von Gardena, dessen Regensensor wiederum zusätzlich für die Jalousiensteuerung genutzt wird. G&H war vor Ort und dokumentiert die elektrotechnischen Besonderheiten des Gebäudes.

16. November 2003

Insgesamt konnte in dem architektonisch ausgesprochen gelungenen Gebäude mit 269 m² Wohnfläche eine kostengünstige Installationslösung geschaffen werden, die trotz ihrer Komplexität einfach in der Programmierung und noch einfacher in der Bedienung ist. Damit erfüllten sich die Wünsche des Bauherrn nach einem Gebäude, das nahezu alle lästigen Nebentätigkeiten, wie das Wässern des Gartens oder das Herauf- und Herunterfahren der Rolläden, übernimmt, ohne daß die Technik die Bewohner überfordert.

Wer sich dem Gebäude nähert, vermutet von außen kaum, was sich dahinter verbirgt, weder von der räumlichen Größe noch hinsichtlich der realisierten technischen Möglichkeiten. Die Bauarbeiten wurden am 22. Januar 2001 begonnen, und bereits am 28. Dezember desselben Jahres erfolgte der Einzug. Er war, wie uns der Bauherr zu verstehen gibt, bereits früher geplant, doch hätten einzelne Gewerke die Bauphase nicht unwesentlich verlängert, was angesichts der gesamtwirtschaftlichen Lage eigentlich nur Kopfschütteln verursachen kann.

Zunächst plante der Bauherr auf der technischen Seite lediglich ein Jalousien-Management, um bei den 26 vorhandenen Fenstern den Bewohnern Arbeit abzunehmen. Da es um ein Passivhaus handelt, sollte neben der Zentralsteuerung der Jalousien auch die Möglichkeit der Sonnenenergienutzung geschaffen werden. Das heißt, die Sonneneinstrahlung wird im Winter zur Erwärmung der Räume genutzt und im Sommer blockiert, um im Gebäude ein angenehmes Klima zu schaffen.

Zu Beginn war auf der elektrotechnischen Seite eine Standardlösung geschaffen worden, mit der sich der Bauherr allerdings nicht anfreunden konnte. Nach umfangreichen Recherchen und Gesprächen, entschied er sich zur Erfüllung seiner Komfort- und Energieeinsparwünsche für das Aktor-T-Bus-System von Steiwa.

Genügend Platz im Unterputzverteiler

Realisiert wurde auf dieser Basis ein komplexes Lichtmanagement für den Innen- und Außenbereich. Durch den Einsatz von Energiesparlampen und EVGs sowie der Dimmbarkeit der Beleuchtung zwischen 3 und 100% lassen sich die Energiekosten erheblich reduzieren. Integriert wurden darüber hinaus das Jalousien-Management auf Aktor T-Bus Basis und die Zutrittskontrolle via berührunslosem Sender. Die dafür erforderlichen Geräte ließen sich problemlos in einem kleinen Schaltschrank (doppelter, fünfreihiger Unterputzverteiler) unterbringen.

Um eine Optimierung der Jalousien-Steuerung zu erreichen, wurde ein Sonnensensor installiert. Und im Falle eines Sturms sorgt ein Windsensor dafür, daß die großen Außenjalousien rechtzeitig hochgefahren werden. Für eine zeitgenaue Steuerung ist je eine Astrozeitschaltuhr installiert, mit der auch eine sonnenstandsabhängige Lamellensteuerung realisiert werden konnte. Dabei wurden drei Schaltuhren über Binäreingänge mit dem Aktor T-Bus verknüpft. Diese geben den Impuls für die Nachführung der Lamellen. Das Öffnen und Schließen der Jalousien regelt der Sonnensenor.

Im Schalterbereich war das Haus mit Standardtastern ausgestattet. Diese sollten zunächst über Koppelrelais auch Gruppenfunktionen übernehmen. Nachdem sich der Bauherr aber zur Aufrüstung der Elektrotechnik mit dem Actor T-Bus entschlossen hatte, wurden die Taster nun über Binäreingangsmodule auch dezentral im Gebäude angeschlossen. Ausgewählte Standarttaster wurden an ein dezentrales Eingangsmodul angeschlossen, das dann wieder auf den Bus geht. So sind zum Beispiel drei oder vier Zimmer zusammengefaßt (etwa Jalousie- und Lichtfunktionen), die auf die eine Buskomponente dezentral gehen und dann auf dem Bus die entsprechenden Schaltfunktionen ermöglichen.

Buskoppler wurden überall dort eingesetzt, wo mehr als zwei oder drei Taster benötigt wurden, weil beispielweise ein Türöffner sonst immer nur in einem externen System realisierbar ist. Wunsch des Bauherren war es aber, die Türöffner-Funktion auf jeden beliebigen Lichtschalter legen zu können. Diese Funktion wurde deshalb über einen Binäreingang auf einen Standardtaster gelegt, bzw. auf allen Bustastfeldern mit angesteuert.

254 Lichtszenen mit dem Dalsi-Modul

Die Lichtszensteuerung ist auf die Beleuchtung des Eßbereichs ebenso gezielt ausgerichtet wie auf die Beleuchtungsansprüche der Nutzer des Videobeamers. Schwieriger gestaltete sich das Lichtmanagement für den Außenbereich. Hier wären im Normalfall verschiedene Beleuchtungskreise erforderlich gewesen. Der Bauherr entschied sich deshalb für das Dali-Lichtmanagement. Eigentlich lassen sich auf einen Dali-Strang immer nur maximal 64 EVGs parallel aufklemmen. Bis zu 16 Gruppen und 16 Lichtszenen können dann programmiert werden. Mit Hilfe des Dalsi-V 2.0 Moduls läßt sich das System auf bis zu 254 Lichtszenen erweitern. Reichen die 64 Leuchten in einem Objekt nämlich nicht aus, dann ist über die Busanbindung des Dalsi-Moduls die Möglichkeit gegeben, strangübergreifendes Lichtmanagement zu betreiben. Das heißt, man spricht dann nicht mehr nur über die Beleuchtung einer einzelnen Etage, sondern über die vollständige Lichtsteuerung eines ganzen Gebäudes.

In der Planung ist noch eine Kombination der Gartenbeleuchtung mit Bewegungsmeldern. Über sie werden dann die Glocke im Haus und die Zugangsbeleuchtung im Garten geschaltet. Klingelt jemand am Gartentor, leuchten nur die beiden Leuchten, die direkt am Gründstückzugang platziert sind. Drückt der Hausherr auf den Türöffner, wird eine weitere Lichtszene aktiviert - das Licht leitet den Besucher zum Hauseingang. Drückt der Hausherr vom Auto aus auf den Garagentoröffner, wird darüber hinaus eine vorgegebene Beleuchtungsszene geschaltet.

Im beschriebenen Objekt war Dali zunächst nur für das Licht im Garten geplant. Jetzt wurde es so erweitert, daß auch die Gardena-Rasensprenger, die ebenfalls mit 24V-Steuerspannung arbeiten, via Dali gesteuert werden. Für Dali hat Steiwa ein 2-Kanal-Schaltmodul entwickelt, das dieselben Impulse wie der Bewässerungscomputer von Gardena abgibt. Die Sprenger können so automatisch über den Bewässerungscomputer gesteuert werden. Möchte der Bauherr sich aber während der Bewässerungszeiten beispielsweise auf den Rasen legen, um sich zu sonnen, kann er den Kreis über das Bustastfeld wieder schließen - ebenso wie die Ventile. Darüber hinaus besteht auch eine manuelle Bedienmöglichkeit der Rasensprenger über die Standardtastfelder auf den Buskopplern im Wohnzimmer.

Ausgangssituation war zunächst, daß die 16 Außenleuchten über das Dali-Lichtmangement gesteuert wurden und zusätzlich 8 Elektroventile, die über den Bewässerungscomputer automatisch geschaltet werden. Dies wurde dahingehend modifiziert, daß der Gardena-Regensensor jetzt auch im Haus mit genutzt wird. Durch Einbindung in das Aktor-T-Bus-System dient er nämlich zusätzlich der Jalouisen-Steuerung. Bei Regen werden die Jalousien heruntergefahren und die Fenster bleiben sauber.

Dali-EVGs für den Außenbereich

Ein wichtiger Aspekt der Anlage ist, daß im Außenbereich nur ein einziges Erdkabel verlegt werden mußte. Eine Schwierigkeit in der Außenanlage bestand darin, daß dalitaugliche EVGs zunächst nur für den Innenbereich vorgesehen sind. Die EVGs im Garten wurden deshalb in wassergeschützten Installationsgehäusen (IP66) untergebracht. Ein zu berücksichtigender Aspekt ist die Abführung der Gerätewärme. Sie emittieren aber weniger Wärmeleistung als die Gehäuse abführen können - das Wärmeproblem ist also gelöst.

In das System integriert wurden ebenfalls die Türbereiche, das heißt Garagentor, Nebeneingangstür zu Garage, Hauseingangstür und Gartentor. Sie lassen sich berührungslos beziehungsweise per Zahlencode öffnen. Die eingesetzte Technik von Conlan ist - das war der ausdrückliche Wunsch des Bauherrn - vandalensicher ausgelegt und schließt jede Form der Manipulation aus. „Vergreift“ sich jemand an der Verdrahtung, hat dies eine Sperrung aller angeschlossenen Türen zur Folge. Abrißkontakte stellen darüber hinaus sicher, daß beim Entfernen einer Komponente alle Türen verriegelt werden.

Nicht vergessen werden soll an dieser Stelle die Lüftungsanlage, die ebenfalls in den Aktor-T-Bus eingebunden ist. So läßt sich eine gewünschte Stoßlüftung, um beispielsweise starke Küchengerüche zu beseitigen, bequem über das Bustastfeld durchführen und vieles mehr.

Bei 1685m³ umbautem Raum (das Gebäude ist im Innenbereich ausgesprochen großzügig ausgelegt) hatte eine für das herkömmliche Eigenheim entwickelte Lüftungsanlage nach Einschätzung der Bauherrn keinen Sinn. Installiert wurde eine Anlage, die eigentlich für ein kleines Bürogebäude ausreichen würde. Die Leistung wurde deshalb so hoch gewählt, um rasche Temperaturerhöhungen in Räumen zu ermöglichen oder Duftstoffe in die Zimmer zu transportieren.

Letzteres geschieht mit der Dufteinheit von Voitino. Mit ihr können etwa ätherische Öle in die Räume geleitet werden. Das ursprünglich für den gewerblichen Bereich konzipierte System entfaltet auch im Privatheim angenehmen Wohlgeruch - im beschriebenen Objekt ebenfalls busgesteuert.

Als letzter Aspekt sei hier die Fernsteuerung angesprochen. Die gesamte Anlage läßt sich von nahezu jedem Ort via Telefon steuern. Die Telefonsignale gehen über das Telefon-Interface direkt auf den Aktor T-Bus. Alle Schaltfunktionen, die über den Buskoppler oder einen Standardtaster aufgerufen werden, können auch per Telefon gesteuert werden. Das schafft Sicherheit und Komfort. Was fehlt, ist ein Feedback vom Telefon. Hier ist man auf die SMS angewiesen. Die entsprechende Schnittstelle dazu bietet die Firma Conlan.

Fazit:

Das interessante am vorgestellten Objekt ist die unkomplizierte technische Lösung anspruchsvoller Automatisierungsaufgaben. Es wir lediglich einmal per PC programmiert - das war´s. Da weitgehend auf Standardkomponenten zurückgegriffen werden kann, ergeben sich auch wirtschaftliche Vorteile. Außerdem kann die Bedienung von jedermann geleistet werden. Hinzu kommt die Möglichkeit, sich von verschiedenen Herstellern die jeweils leistungsstärkste Technik herauszusuchen. Von jedem etwas bedeutet in diesem Falle mehr als alles von „einer Sorte“.

Erschienen in Ausgabe: 10/2003