Wärmepumpen und Gebäudenetzwerke

Technik

Dimplex. - Wärmepumpen als Bestandteil moderner Haustechnik werden heute zunehmend in die Netzwerke der Gebäudeautomation eingebunden. Dabei helfen Erweiterungsmodule für den Wärmepumpenmanager.

30. Mai 2012

Der Wärmepumpenmanager ist für die intelligente Regelung der Luft/Wasser-, Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpe von Dimplex verantwortlich. In das Gehäuse eingebaut oder als separate wandmontierte Steuereinheit regelt er die Wärmepumpen-Heizungsanlage in bis zu sechs unterschiedlichen Betriebsarten anhand von Datum, Uhrzeit, Außentemperatur, Rücklauftemperatur des Heizkreises und Warmwassertemperatur entsprechend der vorgenommenen Programmierung.

In der Basisversion ist die Ansteuerung eines zweiten Wärmeerzeugers (Öl-, Gas- oder Festbrennstoffkessel) beziehungsweise eines Mischers für den zweiten Wärmeerzeuger enthalten. Mit dem ergänzenden Solarmodul WPM Econ-SOL sind auch die Einbindung und die zentrale Steuerung von Solarkollektoren und einem regenerativen Speicher möglich. Die beschriebenen Konfigurationen sind reine Heizungsregelungen, die noch nicht der Gebäudeautomation im engeren Sinn zuzurechnen sind. Der Wärmepumpenmanager bietet jedoch dem Nutzer die Möglichkeit, seine gesamte Heizungs- und Warmwasseranlage sowie mehrere Wärmeerzeuger an einem übersichtlichen und leicht verständlichen Display zu kontrollieren und zu regeln.

Der Wärmepumpenmanager kann im Privathaushalt und bei gewerblichen Kleinanlagen mit dem Erweiterungsmodul NWPM in ein Ethernet-Netzwerk eingebunden werden. Dabei handelt es sich um einen Mini-Webserver mit Betriebssystem und Benutzeroberfläche, der auf der Basis des TCP/IP-Protokolls über eine RJ-45-Schnittstelle kommuniziert.

Die Wärmepumpe erhält eine feste IP-Adresse und kann so – auch ohne Internetverbindung – mittels PC oder Smartphone angesprochen werden. Eine komfortable Fernsteuerung mit Überwachung des Wärmepumpenstatus, die Einsicht in aktuelle und historische Betriebsdaten und natürlich die direkte Änderung der Einstellungen werden mit der Heat-Pump-App für I-Phone und I-Pad möglich.

Der Installateur oder der Nutzer können selbst die Anlage überwachen und bei Bedarf Einstellungen per Fernzugriff vornehmen. Es lässt sich eine Vielzahl von Datenpunkten, etwa die Temperaturen des Rücklaufs, des Warmwassers oder der Außenluft, aufzeichnen und später für die Auswertung grafisch darstellen. Anhand der Ergebnisse kann der Anlagenbetrieb optimiert und zielgenau an das Nutzerverhalten angepasst werden. Ethernet-Lösungen lassen sich mit vertrauten und in den meisten Unternehmen beziehungsweise Haushalten vorhandenen Endgeräten realisieren, was den Investitionsaufwand minimiert, vor allem aber die Hemmschwelle für den Einstieg in die Gebäudeautomation bei den Kunden senkt. Darum eignet sich die NWPM-Erweiterung des Wärmepumpenmanagers für technisch interessierte Bauherren.

Mit den Modulen LWPM oder EWPM lässt sich der Wärmepumpenmanager in Bus-gestützte Gebäudeleittechnik einbinden. LWPM basiert auf dem offenen Modbus-Protokoll und wird als speicherprogrammierbare Steuerung vor allem bei gewerblichen oder industriellen Großanlagen eingesetzt. Die Kommunikation findet über eine RS-485-Schnittstelle statt. Dimplex stellt alle Datenpunkte zur Verfügung, die im Endkunden- und im Installationsmenü ausgelesen und verändert werden können. Mit der Erweiterung EWPM erhält die Wärmepumpe ein Gateway für das KNX/EIB-Protokoll, das sich besonders für kleinere bis mittelgroße Installationen im privaten und gewerblichen Bereich eignet. Nach der Programmierung der Hardware über ETS3 lassen sich bis zu 110 Datenpunkte übertragen.

Für den kompletten Zugriff auf Benutzer- und Installationsebene stellt Dimplex die an die Anlage anpassbaren Datenpunkte zur Verfügung. Auch bei den Bus-Systemen besteht die Möglichkeit der Aufzeichnung von Datenpunkten und ihrer späteren grafischen Auswertung, sodass die Anlage an die Nutzerbedürfnisse angepasst werden kann.

Weil die gesamte Haustechnik, also etwa auch Türschlösser, Alarmanlagen oder Anwesenheitsmelder, in einer Leittechnik zusammengefasst sind, lassen sich weitere Abhängigkeiten programmieren. So zum Beispiel die automatische Absenkung der Warmwassertemperatur beim Verlassen des Hauses. Bei reversiblen Wärmepumpen zum Heizen und Kühlen könnte die Kühlung des Gebäudes über den Sonnenstand mit vorhandenen Verschattungs- und Hitzeschutzvorrichtungen an den Fenstern synchronisiert werden.

Vernetzung

Die in vollvernetzten Gebäuden erschließbaren Synergien vermeiden Doppelinstallationen etwa von Messstellen und Fühlern verschiedener Systeme und reduzieren dadurch die Investitionskosten. Die zentrale Steuerung kann durch eine Regelung die Betriebskosten und die Heizungskosten als ihren meist größten Bestandteil senken.

In diese zeitgemäße Strategie der Gebäude- und Energieeffizienz durch Automation fügen sich auch Dimplex-Wärmepumpen mit modulartig aufgebauten Steuerungselementen ausgezeichnet ein.

Erschienen in Ausgabe: 04/2012