Vorreiter für Sicherheit

Technik

Hekatron. - Noch hat sich das Berliner Abgeordnetenhaus nicht für eine Rauchwarnmelderpflicht entschieden. Dabei wissen auch die Gebäudetechniker in Deutschlands größter Stadt: In die Sicherheit zu investieren lohnt sich, wie das Beispiel einer Berliner Wohnungsbaugenossenschaft zeigt.

16. Juni 2015

Neben Brandenburg und Sachsen ist Berlin eines von drei Ländern, in denen derzeit noch keine Rauchwarnmelderpflicht existiert. Angesichts dieser Tatsache wurde die Wohnungsbaugenossenschaft „Neues Berlin“ durch den Entschluss, ihre Objekte mit Rauchwarnmeldern auszustatten, zu einem Vorreiter.

Bezahlbares Wohnen in der Hauptstadt, und das nicht irgendwo „j.w.d.“, diesem Ziel hat sich die 1957 gegründete Genossenschaft verschrieben. Ihre sieben Anlagen mit 5.052 Wohnungen für die Genossenschaftsmitglieder befinden sich teils im direkten Umfeld des Genossenschaftsgeschäftshauses in Alt-Hohenschönhausen, außerdem in der Nähe des Wustrower Parks sowie am Weißen See.

Der Baubestand reicht vom historischen Bauwerk aus dem Jahr 1918, über viergeschossige, in Typenbauweise errichtete Häuser aus den Fünfzigerjahren und elfgeschossige Mietwohnhäuser aus den Achtzigern bis hin zu mehreren Neubauten. Seit zweieinhalb Jahren investiert die Genossenschaft stark in die Brandschutztechnik. Bereits lange vor der Installation der Rauchwarnmelder hatten sich die Verantwortlichen bei „Neues Berlin“ intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. Den letzten Ausschlag gab dann im Jahr 2011 ein durch Brandstiftung verursachter Kellerbrand in einer der Wohnanlagen.

Sieben Wohnanlagen mit 83 Gebäuden und über 5.000 Wohneinheiten in einem Zug durch Rauchwarnmelder zu schützen, bedeutet einen hohen Sach- und Arbeitsaufwand. Dennoch sollten alle Mitglieder gleichzeitig von den neuen Schutzmaßnahmen profitieren. Von November 2012 bis August 2013 wurden sämtliche Treppenhäuser mit insgesamt 1.875 Funkrauchwarnmeldern ausgestattet.

Im Brandfall werden die Anlieger des betroffenen Treppenaufgangs davor gewarnt, einen lebensgefährlichen Fluchtversuch durch die verrauchten Etagen zu unternehmen. Über das richtige Verhalten im Brandfall, nämlich in der Wohnung zu bleiben, die Feuerwehr zu verständigen und sich am Fenster den eintreffenden Rettungskräfte bemerkbar zu machen, wurden die Bewohner schriftlich informiert. Im Vorfeld der Rauchwarnmelderinstallation führte „Neues Berlin“ einen Testbetrieb mit den Produkten zweier Hersteller durch.

Elektromeister Ralf-Axel Mikulla, der als technischer Projektleiter der Genossenschaft die Hekatron Genius Hx mit Funkmodul-Basis auswählte und sie zusammen mit hauseigenen Monteuren selbst installierte, erklärt, worauf es ihm ankam: „Der Anspruch an eine zuverlässige Detektion sowie Fehlalarmsicherheit versteht sich von selbst. Bei Treppenhäusern mit bis zu elf Etagen ist außerdem klar, dass die Melder über eine leistungsfähige Funkvernetzung samt Repeaterfunktion verfügen müssen, um die Bereiche vollständig zu sichern. Wir brauchten Alarmlinien in ausreichender Zahl, um die eindeutige Zuordnung jedes Rauchwarnmelders zum jeweiligen Treppenhaus zu gewährleisten und das Auslösen der Melder in benachbarten Aufgängen zu verhindern. Und nicht zuletzt müssen wir bei einer so großen Zahl von gleichzeitig beschafften Geräten darauf achten, dass wir den Wartungsaufwand gering halten, etwa indem wir ständige Batteriewechsel vermeiden.“

Auf die Wartungsfreundlichkeit des von ihnen gewählten Produkts können sich die Mitarbeiter von „Neues Berlin“ verlassen. Gemäß DIN 14676 müssen Rauchwarnmelder entsprechend den Vorgaben des Herstellers regelmäßig gewartet werden. Mindestens aber müssen sie einmal im Jahr einer Sicht- und Funktionsprüfung unterzogen werden. Während bei vielen Produkten eine monatliche oder sogar wöchentliche Überprüfung erforderlich ist, gehören Melder der Genius-Familie zu den wenigen Geräten, bei denen der Hersteller sich guten Gewissens auf die Vorgabe einer jährlichen Wartung beschränkt.

Darauf kann Hekatron sich nicht zuletzt deshalb berufen, weil die Melder mit fest eingebauten Batterien versehen sind, deren Lebensdauer genauso hoch ist wie die des Gerätes selbst. Die häufigste Ausfallursache billiger Melder, nämlich leere Batterien, und der Kostentreiber Batteriewechsel entfallen somit.

Bei der Umsetzung des Rauchwarnmelderprojekts wurden die Techniker von ihrem langjährigen Lieferpartner Obeta betreut. Federführend für das Elektrohandelsunternehmen ist die Filiale Berlin-Marzahn mit ihrem Leiter Jörg Zaulig. Die Beratungskompetenz und den Service des Hekatron-Partnerbetriebs weiß man bei „Neues Berlin“ seit vielen Jahren zu schätzen. Mit über 700 Mitarbeitern und 55 Filialen ist das Unternehmen flächendeckend vor Ort. Gemeinsam sorgen sie unter anderem dafür, dass Kunden wie die Wohnungsbaugenossenschaft mit moderner Brandschutztechnik ein Plus an Sicherheit erhalten.

Nach Abschluss der Ausstattung sämtlicher Treppenaufgänge mit Funkrauchwarnmeldern hat Obeta im laufenden Jahr begonnen, Rauchwarnmelder Genius H als Stand-alone-Lösung zur Überwachung der eigentlichen Wohnungen an „Neues Berlin“ zu liefern. Auch mit dieser Maßnahme ist die Genossenschaft den gesetzlichen Anforderungen wieder voraus.

Auf einen Blick

+ Funkrauchwarnmelderlinien zur Überwachung von Treppenhäusern und anliegenden Fahrstuhlschächten.

+ Ausstattung von sieben Wohnanlagen, teils in gemischter Bauweise mit Einzelobjekten aus den Baujahren 1918 bis 2010.

+ 5.052 Wohneinheiten.

+ Derzeit 1.875 Rauchwarnmelder Hekatron Genius Hx mit Funkmodul-Basis.

+ Künftig Rauchwarnmelder (Hekatron Genius H) auch direkt in den Wohnungen.

Erschienen in Ausgabe: 04/2015