Zukunft des Schaltens

Technik

Jung. Das Unternehmen veranstaltete vom 1. Oktober bis 16. November 2008 für Studierende der Architektur und Innenarchitektur einen besonderen Wettbewerb: Aufgabe war die Gestaltung der Schaltoberfläche des innovativen Sensor-Moduls.

26. Februar 2009

Das Sensor-Modul bietet erstmals die Möglichkeit, einen Schalter frei zu gestalten. Zwischen einer transparenten Abdeckung und dem Modul wird dazu ein gestaltbares Element eingelegt. Dies kann aus einer bedruckten Folie, Papier oder etwa einem Foto bestehen.

Die Oberfläche selbst ist in 16 Sensor-Punkte unterteilt, die zu maximal acht aktiven Schaltungen gruppiert werden können.

Ein Antippen dieser Sensorpunkte von weniger als einer Sekunde genügt, um die gewünschte Raumfunktion zu schalten, egal ob es sich um Beleuchtung, Jalousie oder Rollladen handelt.

Konkrete Aufgabe für die Studierenden war in diesem Zusammenhang die Gestaltung der Oberflächen von drei Sensor-Modulen. Dazu standen den Teilnehmern des Wettbewerbs auf der Internetseite www.sensor-modul.de sowohl drei vorgegebene, virtuelle Räume (Wohnzimmer, Büroraum, Hotelzimmer) als auch ein Sensor-Modul zur Verfügung. Die Schaltoberflächen sollten gemäß einer zu konzipierenden Bedienphilosophie für die Einsatzzwecke dieser Räume individuell gestaltet werden.

Dem Raum oder dem gestalteten Sensor-Modul entsprechend, ließ sich zudem der Schalterrahmen aus allen Material- und Farbvarianten der Jung-Programme FD-design oder LS 990 auswählen. Nach Ablauf des Wettbewerbs wurden die einzelnen Beiträge von einer renommierten Jury bewertet und prämiert.

Am 13.12.2008 trafen die Damen und Herren sich im Breidenbacher Hof in Düsseldorf um dort gemeinsam aus den 50 eingereichten Beiträgen die Gewinner zu ermitteln. Alle eingereichten Wettbewerbsbeiträge wurden für jeden Raum nach folgenden Kriterien bewertet: Vollständigkeit (gestalterischer Entwurf inklusive schriftlichem Erläuterungsbericht), Ausnutzung der gegebenen Möglichkeiten und Materialien, Kreativität und Innovationskraft sowie nicht zuletzt natürlich auch Umsetzbarkeit und Realitätsbezug. Nach intensiver Beratungszeit kam das Preisgericht schließlich zu einer Einigung.

Ausgezeichnet wurden Antonie Specht von der RWTH Aachen für den Raum „Wohnzimmer“, Myriam Prull von der FH Köln für den Raum „Büro“ und last but not least Simone Salfner von der FH Aachen für den Raum „Hotel“.

Die Entscheidung für Antonie Specht begründete die Jury wie folgt: Der Entwurf zeichnet sich durch eine große Klarheit des Designs aus. Er ermöglicht große Variabilität und Anpassungsfähigkeit an die unterschiedlichsten Funktionen des Wohnens. Im Wohnungsbau dient jeder Raum naturgemäß einer anderen Nutzung und für die damit verbundenen unterschiedlichsten Möblierungsmöglichkeiten einer Wohnung ist das vorgeschlagene Schalterdesign das beste, weil es sich durch seine Schlichtheit formal jedem Wohnungsmilieu unterordnen kann. Da normalerweise eine Wohnung über längere Zeiträume hinweg von den immer gleichen Menschen genutzt wird, kann man davon ausgehen, dass die Bewohner schnell die Varianz der eingesetzten Schaltfunktionen lernen und behalten, ohne besondere Kennzeichnung zum Beispiel durch Piktogramme.

Von den für Wohnungen vorgeschlagenen Schaltern ist es darum der beste Entwurf.

Ganz anders das Gewinnerkonzept „Hotelzimmer“ von Simone Salfner. Da im Gegensatz zu einer Wohnung in einem Hotel mit täglicher Änderung der Bewohner mit unter anderem auch unterschiedlicher Sprache gerechnet werden muss, ist die Idee, die Schaltfunktionen durch Piktogramme darzustellen, einleuchtend. Dies ist in den Entwürfen auch formal sehr gut sichtbar dargestellt worden. Ganz gut ist auch die Idee, einmal ein schwarzes und einmal ein weißes Tableau zu zeigen. Die Klarheit und die Ordnung der einzelnen Schalt-Funktionen sind sehr gut ablesbar, womit dieser Entwurf der beste seiner Kategorie ist.

Der ausgezeichnete Entwurf „Büro“ von Myriam Prull kombiniert in idealer Weise Innovation und Tradition bei der Gestaltung eines neuen Schalter-Programms.

Die Sensortechnik ist dabei die Grundlage für eine bestechend einfache und klare Oberflächengestaltung. Diese Technik ermöglicht es, den Schalter nicht wie bisher in einzelne, voneinander abgesetzte Elemente zu unterteilen, sondern eine zusammenhängende Schalteroberfläche, ein gestaltetes ‚Ganzes’ auszubilden. Die Reduktion auf das Wesentliche eines Schalters, nämlich ‚dienendes’ und nicht raumbestimmendes Element zu sein, wird bei dem prämierten Entwurf auf überzeugende Weise umgesetzt

Dazu gehört auch der Vorschlag, die einzelnen Raumbereiche durch eine klar lesbare Beschriftungstypologie auf der Schalteroberfläche zu kennzeichnen. Einzig das vorgeschlagene Schriftbild wird von dem Preisgericht kritisiert, hier bedarf es der Überarbeitung. Die Arbeit wurde jedoch einstimmig mit dem 1. Preis in der Kategorie ‚Büro’ ausgezeichnet.

Neben einem Preisgeld erhalten die drei jungen Studentinnen außerdem die Möglichkeit, ein einmonatiges Praktikum in einem renommierten Architekturbüro zu absolvieren.

Das System

Die Oberfläche des Sensor-Moduls ist in 16 frei wählbare Schaltpunkte aufgeteilt. Diese können einzeln als Tastfelder genutzt oder zu acht aktiven Schaltungen gruppiert werden. Die Tastfelder werden mit einer LED hinterleuchtet.

Im Baukastenprinzips lassen sich die Sensor-Module optisch an das Design bereits vorhandener Schalter und Steckdosen im Raum anpassen oder können sogar in einem Mehrfachrahmen mit diesen kombiniert werden.

Erschienen in Ausgabe: 01/2009