Zuhause fühl’ ich mich sicher

Technik

Dehn. - Bei der Errichtung von Wohn- oder Zweckbauten ist seit dem 1. Oktober letzten Jahres entsprechend der zwei neuen Normen DIN VDE 0100-443 und DIN VDE 0100-534 der Überspannungsschutz Pflicht.

09. Mai 2017
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Bild 1: Zuhause fühl’ ich mich sicher (Bildquelle: Dehn)

Alles wird smart, auch unser Zuhause. Von Alarmanlage, Heizung, Herd, Gefrierschrank über TV- und Hi-Fi-Anlagen bis zu Waschmaschine und Trockner: Die neue Technik revolutioniert das klassische Wohnen. Energiesparend, komfortabel und sicher soll es sein. Smart bedeutet aber auch, dass die Geräte immer sensibler werden und empfindlicher auf Störungen reagieren.

Und nun kommt die Natur ins Spiel. Schwere Unwetter mit Hagel, Blitz und Donner eine Schlagzeile, die wir in letzter Zeit immer häufiger lesen. Allein in Deutschland werden jährlich im Durchschnitt mehr als eine Million Blitze registriert. Schäden an Gebäuden und Elektrogeräten, aber auch Personenschäden sind oft die Folge. Grund genug, um sich als Hauseigentümer Gedanken über einen wirksamen Schutz zu machen.

Hinzu kommt der Schutz vor Überspannungen infolge von Schalthandlungen durch das betriebsmäßige Schalten von großen Lasten an praktisch jeder Stelle der Elektroinstallation im oder am eigenen Haus. Und dies kann schon beim Einschalten der vielleicht schon etwas in die Jahre gekommenen Elektrowerkzeuge passieren. Überspannungen gefährden die modernen elektrischen und elektronischen Geräte und Systeme. Ein großes Problem insbesondere im intelligenten Zuhause mit seinen vielen vernetzten und empfindlichen Komponenten.

Aber was passiert da eigentlich? Der Blitz schlägt zum Beispiel in der Nähe des Hauses ein. Statt der üblichen 230 oder 400 Volt Spannung können dann für kurze Zeit mehrere tausend Volt auf der ins Haus führenden Stromleitung liegen und der fließende Strom übersteigt den normalen Wert um ein Vielfaches. Die Folge sind defekte Geräte oder sogar gefährliche Kabelbrände. Das kann richtig teuer werden; und dabei sind die Kosten ja nur die eine Seite der Medaille. Was wenn der Computer so geschädigt ist, dass private Fotos, Videos und alle wichtigen Daten verloren sind, die Alarmanlage ausfällt, während man im Urlaub ist oder das wichtige Endspiel leider für einen nicht stattfindet, da die gesamte Medientechnik im Haus unbrauchbar ist?

Die gängige Methode des Steckerziehens bei herannahendem Gewitter hat leider ausgedient, da der Blitz nicht die alleinige Ursache von Überspannungen ist, man also auch mit Schaltüberspannungen als mögliche Schadensursache rechnen muss. Und mal ehrlich: Wer möchte denn schon den Netzstecker vom Fernsehgerät während einer interessanten Sendung ziehen, nur weil ein Gewitter aufzieht? Und sicher kommt auch niemand auf die Idee den Netzstecker der modernen Kühl-und Gefrierkombination zu ziehen oder die Heizung mitten im Winter vom Netz zu nehmen. Übrigens leisteten die Sachversicherer entsprechend den Angaben der GDV im Jahr 2015 für etwa 340.000 Blitz- und Überspannungsschäden rund 220 Millionen Euro.

Frust, Ärger, Mehrarbeit und ungeplanter finanzieller Mehraufwand kann durch einen wirksamen Überspannungsschutz vermieden werden. Und ganz wichtig: Seit dem 1. Oktober 2016 ist Überspannungsschutz in neuen Wohngebäuden Pflicht. Auch eine Nachrüstung ist jederzeit möglich. Im eigenen Zuhause will man sich ja wohl und beschützt fühlen. Daher sollten Bauherren bei der Sicherheit keine Kompromisse machen.

Überspannungen infolge atmosphärischer Einflüsse, die über das Stromversorgungsnetz in das Gebäude übertragen werden, sollen so nah wie nur möglich am Hausanschluss begrenzt und deren Energie abgeleitet werden. Zum Schutz der zunehmend Verbreitung findenden elektronischen Haushaltszähler (eHZ), ist die Errichtung der ersten Stufe des Überspannungsschutzes in Energieflussrichtung vor dem Zähler angeraten. Dies ist einfach und zeitsparend mit beispielsweise dem Schutzgerät Dehnshield ZP Basic möglich. Ohne die Benutzung von Werkzeug kann der Ableiter direkt auf das 40-mm-Sammelschienensystem im unteren Anschlussraum des Zählerplatzes aufgerastet werden.

Die Funktionskontrolle des Ableiters erfolgt durch eine Leuchtanzeige, die von einem Taster angesteuert wird. Sowohl durch diese Art der Funktionskontrolle als auch durch den Aufbau als reiner Funkenstrecken-Ableiter ist das Schutzgerät leckstrom- und betriebsstromfrei. Die Verwendung dieser Funkenstrecken-Technologie ermöglicht auch bei kleinen Sicherungen im Hausanschlusskasten (HAK) die erforderliche Folgestrom-Ausschaltselektivität. Unerwünschte Versorgungsunterbrechungen durch ein Auslösen der Hauptsicherungen werden somit vermieden.

Die Auslegung der Geräteparameter sowie das gesamte Gerätekonzept erfüllen lückenlos die Anforderungen der VDN-Richtlinie für den Einsatz von Überspannungsschutzgeräten in Hauptstrom-Versorgungssystemen und natürlich die Anforderungen entsprechend der neuen DIN VDE 0100-443 und -534.

Der Ableiter reduziert die Blitzenergie derart, dass nachfolgende Schutzstufen oder auch Endgeräte in der Lage sind, diese zu beherrschen. Als Kombi-Ableiter ausgelegt, übernimmt das Schutzgerät den Blitzschutzpotenzialausgleich und den sogar zu Endgeräten koordinierten Überspannungsschutz in nur einer Ableiterstufe. So lässt sich festhalten: Bei der Errichtung von Wohn- oder Zweckbauten ist seit dem 1. Oktober 2016 entsprechend der neuen Normen DIN VDE 0100-443 und DIN VDE 0100-534 der Überspannungsschutz in allen neu geplanten Gebäuden verpflichtend. Mehr als eine Million Blitzeinschläge durchschnittlich pro Jahr in Deutschland sind Grund genug, um sich als Hauseigentümer Gedanken über einen wirksamen Überspannungsschutz zu machen.

Hinzu kommt der Schutz vor Überspannungen infolge von Schaltvorgängen, die an praktisch jeder Stelle der Elektroinstallation durch das betriebsmäßige Schalten von Lasten aber auch beim Abschalten von Kurzschlüssen erzeugt werden. Mit der Betrachtung der Schaltüberspannungen als mögliche Schadensursache wird klar, dass die bis heute gängige Praxis, bei herannahendem Gewitter einfach den Netzstecker eines Gerätes zu ziehen und zu warten bis das Gewitter abgezogen ist, ausgedient hat.

Mit dem Auftreten von Überspannungen muss also immer und überall, unabhängig von der Wetterlage gerechnet werden. Überspannungen sind auch nicht auf Stromversorgungsnetze begrenzt. Denn egal ob Antennenkabel, Telefonkabel oder Versorgungsleitung: Es werden durch von Blitzen erzeugte elektromagnetische Felder auf allen metallenen Leitungen Spannungen induziert, die zu Schäden an Geräten führen können.

Gerade beim Smart Home mit vielen vernetzten elektronischen und elektrischen Komponenten kann das zu Schäden mit weitreichenden Konsequenzen führen. Ein wirksamer Schutz vor Überspannungen auf Energieversorgungsleitungen und informationstechnischen Leitungen in Wohn- und Zweckbauten ist deshalb bereits heute unumgänglich.

Erschienen in Ausgabe: 03/2017