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Was für das Handwerk wichtig wird

Die Energiezukunft ist erneuerbar, dezentral und digital. Aber wie sieht der Weg in diese Zukunft aus? Und welche Trends werden das Handwerk künftig beschäftigen? Europas größte energiewirtschaftliche Plattform The smarter E Europe informiert vom 15. bis 17. Mai 2019 in München rund um die neue Energiewelt.

11. März 2019
Was für das Handwerk wichtig wird
(© Solar Promotion)

Der weltweite Energiebedarf steigt; bis 2040 um ein Viertel, prognostiziert die Internationale Energieagentur (IEA). Höchste Zeit, sich auch im Handwerk um umweltfreundliche und kostengünstige Energielösungen zu kümmern.

Einerseits müssen Betriebe die firmeneigene Energieversorgung fit für die Zukunft machen. Andererseits müssen sie ihre Kunden individuell und umfassend beraten: Welche Smart-Home-Lösungen eignen sich für die private Energiewende? Wie lassen sich Strom, Wärme und Mobilität intelligent miteinander verknüpfen? Und welche Chancen bieten digitale Steuerungssysteme in der Industrie?

Handwerksbetriebe, die bei Fragen wie diesen up to date sind und die richtige Antwort parat haben, können vom Energiewandel nur profitieren – und vom Aufwind erneuerbarer Energien. Vor allem die Photovoltaik (PV) ist dank fallender Preise auf Wachstumskurs. IHS Markit prognostiziert, dass – nach dem Ende der Mindestimportpreise in Europa für PV-Produkte aus China, Taiwan und Malaysia – die europäischen Modulpreise für Solaranlagen um 30 Prozent sinken werden. Das führt laut Experten noch 2019 zu einem Nachfrageplus von 40 Prozent.

Eigenverbrauch löst Volleinspeisung ab

Wer sich über die neuesten PV-Technologien und -Systeme informiert, ist künftig klar im Vorteil – und kann mit überzeugenden Argumenten beim Kunden punkten: Laut dem Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW-Solar) erwirtschaftet ein Großteil der PV-Anlagen, die vor 20 Jahren mit staatlichen Einspeisetarifen gestartet sind, noch heute beachtliche Erträge.

Wichtig zu wissen für Handwerker: Schon bald gibt es Beratungsbedarf bei Anlagenbetreibern der ersten Stunde. Ab dem 1. Januar 2021 fallen die ersten PV-Anlagen nach 20 Jahren Betriebszeit aus der Vergütung, die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegt wurde.

Auch nach zwei Jahrzehnten ist es meist sinnvoll, die PV-Anlage nach dem Vergütungsende weiterlaufen zu lassen. Vor allem für Besitzer kleinerer Anlagen ist die Umstellung von Volleinspeisung auf Eigenverbrauch ratsam, um weniger teuren Tarifstrom beziehen zu müssen.

Sie können die Direktvermarktung ihres Solarstroms über digitale Plattformen in Erwägung ziehen, zum Beispiel von lokalen Netzbetreibern und Stadtwerken. Bei größeren Anlagen bieten sich Stromabnahmeverträge, sogenannte Power Purchase Agreements, an.

Der weltweite Speichermarkt boomt

Auch Investitionen in Heimspeicher zahlen sich künftig mehr denn je aus. Laut GTM Research wird sich der globale Speichermarkt bis 2022 versechsfachen. Neue Technologien werden die Nachfrage weiter ankurbeln und die Kosten senken.

Laut Bloomberg NEF führen die sinkenden Preise für Batteriespeicher bis 2040 zu Investitionen von 620 Milliarden US-Dollar. Eine Entwicklung, die sich auch auf dem deutschen Markt abzeichnet.

Jetzt wird es smart

„Unsere neuesten Zahlen zeigen, dass allein 2018 in Deutschland rund zwei Drittel der neu erworbenen Solarsysteme mit einer Leistung von drei bis zehn Kilowattpeak zusammen mit Speichern gekauft wurden“, so Markus A. W. Hoehner, CEO der International Battery & Energy Storage Alliance (IBESA). Ein smartes Konzept, das im Kommen ist: Elektrofahrzeuge fahren mit selbst erzeugtem Solarstrom vom Hausdach. Die Kombination aus PV und Elektromobilität lohnt sich in Deutschland vor allem bei Anlagen mit Leistungen bis zehn Kilowatt, da für sie beim Eigenverbrauch die EEG-Umlage entfällt. So kostet der selbst erzeugte Strom weniger als die Hälfte des konventionell erzeugten Stroms.

Künftig wird es sogar möglich sein, Solarenergie über eine bidirektionale Anbindung vom Elektrofahrzeug zurück ins Haus fließen zu lassen, sie ins Stromnetz einzuspeisen und über Plattformen mit anderen zu teilen. So wird das Auto zum flexiblen Stromspeicher.

E-Flotte als Aushängeschild für Firmen

Für Handwerksbetriebe eröffnen die neuen Elektromobilitätskonzepte spannende Chancen: Warum nicht den eigenen Fuhrpark auf E-Fahrzeuge umrüsten, die mit Solarenergie vom Firmendach fahren? Das freut die Umwelt und sorgt für ein sauberes Image. Wer anschließend die firmeneigenen Ladestationen der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt, profitiert doppelt.

Ein Konzept mit Zukunft, lässt die Studie von Aurora Energy Research vermuten: Bis 2040 fahren in Deutschland 23 bis 29 Millionen Elektroautos – nur 60 Prozent der privaten Haushalte werden dann über eine Parkmöglichkeit verfügen, die sich mit einer Ladevorrichtung ausstatten lässt.

Erschienen in Ausgabe: 02/2019