Vorschriftsmäßig dicht

Technik

Kaiser. Bauverantwortliche haften für die Einhaltung der nach EnEV geforderten Luftdichtheit. Sie tun gut daran, auf ausgereifte Systemlösungen für Hohlwand- und Mauerwerk zurückzugreifen, die Leckagen in Installationsdosen dauerhaft schließen.

19. Februar 2010

Einen wichtigen Beitrag zur Erfüllung der EnEV 2009 an Neubau und Sanierung leistet die dauerhafte Luftdichtheit der Gebäudehülle. Seit dem 1. Oktober 2009 muss die Gebäudehülle durchschnittlich 15 Prozent mehr leisten als nach der EnEV 2007.

Für die Jahre 2012 und 2015 sind weitere Steigerungen vorgesehen. Durch Undichtheiten der Gebäudehülle und aufgrund von Wärmebrücken fällt der sogenannte Transmissionswärmebedarf höher aus, da mehr Heizenergie aufgewendet werden muss, um diese Verluste auszugleichen. Im Weiteren schreibt die EnEV 2009 Nachrüstpflichten oberster nicht begehbarer Geschossdecken hinsichtlich der Qualität der Wärmedämmung in Altbauten vor und macht die Dämmung begehbarer Geschossdecken bis spätestens 2011 zur Pflicht.

Durch die Sicherstellung der Luftdichtheit und der Vermeidung von Wärmebrücken können die errechneten Dämmwerte für die Wärmedämmung eingehalten werden.

In der Praxis treten jedoch häufig unerwünschte Transmissionswärmeverluste, Lüftungswärmeverluste und Zugerscheinungen auf. Ausgelöst werden können diese durch Leckagen in der Dampfsperre oder an der gedämmten Außenfassade. Zu den potenziellen Schwachstellen, die eine Sicherstellung der gewünschten Luftdichtheit gefährden, zählt auch die Elektro- und Hausinstallation.

Denn zur Befestigung beziehungsweise auch zur Leitungs- oder Rohreinführung, zum Beispiel bei Hohlwanddosen, muss mitunter die Dampfsperre durchbrochen werden. Schwachstellen einer konventionellen, also nicht luftdichten Elektroinstallation, zeigen sich vielfach an den Öffnungen für Schalter und Steckdosen, wenn Zugluft und Kondenswasser auftreten. Die vorperforierten Öffnungen für Rohr- oder Leitungseinführungen bei nicht luftdichten Hohlwanddosen zum Beispiel wirken als Leckagen in den Wänden. Hieraus können Energieverluste und schlimmstenfalls Bauschäden resultieren.

Bei Niedrigenergiehäusern oder Passivhäusern sorgt oftmals eine kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung für den notwendigen Luftwechsel und damit auch für die Entfeuchtung des Hauses. Denn durch Duschen, Kochen und Schwitzen gibt ein Mensch im Tagesverlauf bis zu 10 Liter Wasser an die Raumluft ab.

Derartige Be- und Entlüftungsanlagen erzeugen einen permanenten Unterdruck von 50 Pascal. Bei Einsatz konventioneller Installationsdosen kommt es so zu einem ungewollten Austausch zwischen kalter und warmer Luft vom Innen- zum Außenbereich und umgekehrt. Diese Leckluftströme lassen sich durch Messungen belegen und sogar oft fühlen.

Die Zugluft kann zum Beispiel mithilfe eines Thermo-Anemometers gemessen werden, welches die Geschwindigkeit der einströmenden Luft misst und so die Undichtheit nachweist. Um diese Probleme zu verhindern, müssen Wand- und Deckenöffnungen für Gerätedosen, Geräteverbindungsdosen oder Gehäuse für Leuchten und Lautsprecher luftdicht ausgeführt sein. So wird der Energieverbrauch für das Lüften und Heizen minimiert.

Für die Elektroinstallation in energieeffizienten Hohlwandkonstruktionen bietet Kaiser die Serie Econ an. Diese luftdichten Geräte- und Geräteverbindungsdosen ermöglichen die werkzeuglose und damit zeitsparende Leitungs- und Rohreinführung durch eine robuste Dichtungsmembran mit vordefinierten Einführungen. Diese fügt sich beim Durchstoßen durch die Elastizität des eingesetzten Werkstoffes um Leitungen und Rohre. Unkontrollierte Luftströme werden so verhindert.

Die luftdichte Verbindung mehrerer Hohlwanddosen für die Durchverdrahtung von Gerätekombinationen erfolgt mit einem Verbindungsstutzen, der ebenfalls werkzeuglos (über eine abziehbare Laschenverbindung an der Dose) eingeführt wird. Übergroße, unrunde oder ausgebrochene Öffnungen, die bei Kombinationen in Gipskarton, Gipsfaserplatten oder ähnlichen Materialien auftreten können, werden mit der Dichtfolie luftdicht. Sie verschließt den Raum zwischen Dosenrand und Beplankungsmaterial.

Gerade bei Wänden und Decken, die in Leichtbauweise erstellt werden, kommt es jedoch oftmals zu einem Konflikt zwischen der aus der EnEV resultierenden Mindestdämmstärke und einem gewünschten Einbau von Leitungen, Leuchten, Lautsprechern, Displays und anderen elektronischen Bauteilen wie zum Beispiel elektronischen Transformatoren.

Der verfügbare Platz wird hier weitgehend durch Dämmmaterial in Anspruch genommen, das zudem auf der Raumseite durch eine Dampfbremsfolie luftdicht abgeschlossen wird. In diesen Fällen ist es sinnvoll, die elektrische Installation in die Dämmebene zu verlegen. Ein Beispiel ist die Zwischensparrendämmung in der Altbausanierung.

Für diese Fälle bietet Kaiser die universellen Einbaugehäuse Enox an. Im Gegensatz zum Thermox-System übernehmen diese selbst die Funktion der Dampfsperre. Sie schaffen einen thermisch geschützten, luftdichten Installationsraum von 200 x 300 x 60 Millimetern. Leitungen und Rohre werden werkzeuglos eingeführt und luftdicht mit einer dauerelastischen Membran umschlossen. Die innovative Klemmtechnik gewährleistet ebenfalls die nach der DIN VDE 0606/EN 60670 geforderte Sicherheit hinsichtlich der Zugentlastung.

Für die Installation von Leuchten und Bewegungsmeldern an Wand oder Decke bei Dämmstärken von 80 bis 160 Millimeter steht zudem ein Teleskop-Geräteträger zur Verfügung, zur sicheren Befestigung von Steckdosen und Schaltern bei einer Dämmstärke von 80 bis 170 Millimeter wird die Teleskop-Gerätedose eingesetzt. Wie beim Teleskop-Geräteträger kann auch diese selbstverständlich stufenlos an die Dämmstärke angepasst werden.

Bei Dämmungen an Bestandsbauten, wenn vorhandene Geräte- oder Gerätedosen verlängert werden müssen oder wenn es nicht möglich ist, Dosen in das Mauerwerk einzubauen, bietet Kaiser ISO-Verlängerungsringe beziehungsweise ein ISO-Dosen-Set an.

BLOWER-DOOR-METHODE

Thermografie-Aufnahmen, die während eines Blower-Door-Tests angefertigt wurden, zeigen deutlich die Wärmeverluste bei der Elektroinstallation mit herkömmlichen Hohlwanddosen, bei denen Leitungs- und Rohreinführungen vorgeprägt sind. Bei der Thermografie ohne Unterdruck werden lediglich die Wärmebrücken zur Giebelwand sichtbar gemacht.

Nach etwa 3,5 Minuten mit 50 Pa Unterdruck sind schon stärker Leckagen zu erkennen, nach 69 Minuten sieht man sie deutlich bei der Kombination herkömmlicher Hohlwanddosen. Unterdruckerzeugende Wärmerückgewinnungsanlagen verstärken den Effekt noch zusätzlich.

Erschienen in Ausgabe: 01/2010